Richard Wagners letzte Oper nannte er „Ein Bühnenweihfestspiel“. Allein darin kommt schon eine hohe Bedeutung zum Tragen… In der Waldorfpädagogik wird Wolframs Parzival-Epos sogar eine ganze Schulepoche gewidmet. In drei Akten wird erzählt, was vor 2000 Jahren an Karfreitag geschah, wie die Gralsritter zum Gral und dem Speer kamen, wie dieser heilige Speer von Klingsor entwendet wurde und er dem Gralskönig Amfortas an gleicher Stelle wie den Christus verwundete. Eine bedeutende Rolle hat die Gralsbotin Kundry, die einst im Leben der Herodia IHN am Kreuze verlachte. Nun sucht sie von Welt zu Welt ihm wieder zu begegnen. Seither harren sowohl die Ritter als auch Kundry auf Erlösung durch den, von dem es heißt: „Durch Mitleid wissend, der reine Thor. Harre sein, den ich erkor“. Und das ist Parsifal, der sich bei der ersten Begegnung wie ein Thor verhält und erst viele Täler
passieren muss, um Amfortas und auch Kundry zu erlösen. Er wird der neue Gralskönig.
So die Kurzform eines beinahe fünfstündigen Werkes, dessen Libretto Eunike Engelkind mit Gesangseinlagen in einer guten Stunde gestaltet.