Gemeindebrief - Herbst 2019

Gemeindebrief                                                                                                                                           Herbst 2019

 

Das höchste Gesetz der Eintracht unter Christen ist ein dreifaches:

In allem Notwendigen ganz und gar Einigkeit halten,

in den weniger notwendigen Stücken Freiheit gewähren,

in allen Stücken gegenüber jedermann Liebe walten lassen.

Johann Amos Comenius

 

Liebe Gemeinde

Was der bedeutende Theologe, Pädagoge und Reformer des 17. Jahrhunderts formulierte, ist auch für uns Heutige noch bedenkenswert. Wie erbaut sich aus einer Menschengruppe eine Christengemeinschaft? Im Zugehen auf unseren 100. Geburtstag stellt sich diese Frage neu. Sie markiert die Schwelle, an der wir stehen: Was ist geworden und was kann, was will werden? Im Bekenntnisgebet sprechen wir die Antwort darauf immer wieder aus: Gemeinschaften, deren Glieder den Christus in sich fühlen, dürfen sich vereinigt fühlen in einer Kirche, der alle angehören, die die heilbringende Macht des Christus empfinden. Aus einem Erfühlen des Christus im eigenen Innern erwächst die Kraft echter Christengemeinschaft: Einigkeit, Freiheit, Liebe. So ist die Zukunft eines zeitgemäßen, lebensnahen Christentums untrennbar mit der Frage jedes Einzelnen verbunden: Wie finde ich den Christus?

Der Genius unserer Zeit, Michael, will uns zu dieser Frage erwecken. Er weist den Weg zum Erahnen des Mysteriums von Golgatha. Indem wir gemeinsam dem Altargeschehen dienen, erbildet sich allmählich ein neues Organ: es erwacht unser Fragen, unser Suchen, unser Erahnen des Weges, es erwacht unser Christus-Fühlen. Nicht nur, aber ganz besonders zur Herbsteszeit.

Herzlich grüßt Sie

Ihre

Barbara Wagler.