Gemeindebrief

"Sonne" des Worpsweder Künstlers Wolfram Eberhard Saro
"Sonne" des Worpsweder Künstlers Wolfram Eberhard Saro

Gemeindebrief

Michael-Kirche der Christengemeinschaft in Bremen

 

Michaeli - Totengedenkzeit 2019

Liebe Gemeinde,

ich habe in diesem Sommer eine wunderliche Entdeckungsreise gemacht. Ich habe ein Land entdeckt, in dem wir alle leben und das wir doch nur zum geringsten Teil kennen. Es ist unsichtbar – ich habe darüber gelesen – und auch nur anfänglich. Die Welt der Mikroorganismen, die selbst nur sehr anfänglich erforscht ist und zu völlig neuem naturwissenschaftlichen Denken nötigt.

Beispiel: Isoliert man eine Mikrobenart und erforscht ihr Verhalten, so könnte man meinen, man wisse, was diese Mikrobenart macht, wovon sie lebt usw.. Isoliert man eine zweite, erhält man Ergebnisse ihrer Art. Und nun kommt das Problem: Lässt man beide Arten zusammenleben, stellt sich heraus, dass eins und eins nicht zwei ergibt, denn beide Mikrobenarten leben in der Gemeinschaft anders und produzieren auch anderes. Wir Menschen haben z.B. auf der Haut mehrere tausend Mikrobenarten – und wir müssen die Bio-Diversität erforschen, also das Zusammenwirken dieser Tausenden, um ihr Wirken zu verstehen. Die Naturforscher müssen Lebensforscher werden und beginnen lebendig zu denken. Ganz sicher und klar ist eines: Der Mensch kann überhaupt nicht existieren, wenn er nicht von über hundert Billionen Mikroorganismen bevölkert ist. Sie wirken in einer noch nicht fassbaren Weisheit zusammen, welche natürlich die Weisheit einer einzelnen Bakterie weit übersteigt. Würden sich die Mikrobiome farblich unterscheiden, sähen wir Menschen wie Paradiesvögel aus, denn an jeder Stelle unserer Haut leben andere Gemeinschaften von Mikroorganismen. Sogar die rechte und linke Hand unterscheiden sich – und doch können Forensiker noch nach vierzehn Tagen anhand des Mikrobioms feststellen, wer die Tastatur eines PCs bedient hat, denn das Mikrobiom ist so absolut individuell wie ein Fingerabdruck oder ein Genom.

Die Mikroorganismen in der Natur sind viel weniger erforscht als die Begleiter des Menschen. Klar ist inzwischen, dass es faktisch keine Sterilität gibt. Es werden Mikroorganismen in der Stratosphäre, oberhalb der Ozonschicht gefunden. Ebenso bis in 5000 Meter Tiefe der Erde. Sie existieren unter höchst unterschiedlichen Umständen und haben u.U. eine Generationsfolge von 1000 Jahren. Sie überleben radioaktive Strahlungen von 10000 Gray (Abbildung oben: Deinococcus radiodurans). Weit weniger als ein Tausendstel wäre für einen Menschen absolut tödlich. Würde alles ausgetretene Schweröl bei Öltanker- und -bohrinselunglücken zusammengerechnet, so gäbe es rein rechnerisch keinen Strand mehr auf dieser Erde, der nicht von Schweröl verseucht wäre. Es gibt aber das eigentümliche Phänomen, dass sich Bakterien, die sonst nur wenig im Meer vorhanden sind, beim Auftreten von Öl im Meer sich rasant vermehren und das Schweröl regelrecht verdauen. Die Mikrobiologen ärgern sich, dass bei keinem Ölunglück von den unsichtbaren Helfern die Rede ist, welche die Erde und den Menschen fortwährend retten (Abbildung rechts: Alkanivorax borkumensis, Rohöl (schwarz) verzehrend).

Nach der Enträtselung des Genoms steht der Forschung ein mindestens ebenso großes Forschungsfeld bevor: Das Mikrobiom, das Zusammenwirken unzähliger Mikroorganismen, das sich aus der Erforschung der einzelnen Bakterie nicht erschließt. Man taucht ein in das Gemeinschaftswirken des Ätherischen, das von revolutionärer Bedeutung für Medizin und Umwelt ist – und dem wir zunächst einmal ahnungsweise ein wenig Achtung und Dank zuempfinden könnten.

