Die Christengemeinschaft in Kiel

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Gemeinde!
Der Tod Christi, seine Auferstehung, das leere Grab, seine
Himmelfahrt – wie soll ein Mensch das alles verstehen? Nur
die Vögel im Baum leben, so scheint es, weiter wie eh und je...
Diese Gedanken kamen mir beim Betrachten des alten Reliefs
der Himmelfahrt Christi.
In der Apostelgeschichte spricht der Evangelist Lukas über die
Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt:
„Er hatte sich ihnen auch nach seinem Leidensgang als der
Lebendige erwiesen in vielen Begegnungen; vierzig Tage
hindurch ließ er sich von ihnen schauen und sprach mit ihnen
vom Reiche Gottes. Als er so mit ihnen zusammen war, gebot
er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern auf die
Verheißung des Vaters zu warten: Ihr habt sie von mir gehört,
so sagte er. Denn Johannes taufte mit Wasser, ihr aber sollt im
heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.
Sie, die da zusammengekommen waren, fragten ihn: Herr, wirst
du dann in dieser Zeit das Reich für Israel wiederherstellen?
Er sagte zu ihnen: Es kommt euch nicht zu, die Zeiten oder
Augenblicke zu wissen, die der Vater seiner eigenen
Entscheidung vorbehalten hat. Aber ihr werdet die Kraft des
heiligen Geistes empfangen, der sich auf euch niedersenkt, und
so werdet ihr meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa
und Samarien und bis an die Enden der Erde.
Und als er so sprach, wurde er vor ihren Augen emporgehoben;
eine Wolke entzog ihn ihren Blicken.“ (Apostelgeschichte 1,1-9)
Die Frage, die auch heute in vielfältiger Hinsicht empfunden
und gedacht werden mag, ob ER alles wieder so herstellt, wie
es früher war, lässt er unbeantwortet. Vielmehr spricht er
davon, dass sie zu Pfingsten im heiligen Geist getauft werden
sollen. So werden sie für ihren weiteren Weg und Auftrag
vorbereitet, nämlich über die ganze Erde hin als Zeugen der
Christuskraft aufzutreten. Wer sich auf das Christentum
einlässt, dessen Leben bleibt nicht wie es war, der bekommt es
mit Christus zu tun.
In den sieben Selbstaussagen des Christus, den „IchBin-
Worten“, wie sie im Johannesevangelium stehen, finden wir
Anhaltspunkte dafür, wie und wo wir seinem gegenwärtigen
Wirken „auf die Spur kommen“ können. So heißt es im
Gleichnis vom „wahren Weinstock“ (Joh. 15): „Ihr seid schon
rein durch das Wort, das ich euch verkündet habe.“ Sein Wort
hat eine reinigende Wirkung. Wir können es hören, wenn wir
achtsam sind auf das, was unser Ich spricht. Oft ist es leise
gegenüber dem, was unser Begehren, unsere Angst, unsere
Klugheit oder der bloße Wille sagen. So wir es aber hören, kann
jeder auf die Fragen, die sich ihm stellen, seine Antwort finden.
An Himmelfahrt zieht sich der Meister zurück, um uns Menschen
mit dem gegebenen Rüstzeug nun eigenverantwortlich
Erfahrungen machen zu lassen in dem Bemühen, sein Zeuge zu
sein, ein Zeuge für das Ich des Menschen.
Mit herzlichen Grüßen

                         Friedlieb Häckermann

 

 

Kontakt

Raphael-Kirche

Hofholzallee 25
24109 Kiel
Deutschland

Email
Puevfgratrzrvafpunsg-Xvry@tzk.qred.xmg@leiK-tfahcsniemegnetsirhC