Gemeindebrief

Kirche Außenansicht 2
Kirche Außenansicht 2

Gemeindebrief

Michael-Kirche der Christengemeinschaft in Bremen

Advent – Weihnachten 2020 – Epiphanias – Winter 2021

Liebe Gemeinde,

es gibt Dinge, die uns so nahe sind, dass wir sie fast nie konkret anschauen. Sie sind einfach da. Zu solchen Dingen gehört das Vertrauen. Wir alle leben in verschiedenster Weise mit Vertrauen, im Vertrauen…  Aber was ist es eigentlich? Ich war überrascht zu merken, dass ich diese Frage nicht einfach beantworten konnte. Schauen wir uns die Sache an. Zunächst mal von der negativen Seite aus. Es gibt einen Ausdruck des Misstrauens: etwas in Frage stellen. Es gab      Zeiten, wo noch nichts in der Welt in Frage gestellt war, es gab keine Fragen, keinen Zweifel, kein Misstrauen, aber auch kein Vertrauen. Im Paradies war das alles nicht nötig – alles war eins: Mensch, Gott, Natur. Bis zu dem Moment, wo der Mensch etwas Anderes in sich hereinließ, etwas Eigenes, was nicht zu der Einheit gehört und diese Einheit beeinflusst. Es entsteht ein Bereich in der Welt – im Menschen – der für Gott verborgen ist, und Gott drückt es in der ersten Frage in der Menschheitsgeschichte aus: Adam, wo bist du? Das ist die Grundlage für das Vertrauen, das der Mensch in der Zukunft aus sich selbst heraus entwickeln soll. In einem Vortrag von 8.10.1922 beschreibt Rudolf Steiner, wie die Menschheit seit dem Sündenfall geführt werden musste, und das Mittel für diese Führung waren die Sitten, die gottgegebenen Gebote, die an den Menschen von außen heran getragen wurden. Diese Ordnung hat sich aber nun abgelebt. Heute und in der Zukunft müssen Menschen „die moralischen Intuitionen in eigener Seelenarbeit selber finden“. Und es sind die zwei allerwichtigsten sittlichen Impulse, die in der Menschenseele heraufziehen, - Liebe (in Bezug auf das Innere des Menschen) und Vertrauen (in Bezug auf das Soziale).

Wir wollen hier auf das Vertrauen schauen. Es wird aber einiges über das Vertrauen deutlich werden, wenn wir seine Verwandtschaft mit der Liebe beobachten.

Ich glaube, uns allen ist es relativ deutlich, dass wir die wahre Liebe nicht kennen, oder besser gesagt nicht können. Wir kennen das Verliebtsein, das Liebhaben, natürlich auch die Liebe, - nur selten gelingt es einem Menschen das hohe Ideal der Liebe auf der Erde vollständig zu verwirklichen (außer dem Christus). Wir können aber dieses Ideal beschreiben, indem wir zum Beispiel sagen: Die Liebe hat kein Ende, sie vergeht nicht und sie hängt nicht von dem Geliebten ab („liebe deine Feinde“), sondern von dem Liebenden. Wie ist es nun mit dem Vertrauen? Seine gewöhnlichste Form ist: einem Menschen begegnen, ihn kennenlernen, bis man weiß, wie er „tickt“, dann kann man mit ihm rechnen, zu ihm Vertrauen fassen. Eine andere, ich möchte sagen etwas leichtsinnigere Form des Vertrauens ist, wenn man Vertrauen oder Misstrauen auf das Aussehen eines Menschen begründet. Diese beiden Formen kennen wir alle sehr gut (jeder überlegt mehr oder weniger wie er angezogen ist, wenn er einen Auftritt vor unbekannten Menschen hat, und jeder möchte, bevor er z.B. Kursgebühren bezahlt, den Kursleiter im Tun erleben). Und diese beiden Formen des Vertrauens haben eine gemeinsame Eigenschaft: Solches Vertrauen kann enttäuscht werden. Also ziehe ich die Folge daraus: Es ist noch nicht das richtige Vertrauen – wie die vergängliche Verliebtheit nicht die wahre Liebe ist.