Immerhin können wir eines sofort nachempfinden: Wenn wir einen Menschen isolieren würden und seine Fähigkeiten erforschen – wir würden nicht die Hälfte an Fähigkeiten entdecken, welche ihm durch sein Zusammenleben und -wirken mit anderen Menschen möglich werden. Und aus anderer Perspektive taucht die Frage auf: Wer außer den einzelnen lebt und wirkt denn in Gemeinschaften?

Joachim Paulus

 

Zu den Veranstaltungen

Arbeit am Evangelium an Johannes

                         Beginn Donnerstag, 3.10., 19:30

Zur gewohnten Zeit des Kreises mit Herrn Wilgenroth soll versucht werden, in eine der größten Schriften der Weltliteratur sich einzuleben mit Seitenblicken u.a. auf das Evangelium an Lukas und auf Schilderungen Rudolf Steiners.

Wir beginnen mit dem Anfang des Evangeliums. Jeder möge sein Evangelium mitbringen. Der erste Abend dient vor allem der Einführung und den Verabredungen für die gemeinsame Arbeit.

                                                            Klaus Kühl

 

Es war einmal…

                         Freitag bis Sonntag, 18.-20.10.

"Märchen und Wahrheit gehen Hand in Hand ", so wird es in einer jüdischen Lehrgeschichte erzählt. Die tiefe Weisheit der Märchenbilder hat bis heute nichts an Gültigkeit verloren und erreicht uns, wenn wir Ohren und Herzen dafür öffnen.

Kindern fällt das gar nicht schwer, sie leben mit einem Teil ihres Wesens noch in der Wahrbilderwelt der Märchen und können sie intuitiv verstehen, oder anders gesagt: Sie möchten sie nicht verstehen, sie möchten davon leben, denn das ist für die Seele wie Luft zum Atmen. Wir Erwachsenen müssen den Weg über unser Verständnis gehen, um uns dem Lebens- und Bilderquell in neuer Weise nähern zu können.

Mit einer solchen Näherung beginnen wir das Märchenfest. Dann gibt es Märchen für Erwachsene und Kinder in verschiedenen Altersgruppen, ein Tischpuppenspiel und Musik.

Wir laden herzlich ein.                                                                                                               Karin Ledig

 

Demenz! - Und dann?              Fr/Sa, 25./26.10.

Aspekte zu einer unheilbaren Gegenwartskrankheit epidemischen Ausmaßes.

Sehnsucht nach einem Altern in Frieden, in Gesundheit – und nicht allein!

Was bedeutet es für einen älter werdenden Menschen, wenn er plötzlich die Diagnose „Demenz“ gestellt bekommt? Was bedeutet es für seine Angehörigen? Welche Aufgabe ist der Gesellschaft, dem Staat gegeben, mit dieser Krankheit so umzugehen, dass die von unserem Grundgesetz zugesprochene Würde eines jeden Menschen gewahrt und gesichert bleibt?

Kann der Staat das überhaupt leisten? Wie entsteht die Krankheit? Gibt es Hinweise, die diese Erkrankung in ihrer vielfältigen Erscheinungsform verhindern oder verzögern helfen? Gibt es Hinweise für diese Erkrankung aus der Anthroposophie?             Jörgen Day, Hamburg

 

 

 

Kühles Licht – Farbe und Stein

                          Sonntag, 27.10., 12:00 Uhr

Diese beiden schwesterlichen Künste eröffnen ein breites Spannungsfeld! In der Werkausstellung der Brüder Andreas Kühl (Malerei) und David Kühl (Bildhauerei) im Gemeindesaal wird dies sichtbar. Die Ausstellung ihrer Arbeitsergebnisse aus den letzten Jahren wird am Sonntag, dem 27. Oktober, eröffnet. Musik und eine Einführung in die Werke bilden den Auftakt der Vernissage. Einige Werke werden bereits ab dem 27. September die Michaeli-Tagung begleiten. David Kühl

 

Was hat der Sonnenschein mit Mobilfunkstrahlung zu tun?

