Cello & Schiller

mit Ewa Straszewska und Heide Mende-Kurz

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Cello & Schiller
Foto: pexels-pixabay-462510-cello

ein kurzweiliger Musik- und Literaturabend
3. Solo-Suite für Cello von J.S. Bach und Gedichte und Texte (aus dem 23. Brief der ästhetischen Erziehung) von F. Schiller

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

warum ist die ästhetische Erziehung des Menschen für Schiller ein zentrales Anliegen?

Er möchte erfahrbar machen, dass Schönheit nur aus dem eigenen Ich heraus wahrgenommen wird. Je mehr schöne Dinge sich um mich versammeln, desto wohler fühle ich mich in der Welt. Die Worte mich und sich – beide enthalten die Konsonanten M und S und den Vokal I – symbolisieren das schöpferische Zusammenspiel von Individuum und Umgebung. Unsere Sprache ist voller geistiger Geheimnisse. Schiller setzt dem Schönheitsbegriff die Krone auf mit dem Satz:

„Die Wahrheit ist nichts, was so wie die Wirklichkeit oder das sinnliche Daseyn der Dinge von außen empfangen werden kann; sie ist etwas, das die Denkkraft selbsttätig und in ihrer Freiheit hervorbringt.“


Warum also lässt Schiller in seinem Gedicht „Das Ideal und das Leben“ die Zeile ertönen:

„Nehmt die Gottheit auf in euren Willen,
und sie steigt von ihrem Weltenthron“?


Ist das nicht ein Bild dafür, sich selbst in die Hand zu nehmen?