Predigt der Woche

Predigt der Woche
Foto: Luis Peralta

Das Gespräch mit der Samariterin 

Zur heißesten Stunde des Tages –  die Sonne steht im Zenit –  kommt Jesus an eine Quelle und bittet um Wasser. Wenn man die Geschichte liest – und nochmals liest – muss man sich immer mehr darüber wundern, dass keine Antwort auf seine Frage kommt. Auch die Samariterin, die gekommen ist, um Wasser zu schöpfen, bekommt keinen Tropfen. Sie lässt sogar ihren Wasserkrug stehen, als sie in ihr Dorf zurückkehrt, obwohl doch beide zu dieser Stunde erschöpft und durstig sind. Warum kein Wasser, obwohl es doch eine Quelle dort gibt? Stattdessen kommt es zu einem Gespräch, welches mit Unverständnis beginnt und dann endet mit einem Erkennen. Diese Begebenheit erinnert an die Aussprache in Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie:

„Was ist erquicklicher als Licht?“ „ Das Gespräch.“

Jesus sprach Worte von tiefer Bedeutung; Worte, die die menschliche Seele zutiefst erreichen, wenn wir sie wirklich beherzigen. Alles, was Er sprach, kann in uns zu einer Quelle werden.

Die Frau, die Ihn anfänglich nicht verstehen konnte, die Ihn plötzlich begreift durch ihren erwachenden Glauben und als Christus erkennt in dem Menschen, der vor ihr steht – vielleicht hat auch sie Ihm durch diese Begegnung zu trinken gegeben. Denn so, wie wir Menschen, dürstet auch Gott: ein tiefes Verlangen erfüllt Ihn nach dem, was aus unseren Herzen zu Ihm strömt. Jesus sagt darüber: „denn auch der Vater sucht solche, die Ihn verehren.“ (Johannes 4,23). Gott wartet nicht nur auf uns, Er sucht uns!

In Christus offenbart Gott sich uns Menschen, erschöpft und durstig.

Gib Ihm, der von seinem unendlich langen Weg über die Erde erschöpft ist, zu trinken – von deinem Glauben, deiner Hoffnung, deiner Liebe.

Verfasst von Bastiaan Baan, Priester

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