                         Freitag, 1.11., 20:00 Uhr

Mit Ausführungen der Geisteswissenschaft zu Elektrizität und Zukunft von Menschheit und Erde

Rudolf Steiner hat bereits vor rund 100 Jahren über strahlende Elektrizität gesprochen. Heute durchströmt (Mobil)Funk unsere gesamte Lebenswelt. Welche Folgen hat die rasant zunehmende künstlich erzeugte elektromagne-tische Durchstrahlung der Luft für Natur und Mensch? Warum erfährt die Öffentlichkeit kaum etwas über die gesundheitsschädlichen Auswirkungen, obwohl sie in Studien gut belegt sind?

Der Vortrag ist mit praktischen Demonstrationen sowie mit ernsten und heiteren Gedichten aufgelockert.  Elisabeth Jeß-Knecht

 

 

Ist der Mensch teilbar?

                            Freitag, 15.11., 20 Uhr

Anhand ausgewählter Themen wollen wir uns dem Thema Organspende nähern. Ausgewählte Gesichtspunkte aus den Gebieten Embryologie, Physiologie, Koma und Wachkoma, Entwicklung der Hirntoddefinition sowie die Diskussion zu Widerspruchs- und Zustimmungslösung können unsere Brückenpfeiler in dieses schwierige Gebiet sein. In Kurzreferaten und Gesprächen sollen die Themen möglichst lebens- und praxisnah Raum finden und Grundlagen für eigenes Urteilen bilden.

                                                         Peter Glaser

 

 

 

Aus dem Gemeindeleben

-  Gemeinderatsneubestellung: Am 25.3.2017 wurde unser derzeitiger Gemeinderat durch die Gemeindeversammlung bestellt. Seine Amtsdauer beträgt drei Jahre. Im Frühjahr 2020 steht also wieder eine Gemeinderatsbestellung an. Die Gemeindesatzung schreibt dafür folgendes Verfahren vor:
Die Gemeindeversammlung bestellt den Gemeinderat auf Vorschlag des amtierenden Gemeinderates als Ganzes. Jedes Mitglied der Gemeinde kann jederzeit Vorschläge zur Besetzung des Gemeinderates einreichen bis spätestens 3 Monate vor einer Neubestellung. Mindestens 4 Monate vor der Gemeindeversammlung wird vom Gemeinderat gemeindeöffentlich auf die anstehende Neubestellung hingewiesen und nochmals gebeten, binnen eines Monats Vorschläge zu machen. Sie werden in die Beratung einbezogen. Der Vorschlag des Gemeinderates nach Satz 1 wird mit der Einladung zur Gemeindeversammlung bekannt gegeben. Hiermit bittet der Gemeinderat um Ihre Vorschläge bis Ende Oktober 2019.

-  Der Gemeinderat hat für Frau Mazur einen gebrauchten Golf Variant als Dienstwagen erworben.

-  Am 22.6. gab es einen Aktionstag für Haus und Garten. Etliche helfende Hände taten sich freudig zusammen und haben eine Menge geschafft. Im Herbst soll die nächste Aktion folgen. Wer mitmachen möchte, melde sich bitte bei Peter Hattwig oder Ewald Tewes.

-  Der Gemeinderat beginnt sich mit der farblichen Renovierung der Aufbahrungskapelle zu beschäftigen.

 

Abwesenheiten:

Alle: 6.-9.11. Regionalsynode in Benefeld

V. Elfert: September/Oktober Vertretung in Ulm, 10.11. Cuxhaven

K. Kühl: 15.9. Cuxhaven

A. Mazur: 5.-12.10. Studienwoche, 13.10. Zürich

J. Paulus: 9.-15.9. Söcking, 23.-28.9. Erfurt,

29.9. Magdeburg, 6.10. Ottersberg,

27.10. Braunschweig, 31.10.-3.11. Kassel,

24.11. Cuxhaven, 25.-27.11. Berlin

H. Sudbrack: 1.-26.9. in Kur

CG

Wir möchten Sie bitten Ihre Wünsche zu äußern bezüglich der Anfangszeit unserer Freitag Abendveranstaltungen – natürlich besonders diejenigen, welche häufig anwesend sind. Soll es bei 20 Uhr bleiben, soll es um 19:00 Uhr beginnen, damit man ca. um 21:00 zu Hause ist? Soll es 19:30 sein?           Anastasiia Mazur, Joachim P