Wenn der menschheitsgeschichtliche Ausgangspunkt des Misstrauens die Trennung von der Gottheit ist, so ist es die Aufgabe des Vertrauens diese Getrenntheit zu überbrücken. Das ist auch die Aufgabe der Liebe: die Wesen zu verbinden. Die Liebe schaut nicht auf das Aussehen und sie sucht nicht eine bequeme gleichbleibende Beziehung, sie will das Wesen des anderen erkennen, sein Werden fördern, begleiten, tragen… Ich übertrage das auf das Vertrauen: Es schaut nicht wie einer aussieht und es erwartet nicht, dass seine eigenen Vorstellungen erfüllt werden. Das richtige Vertrauen müsste sagen: Ich vertraue diesem Menschen, ich verbinde mein Schicksal mit seinem, und wenn er sich irrt, trage ich das mit, ich werde mit den Folgen seiner Taten zurecht kommen. Das wahre Vertrauen richtet sich nach dem wahren Wesen des Menschen oder der Sache und ist kein Ergebnis der zutreffenden Bedingungen, sondern eine ständige aktive Tätigkeit dessen, der sich entschließt im Vertrauen zu leben.

Einen segensreichen Jahreswechsel wünscht Anastasiia Mazur

Die Sonntagshandlung für die Kinder wird bis auf Weiteres um 11:30 Uhr beginnen.


Anastasiia Mazur

muss leider in den nächsten Wochen extrem kurz treten wegen Erschöpfung. Die Freude am Studium am Priesterseminar Stuttgart und die Begeisterung an der Gemeindearbeit in Bremen haben ihr lange Zeit Flügel verliehen, die sie über die anwachsende Erschöpfung hinweggetragen haben. Nun musste sie sich den Mangel an Lebenskräften doch eingestehen. Auch für ihre Umgebung war der Ernst der Situation nicht erkennbar. Bitte verschonen Sie sie vor  Organisationsarbeit oder irgendwelchen prakti-schen Bitten, weil sie nahe der Kirche wohnt. Einzelne Aufgaben wird sie, wenn es nicht ohne sie geht, in der Gemeinde erfüllen. Ggf. wird sie noch eine vollständige Auszeit bzw. einen Kuraufenthalt benötigen. Wir wünschen ihr eine gute und gründliche Erholung!

 

Zu den Veranstaltungen

Bitte beachten Sie, dass gewisse Umstände der Veranstaltungen stets an die aktuellen Coronaverordnungen bzw. Allgemeinverfügungen angepasst werden müssen.

 

Adventsmarkt am 1. bis 4. Adventssonntag

Auch wenn die großen Basare dieses Jahr nicht stattfinden werden, ist unser Basar klein genug, um mit entsprechendem Hygienekonzept auch in diesem Jahr für Sie wieder schöne und leckere Dinge anbieten zu können.

Wie gewohnt wird es Gebäck und Eingemachtes geben, auch eine Auswahl an Büchern und kunsthandwerkliche Kostbarkeiten, das Sonntags-frühstück nicht zu vergessen.

Wir freuen uns auf ein fröhliches Miteinander. Cordula Fischer

 

Adventssonntage, Adventsfeier

Aus gegebenem Anlass werden wir die neue Adventsfeier leider in diesem Jahr nicht begehen können. Für die Kinder können wir an allen vier Adventssonntagen – in diesem Jahr vor  der Sonntagshandlung – eine Adventserzählung einrichten. Wir bitten dabei, dass entweder die Familien zusammen sitzen oder die Kinder in ihren Kohortenverbänden aus der Schule zusammen sind.

 

Das innere Licht entzünden

                                                          Heilig Abend, 24.12.

Die Lichterstunde können wir nicht in der gewohnten Form durchführen. Wir möchten Ihnen dennoch einen wunderbaren Beginn des Heiligen Abends bereiten. Bitte kommen Sie zwischen 16:30 und 17:15 Uhr zum Gemeindesaal in der Heinrichstraße. Dort wird es in kleinen Gruppen ein kurze Erzählung geben, und dann haben wir Ihnen einen sehr besonderen Lichtweg in der dunklen Kirche vorbereitet. Auch dabei bleiben Sie bitte im Familienzusammenhang. Für jede Familie wird Erzählung und Lichterweg ungefähr eine Viertelstunde dauern. Beim Saal gibt es gewisse Wartezeiten. Bitte ziehen Sie sich warm an.

BITTE BEACHTEN: Jeder Teilnehmer benötigt eine Kerze! Es werden keine Kerzen am Eingang verteilt. Bitte vergessen Sie nicht Kerzen im Glas mitzubringen. Die Kerze sollte fest auf dem Boden des Glases befestigt sein und ein wenig über den Rand des Glases hinausreichen, damit sie leicht angezündet werden kann! Ein Teelicht im Glas ist nicht geeignet. A. Mazur und J. Paulus

 

„Spil von der Geburd Ihesu Xri“                                                                                                            

                                                                                                          1. Weihnachtsfeiertag, 25.12., 17:30

Das sehr beliebte St. Gallener Weihnachtsspiel aus dem 12. Jahrhundert wird der Spielerkreis der Gemeinde wieder aufführen! Neue Spieler sind herzlich willkommen und melden sich bitte bei Elke Malzew unter 0421-2449185. Der Chor braucht alle ehemaligen und gern auch neue Sängerinnen und Sänger (Bitte bei Ulrike Flieger melden unter 04221-74438, hyevxr.syvrtre@nepbe.qred.rocra@regeilf.ekirlu ).

