Gemeindebrief

Liebe Mitglieder und Freunde der Bonner Christengemeinschaft,

Michael, so heißt es, ist ein schweigsamer Geist. Er greift nicht ein in die irdischen Verhältnisse, er gibt keine fertigen Lösungen oder Direktiven, sondern wartet darauf, sich mit dem zu verbinden, was Menschen aus dem Geistigen heraus schaffen. Wird ihm aus Freiheit etwas entgegen getragen, beantwortet er es nicht mit Worten oder Taten, sondern mit einem Blick. Michael spricht und offenbart sich mit der Kraft seines zu- stimmenden Blickes. Was geschieht wohl mit einem Menschen, der sich von Michael angeschaut fühlen darf? Findet er im Brennpunkt dieses Blickes die geheime Kraft, die Aufgaben und Herausforderungen unserer Zeit in sich selbst und mit anderen gemeinsam zu ergreifen und zu lösen?

Für die enormen Probleme unserer Gegenwart, wie dem globalen Klima- wandel, der wirtschaftlichen Ungleichheit, Armut, der politischen Insta- bilität, Kriegen und drohender Gefahr einer totalen Digitalisierung rufen viele nach äußeren Lösungen und Möglichkeiten. Politiker und die Medien wetteifern, wer die bedrohlichen Symptome einer untergehenden, sich selbst zerstörenden Welt am besten aufzuhalten und zu lindern vermag. Aber würde es auf dem Wege zur Verwandlung der Welt wirklich ausreichen, die alte Schöpfung, indem manches vermieden werden soll, wieder symptomfrei zu machen? Bedarf es zur Heilung der Erde und der Menschheit nicht des Aufgangs, d.h. dass wir unsere Aufmerksamkeit mutig nach vorne richten zu den Kräften einer neuen, zukünftigen Welt? Hierzu gilt es, das Vertrauen und die Kraft zu finden aus den Auf- erstehungskräften, um sich dabei in diesen Blick Michaels stellen zu können. Er ermutigt, stärkt und erkraftet uns selbst zu michaelischem Mut. Diesem Mut sollen auch die Veranstaltungen im Programm dienen. Mögen wir uns von ihm, dem Antlitz Christi, mit seinem Blick immer mehr angeschaut fühlen.

Es grüßt Sie herzlich im Namen der Bonner Pfarrerkonferenz, Michael Rheinheimer