Die Christengemeinschaft in Kiel

"Lassen Sie sich nicht von dem Gejage und dem Hasten modernen
Lebens überrumpeln. Die erste und größte Aufgabe im Leben ist die, sich
selbst zu finden. Dazu bedarf es der Einsamkeit und der Betrachtung.
Ich beschwöre Sie: das Heil kommt nicht aus den turbulenten Zentren der
modernen Zivilisation. Das Heil wird aus der Einsamkeit kommen. Die
großen Umwandler der Geschichte kamen aus der Wüste."
"O Jugend, Jugend! Welch herrliches Wort! Vor Euch unbekannte
Welten, verborgen hinter Morgennebeln. Wenn Ihr vorwärtssegelt,
tauchen neue Inseln auf, aus den zerfließenden Nebeln erheben sich
Berggipfel, die darauf warten, von Euch bestiegen zu werden! Dichte
neue Wälder, endlose Gefilde breiten sich vor Euch aus, damit Ihr sie
durchforscht und durchwandert. Frei wie die Vögel unter dem Himmel
könnt Ihr über den Sonnenuntergang hinausfliegen und das Weltall
erforschen. Wie herrlich ist es, den Tag heraufdämmern zu sehen und zu
wissen, dass eine lange Fahrt durch neue Reiche auf Euch wartet. In
weitem Bogen springt der Mut dem Licht, der Himmelswölbung,
entgegen. Ihr verlacht das Wagnis und lächelt über die Gefahr. Der
Glaube, Euer jugendlicher Glaube, das Selbstvertrauen steht am Steuer.
Der Sturm kann Euch nichts anhaben. Und schaut! Weit voraus, über
Nebel und Gischt, hebt sich das Land des Jenseits. Wir alle haben im
Leben ein Land des Jenseits zu suchen. Mehr können wir nicht
wünschen. Es liegt an uns, den Weg dorthin zu finden. Ein weiter Weg,
ein mühseliger Weg steht uns bevor; was tut's! Die Stimme ruft, wir
folgen ihr gebannt. ..."
Aus der Rede Fridtjof Nansens an die Jugend
am 3. November 1926 in Schottland

Liebe Mitglieder und Freunde der Gemeinde,
mit den Worten „Einsegnung“ und „Aussegnung“ wird in der christlichen
Tradition seit vielen Jahrhunderten das Leben zwischen der Konfirmation und
dem Tod umfasst. Diese Zeit soll „überschattet“ sein von der Wirkenskraft des
Christus. Im alten Verständnis drückt sich darin die Hoffnung aus, dass Christus
dem Menschen helfend und schützend zur Seite stehen möge.
In der Christengemeinschaft heißt es in dem erneuerten Sakrament der
Konfirmation, dass der Mensch von der Kindheit zur Jugend aufsteigt und
Christus in seinen Lebenskräften, Seelenmächten und Geisteszielen wirksam
sein möge. Dieser Aspekt der Jugend gilt für das ganze Leben, und es ist
offensichtlich, dass damit nicht eine körperliche Jugendlichkeit und Frische
gemeint sein kann.
Kinder wachsen allmählich in einem überschaubaren und geschützten Umfeld,
geführt und begleitet von verantwortlichen Menschen, heran. Sie bilden so
Fähigkeiten und Gewohnheiten aus, die Halt und Grundlage für das weitere
Leben sind. In der Pubertät ereignet sich der Schritt in die Selbständigkeit. Es
erwacht der Wunsch und die Sehnsucht, Neues zu entdecken und zu schaffen.
Nur Vertrautes fortzuführen, kann es nicht mehr sein. Mit der eigenen
Phantasie aus dem Geiste heraus Neues zu denken, das vielleicht noch nie
zuvor so gedacht wurde, wird möglich.
In diesem lebendigen Grenzbereich zwischen irdischem Bewusstsein und der
Sphäre des Geistigen können wir dem Christus-Wirken begegnen, uns mit ihm
verbinden. Diese Möglichkeit der Jugend bleibt für das ganze Leben, von der
Einsegnung bis zur Aussegnung. Im kultischen Vollzug der Einsegnung, der
Konfirmation, wird dieses Wirken in besonderer Weise vor unser Bewusstsein
gestellt und wir dürfen es als Segnung den jungen Menschen für ihr weiteres
Leben mitgeben.
Es grüßt Sie herzlich Ihr

                         Friedlieb Häckermann

 

 

 

 

 

 

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