Zeitschrift »Die Christengemeinschaft«

In der Möglichkeit, anderen Menschen etwas zu wünschen. was ihnen förderlich sein kann, erfahren wir auch im Alltag konkret unsere religiöse Kraft. Was sich bei Segnen in Wort und Gebärde der Welt um uns herum mitteilt, kommt zwar durch unser Bemühen in Bewegung, aber es geschieht nicht allein aus uns selbst - wir erbitten es von Gott her.

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Bei aller Gleichberechtigung wirken in unserem Alltag doch immer wieder die Hierarchien. Und wie oft bleibt hier der bittere Geschmack der Ungerechtigkeit zurück, wenn »die oben« ihre Macht spielen lassen. - Sich da auf die Tatsache zu besinnen, dass vor Gott alle Menschen gleich sind, bringt eine Freiheit, die uns auch für das Alltägliche stärkt.

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Auch wenn unsere Welt bis ins Kleinste erforscht ist, wird das Geheimnis in ihr nicht schwinden. Noch geheimnisvoller ist der Mensch und ist Gott selbst. Das aber dürfen wir positiv verstehen und brauchen nicht enttäuscht sein über den deus absconditus, den verborgenen Gott, der auch als prinzipiell unerkennbar verstanden wurde. Im Geheimnis nämlich liegt ein Reichtum, dem wir uns immer neu zuwenden können.

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Die Welt steht uns gegenüber und manchmal auch feindlich entgegen. Aber wir können nicht sein ohne sie und suchen beständig nach dem Gleichgewicht zwischen Abgrenzung und Vereinigung mit ihr. Es gehört zu unseren vorrangigen Entwicklungsaufgaben, trotz aller Widerständigkeit die Gemeinschaft mit unserer Umgebung zu finden, ohne uns von ihr vereinnahmen zu lassen. Wie machen wir das?

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Gerechtigkeit und Hilfe für Notleidende lassen sich einfordern. Der Rechts- und Sozialstaat kann auf dieser Ebene einiges ordnen und leisten. Aber das eigentliche Elend kann er nicht lindern. Das kann die Barmherzigkeit, denn nur in ihr liegt die Freiheit, die hilft, ohne damit nur ein Gesetz zu erfüllen, sondern allein deshalb, weil sich einer hat anrühren lassen – in seinem Herzen. Lässt sich das auch lernen und üben?

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Die meisten von uns haben oder machen zu viel. So klagen wir immer über fehlende Zeit. Entschleunigung, Entrümpelung und Verzicht um unseres Glückes willen – das können wir uns inzwischen gut vorstellen. Vielleicht ist die Genügsamkeit sogar eine Sehnsucht geworden. Die aber unterscheidet sich deutlich von der alten Sehnsucht nach immer mehr, weil sie eine Fähigkeit von uns verlangt, die wir erst lernen müssen.

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Soziale und vor allem kommunikative Berührungsflächen werden immer zahlreicher und vielfältiger. Sie können uns ebenso bereichern wie anstrengen und zerstreuen. Wo lassen sich die inneren und äußeren Orte finden, von ­denen aus wir dieser Fülle durch Sammlung die Balance halten?

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Wunder widersprechen dem, was wir aus unserer Erfahrung und Kenntnis der Naturgesetze erwarten. Und doch gehören gerade auch sie zu unserer Erfahrung, denn wer hat nicht schon einmal das »Unerklärliche« erlebt und darüber gestaunt. Wunder berühren uns tief in unserem Selbstverständnis als rational denkende Menschen, die doch auch das Unerwartete, das »Übernatürliche« erleben, ohne das es gar nichts Neues in der Welt gäbe.

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Gnade ist immer ein Geschenk. Wir haben kein Recht auf sie, und niemand kann sie sich verdienen. Gleichwohl kann man etwas für sie tun, nämlich: in Beziehung treten. Das Ringen um den Gottesbezug oder auch um das echte menschliche Verhältnis gerade da, wo es unmöglich erscheint, das bahnt den Weg der ­Gnade – ohne Garantie und dennoch wirklich.

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