Das Leben in der Christengemeinschaft hat seinen Mittelpunkt im Vollzug der Sakramente, durch die die verschiedenen Ereignisse des Lebens in Gemeinschaft geheiligt werden. Diese Sakramente folgen bestimmten Gesetzmäßigkeiten: Sie werden in einem kultischen Rahmen zelebriert, mit festgelegten Gewändern, einem unveränderlichen Wortlaut und Ablauf. Als lebendiger Organismus unterstützen und begleiten die Sakramente die unterschiedlichen Stationen der menschlichen Biografie. Sie offenbaren, was sich hinter dem natürlichen Entwicklungsweg des Menschen verbirgt.
So entstehen im Laufe eines Lebens sieben bedeutende Themenkomplexe, die den Rahmen der Sakramente bilden:
- Taufe: Geburt und vorgeburtliches Leben
- Konfirmation: Wandlung des Leibes und Erdenreife
- Menschenweihehandlung: Die Aufgabe der Gemeinschaft
- Beichte: Wofür geschieht das, was mir geschieht?
- Trauung: Einigung der Polaritäten
- Priesterweihe: Berufung und Gemeinschaft
- Heilige Ölung: Verbinden und Loslassen
Zusätzlich zu den sieben Sakramenten gibt es ein Bestattungsritual und eine Sonntagshandlung für Kinder, die mit Beginn des Schulalters stattfindet. Alle Sakramente der Christengemeinschaft zielen von Anfang an darauf ab, die Freiheit des einzelnen Menschen zu fördern und ihm Raum für persönliche Entfaltung zu geben.