23. Juli bis 28. September | Sommer

»Der Glaube ist ein neuer Sinn, weit über die fünf Sinne hin«

Wartburgspruch

Selbst wer sich nicht nur fünf seiner Sinne bewusst ist, sondern von 12 Sinnen ausgeht, wird bemerken, dass der Glaube auch über solch erweiterten Sinneskreis weit hinausgeht.
Glaube – ein dem Menschen zugedachter Sinn.

Gerade nicht jener Un-Sinn, der aus einem Nicht-wissen-Können oder -Wollen heraus lediglich Vermutungen anstellt und solches Mut­maßen dann Glauben nennt. Ebenso wenig hätte Luther wohl Arthur Schopenhauer zustimmen können, der einmal sagte: »Glauben und Wissen verhalten sich wie die zwei Schalen einer ­Waage: in dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.«

Glaube – ein Sinn, der wie jeder andere, ein Wahrnehmen, Orientieren und Erfassen der Sinneswelt ermöglicht? Welches wäre dann das dem Glauben zugehörende, ihm dienende Sinnesorgan? Und was ist das Neue an diesem Sinn? Glauben hat es bereits seit Jahrtausenden gegeben. Auch Abram glaubte, als Gott ihm eine neue Heimat und reichen Kindersegen verhieß. Und nach ihm viele andere, deren Glauben uns z.B. der Hebräerbrief bezeugt. Wodurch wird der christliche Glaube »… ein neuer Sinn …« gegenüber jedem anderen früheren oder späteren Gottesglauben?

Die Fragen sollen an dieser Stelle offen bleiben. Sie möchten damit einen Raum eröffnen, in den Sie, liebe Leser, eingeladen sind zum Dialog – mit den Fragen, miteinander, mit Ihrem eigenen gelebten Glaubensverständnis.


AutorIn: Barbara Wagler


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Ausgabe 9|2017


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