Die Christengemeinschaft
Tübingen

Gemeindebrief

Tübingen, 27.09.2026

Liebe Gemeinde, 

Am 29. September und in den darauffolgenden 4 Wochen feiern wir die Michaelizeit. Es werden entsprechende Evangelieninhalte gelesen. Auffällig ist es, dass es in diesen Texten unter anderem um die Gewänder, um die Hüllen geht. Im Matthäusevangelium sind es hochzeitliche Gewänder, in der Apokalypse weisse Gewänder und im Epheserbrief wird der Mensch aufgefordert eine Waffenrüstung anzulegen. Es wird von einer Gewandung gesprochen, die der Mensch anzulegen hat. Das Gewand ist Bild für die Umhüllung, die der Mensch in seiner Verbindung mit der geistigen Welt erfährt; er wird von ihr liebevoll umfangen, wird von den Kräften der Gotteswelt umkleidet. Wenn er dies ablehnt, kann er nicht in sie eintreten. Diese Umhüllung kann vom Menschen aber auch zum Schutz gegen die Kräfte der Widersacher gestaltet werden. Indem wir die Liebesnähe des Göttlichen aktiv ergreifen und zu den Kräften der christlichen Tugenden bilden, eignen wir uns das verliehene Gewand erst richtig an und machen es zu Panzer, Helm, Schild, Gürtel und Schuh, die uns Schutz und Halt in unseren Seelenkämpfen bieten können.

Die Rüstung ist unser Schutz. Als Waffe wird nur das Schwert genannt – aber es ist das Schwert, das Christus am Kardienstag in der Auseinandersetzung mit seinen Gegnern benutzt. Es sind innere Kämpfe, mit denen wir reichlich zu tun haben. Durch innere Kämpfe sollen wir die Nähe der göttlichen Welt erfahren und ihre Kraft einsetzen lernen.

Es kann sehr hilfreich sein mit dem Epheserbrief 6, 10-18 einige Zeit zu leben, um sich umhüllende und schützende „Gewänder“ zu bilden. Sie können sich als Tugenden durch eigene Aktivität und göttliche Kraft bilden: der Gürtel der Wahrhaftigkeit, der Panzer des höheren Seins, die Schuhe des Friedens, der Schild des Glaubens, der gegen die Angriffe des Bösen schützt, der Helm der Gewissheit, dass wir von der göttlichen Führung nicht verlassen sind. Und nicht zuletzt sollen wir das Schwert des Geistes ergreifen, welches ist das Wortwirken Gottes. Wir sollen achten, was und wie wir miteinander reden und einander zuhören, um einen anderen zu verstehen. Auf diese Weise kann eine Gemeinschaft der Mitstreiter für das Gute gebildet werden.

Wie Sie dem Programm entnehmen können, findet auch in diesem Jahr eine Michaelitagung in Stuttgart statt. Die Regionalversammlung wird dieses Mal in Stuttgart-Möhringen stattfinden.

An den Mittwochabenden werden wir uns wie gewohnt mit vielfältigen Inhalten beschäftigen. Wir freuen uns, dass Fr. Berreth an vier Abenden vor einer Veranstaltung mit uns wieder für die Erfrischung unserer Lebenskräfte Eurythmie machen wird.

Erfreulicher Weise wird dieses Programm durch eine Reihe künstlerischer Darbietungen bereichert.

Hr. Lackner bietet einen Gebetskreis an – es geht ihm um Einüben verschiedener Gebetstechniken und gemeinsames Gebet in der Gruppe, um es als stärkende Kraft zu erleben. Herzlich eingeladen sind alle Menschen, die sich eingehend mit dem Wesen des Gebetes beschäftigen möchten.

Am 18. Oktober wird unsere neue Praktikantin Anna Pastuschenko aus der Ukraine sich vorstellen. Wir freuen uns, dass sie bei uns bis Juni 2027 ihr Praktikum ausüben kann.

Es grüßen Sie sehr herzlich
Roland Lackner und Richard Dzidzaria