Sommerbrief 2020

  Lang ist die Zeit,
es ereignet sich aber das Wahre.

                                                                                 Friedrich Hölderlin

 

Esslingen, 02.06. 2020

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
 

die Zeit seit Anfang März scheint so lange zurück zu liegen. Noch nie habe ich den Weg vom Beginn der
Passionszeit bis Pfingsten so ausgedehnt, so intensiv erlebt wie in diesem Jahr. Und erfahren, dass das Wahre, wie Hölderlin es nennt, sich immer ereignen kann – auch in einer so merkwürdigen Zeit wie dieser.


Seit ein paar Wochen feiern wir wieder miteinander die Menschenweihehandlung und tauchen zusammen in unseren Lebensstrom ein, in das, was die Mitte unserer Gemeinschaft ist: in unsere Quelle.
Manches fühlt sich vielleicht noch ungewohnt an, in Äußerlichkeiten vor allem. Wir alle mussten uns in der letzten Zeit in vielem umstellen, was wir bisher an Lebensgewohnheiten im Alltag gekannt haben. Das macht auch an unserer Kirchentür nicht Halt. Die letzten Wochen zeigen, dass wir diese neue Situation miteinander meistern können. Denn wir tun dies alles mit dem Ziel, unser Leben als eine Gemeinde der Christengemeinschaft in Esslingen, an unserem Ort, so zu fördern, dass wir weiter in die Zukunft gehen können. Daran festzuhalten gibt uns die Kraft und den Mut, die neuen, uns auferlegten Herausforderungen gelassen, tolerant und positiv gestimmt anzugehen. Die Freude, eine Gemeinde sein zu dürfen, diesen schönen Ort dafür haben zu dürfen, überstrahlt alles andere.


Im Augenblick ist es für mich schwierig ein Programm zu machen. Etwas im Voraus festzulegen und nicht zu wissen, ob und wie es stattfinden kann. Deshalb habe ich mich entschlossen zunächst bis nach der Sommerpause, viel kurzfristiger anzukündigen, was an Veranstaltungen stattfinden wird:
An den Sonntagen werde ich in dieser Zeit nach der Weihehandlung öfter eine Betrachtung machen. Auch die beiden noch ausstehenden Samstagsseminare möchte ich in der nächsten Zeit halten.
Es wird jetzt so sein, dass ich Ihnen etwa zwei Wochen vorher sagen will, was stattfinden wird: in der Kirche als Aushang, in Newsletter und Internet als Veröffentlichung. Das gibt mir die Möglichkeit,
beweglicher in meiner Planung zu sein.


Was konstant bleibt, sind unsere Weihehandlungen, in unserem gewohnten Rhythmus. Im Sommer wird es wieder eine Sommerpause geben den gesamten August über. Ich habe bei den Evangelienlesungen auf Wunsch auch die Perikopen im August angegeben.
Wir beginnen wieder miteinander im September.


Auch hat sich nun ein Weg aufgetan, dass wir auf die Konfirmation zugehen können. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wird aber in der nächsten Zeit mit den Familien und dem Konfirmator festgelegt.


So finden wir immer weiter in unser gemeinschaftlichesLeben. Wenn uns die zurückliegende Zeit eines gelehrt hat, dann dieses: wie unendlich kostbar eine Gemeinschaft von Menschen ist, wie sehr wir als
Menschen einander brauchen.

 

Voller Freude auf die Johanni- und Sommerszeit grüße ich Sie alle aus ganzem Herzen
 

Ihre
 

Sabine Silberhorn