„Israel/Palästina ist in vielfacher Hinsicht das „Kreuz der Erde“ — geografisch, historisch, kulturell und vor allem auch religionsgeschichtlich. Zunächst werden wir kurz darauf schauen, wie geworden ist, was heute so umkämpft in der Welt einen Knotenpunkt und Fokus der Weltaufmerksamkeit bildet, was für die Bewohner nicht zum Segen zu sein scheint, aber so ungeheuer lehrreich sein kann für jeden, der in diese Region eintaucht. Über die Vergangenheit wird man sich nicht immer einigen können, es gibt so viele Narrative, die Gegenwart ist komplex und für viele Menschen traumatisch. Aber: Könnte es nicht wenigstens eine gedeihliche Zukunft für die Menschen geben? Wenn wir einzelne Menschenschicksale anschauen, wird deutlich, wie ungeheuer verquickt die Lebenswege sind, und dass wir das Gut-Böse-, Schwarz-Weiss-, Opfer-Täter-Narrativ und viele Ängste und Traumata hinter uns lassen müssen, wenn es fruchtbar weitergehen soll. Können wir alle etwas von diesen Widersprüchen lernen, auch für unsere eigenen Konflikte im Großen und Kleinen?
Nur wenn wir bereit sind, die Nöte des jeweils anderen zu sehen und mitzufühlen, und uns auf die Gottes-Ebenbildlichkeit des Mitmenschen zu besinnen, werden wir lernen, einander wirklich anzuerkennen und damit Frieden in der eigenen Seele fühlen können. Oder, wie es ein Aktivist sagte: Hoffnung hat man nicht, aber man kann sie sich machen, schaffen, sie verschenken…
Praktische Erfahrungen mit diesen Fragen sammeln wir seit fast 30 Jahren in der Begegnungsarbeit in Galiläa, wo wir Möglichkeiten geschaffen haben, über die ethnischen, kulturellen und religiösen Grenzen hinaus miteinander am „Menschsein“ zu arbeiten und dabei auch die Verwandlung der Erde nicht zu vergessen…“
Das Heilige Land ist ein Lehrmeister – wo bleibt der Friede auf Erden?
Vortrag mit Ilse Wellershoff Schuur