Die Probentermine sind: Chor: 1. (19:30 Uhr), 5., 15., 19. & 23.12.  J. Paulus

 

Dreikönig-Singspiel                     Sonntag, 10.1., 12:00

Es ist ein ca. 15- minütiges Stück, welches die Anbetung der Könige in schlichten Bildern zeigt. Dabei wird die ganze Zeit von den einzelnen Spielern gesungen, ohne instrumentale Begleitung.       Anastasiia Mazur

 

In bewegter Luft: Das Feste

Malerei von Peter Steinhage                                                                                              Fr, 4.12., 19:30

Moderne und traditionelle Gebäude in ungewohn-ter, fremder Umgebung stehen im Vordergrund dieser Ausstellung. Es bewegen sich ornamentale Schattierungen oder Schleier um das Feste, das Gebaute. Die Malerei zeigt mal mehr die atmosphärische Farbgestaltung und Verfremdung oder auch vielfältige, beziehungsreiche Bildinhalte.

 

Vergängliche Orte                                                                                                                ab 25.1.2021

Kirsten Plog wurde 1963 in Bremen geboren, studierte Kunstgeschichte, Kommunikationswis-senschaften und Gestaltende Kunst.

Da muss Kunst zur Geschichte und zum Gespräch werden, sie schreibt:

Zeiten sozialer Spannungen und Veränderungen… verursachen ein Verblassen der Geschichten… verschlissene Fotos erzählen vom Leben… Lose Blätter werden gebündelt, Seiten illustriert, zusammengenäht… Materialien übermalt… Geschichtssammlungen… es wird weggeschmir-gelt, überlasiert, überklebt, radiert… Zahlreiche Arbeitsgänge verändern das ursprüngliche Bild… schaffen neue Verbindungen…

Zeit sorgt für ein Verschleißen und Verschwinden… genau deshalb schaut man vielleicht genauer hin. Was wird nun sichtbar?

 

Musikwochenende in Hamburg-Blankenese

                                                            Fr - So, 26. - 28.2.

Nachdem wir mehrere Jahre lang Wochenenden zum erweiterten Tonsystem mit Prof. Johann Sonnleitner und Claudia Nicolai in Bremen gestaltet haben, laden wir nach Hamburg-Blankenese ein, weil es auch dort einen Kreis interessierter Musiker gibt sowie eine Orgel mit Vierteltontastatur. Wir hoffen sehr, dass die Bremer Musikfreunde nach Blankenese reisen. Auch hoffen wir, dass dort einige Privatquartiere angeboten werden können. Anmeldungen bitte an Ulrike Flieger hyevxr.syvrtre@nepbe.qred.rocra@regeilf.ekirlu oder 04221-74438 bis 14. Februar 2021   

A. Mazur

 

Aus dem Gemeinderat

  • Ein Schaukasten für die Zukunftsräume ist in Vorbereitung.
  • Wir hatten Grund zum Dank und haben der Gemeinde Järna die Stoffe für Ministrantengewänder in der Epiphaniaszeit geschenkt.
  • Sitzungstermine: 15.12., 14.1., 16.2., 9.3.,

Abwesenheiten:

Alle: 11.-13.2. Regionalsynode in Braunschweig

V. Elfert: Cuxhaven: 6.12., 6. & 27.2., 6. & 20.3.

A. Mazur:15.-16.1. Fortbildung Missbrauch in  HH,

4.-5.2. Beauftragtentreffen in München,

15.-23.2. Fortbildung und Priesterweihen Berlin,

26.-28.2. Musikertagung in Blankenese

J. Paulus:  30.11.-5.12.Deutsche Konferenz und Deutsche Lenkerkonferenz in Berlin, Bielefeld 13.12., 3.& 17.1., Cuxhaven: 19. & 26.12., 9. & 23.1., 12.-13.1. Deutsche Lenkerkonferenz  und

15.-16.1. Fortbildung Missbrauch in Hamburg,

1.-4.2. Deutsche Lenkerkonferenz in München,

4.-5.2. Beauftragtentreffen in München,

19.-21.2. Priesterweihen in Berlin