Geistige Impulse

 

Ein Christenleben besteht nicht in Worten, sondern in Erfahrung. Niemand ist Christ ohne Erfahrung.  Nicht von der Lebenserfahrung ist hier die Rede, sondern von der Erfahrung Gottes.

Dietrich Bonhoeffer

 

Evangelium der Woche: Lukas 19, 1-10

Und er kam herein und zog durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, mit Namen Zachäus genannt, und der war ein Ober-zöllner und war reich. Und er suchte Jesus zu sehen, wer er sei; und er konnte es nicht wegen der Volksmenge, denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, damit er ihn sah; denn er sollte dort durchkommen. Und als er an den Ort kam, sah Jesus auf und er-blickte ihn und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilends herab! Denn heute muss ich in die-nem Haus bleiben. Und er stieg eilends her-ab und nahm ihn auf mit Freuden. Und als sie es sahen, murrten alle und sagten: Er ist hereingekommen, um bei einem sündigen Mann einzukehren. Zachäus aber stand und sprach zu dem Herrn: siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich von jemand etwas durch falsche Anklage genommen habe, so erstatte ich es vierfach. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist; denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.

 

Heute noch muss ich bei dir einkehren -  Bei mir?! – Wo ich doch nur schauen wollte, wer das ist, von dem sie reden. Allen bin ich vorausgeeilt, schneller, weiter, höher als alle anderen wollte ich sein, um besser sehen zu können. Ich soll da wieder herunterkommen, wo ich mich mühsam hinauf-gearbeitet hatte. Der, den ich sehen wollte, ist ja auch da unten. – Und ich schaue von oben auf Ihn herab! Steig eilends herab!

Oh je, da wird deutlich sichtbar, wie klein ich bin, kleiner als die meisten der Anderen, die vieles besser als ich erkennen können. Und ausgerechnet bei mir will Er einkehren. Darauf war ich nicht vorbereitet. Mein Haus, mein Tisch, mein Innenraum – das ist doch alles so unwürdig für Den, der da heute bei mir bleiben will.

Was hilft´s. Im Grunde bin ja tief dankbar, dass Er zu mir kommt, dass Er mich armen Wicht unter all den Großen sieht. Eines ist sicher: wenn er eintritt, wird alles anders – in meinem Haus, an meinem Tisch, in meinem Innern. Nichts wird mehr sein, wie zuvor. Denn das Licht seiner Augen, die Wärme seiner Liebe, die Gnade seiner Barmherzigkeit erfüllt heute mein Haus. Alles, was ich bin und noch werden möchte, darf eintauchen in seine Gegenwart. Und im Licht seiner Gegenwart, in dieser Wärme und Gnade will ich fortan mein Haus bestellen. Mögen die Anderen wie auch immer über mich urteilen. Vielleicht haben sie sogar recht. Schließlich ist keiner von uns frei von Abirrungen, Verleugnungen, Schwächen.

Aber schon jetzt spüre ich: auch wenn er morgen bei einem anderen einkehrt – bei mir wird er künftig immer bleiben. Der Sohn des Menschen hat mich gesucht und gefunden.    

BW

 

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