Gemeindebrief

Liebe Mitglieder und Freunde der Christengemeinschaft in Bonn!

Einst tönte das Weltenwort. Es schuf Himmel und Erde.

Advent ist die Zeit des Ankommens des Weltenwortes im Menschen- reich. Es ist die Zeit, in der wir uns nach Ruhe und Harmonie für die in- nere Vorbereitung auf das Weihnachtsfest sehnen und doch mit inneren Kämpfen und Erschütterungen der Seele zu tun haben.

Auch heute tönt das Weltenwort.

Klang bewegt und bildet den Stoff neu. Denken wir an die physikali- schen Versuche zu den chladnischen Klangfiguren: Sand, der auf eine Metallplatte geschüttet ist, wird durch das Streichen mit einem Geigen- bogen an der Kante der Scheibe neu geordnet. Aus dem Chaos ergibt sich durch Erschütterung eine schöne neue Ordnung.

So klingt das Weltenwort in der Adventszeit auch in unserer Seele. Wir fühlen wohl die Erschütterung, die dieses Tönen in uns auslöst, doch dürfen wir darauf vertrauen, dass es zur Bildung einer schönen Ordnung in unserem Innern geschieht, dass Neues sich ankündigt.

Nicht nur im einzelnen Menschen bildet sich immer wieder Neues, son- dern auch in Gemeinschaften und so bildet sich in diesem Advent inso- fern Neues als ich nun nicht mehr als Gast in die Gemeinde Bonn kom- me, sondern als entsandte Priesterin. Ich freue mich mit ihnen zusam- men zu entdecken, was daraus entstehen kann.

Es grüßt sie herzlich im Namen der Bonner Pfarrerkonferenz, Ihre Uta Kleier