Die Christengemeinschaft
Chiemgau

Informationen zum Gemeindeleben

„Denn am Ende sind wir alle
Pilgernd Könige zum Ziel“

J.W. v.Goethe


„Jetzt, wo der Christus wiederum im Ätherischen erscheinen soll, wo wiederum eine Art Mysterium von Golgatha erlebt werden soll, jetzt wird das Böse eine ähnliche Bedeutung haben wie Geburt und Tod für den vierten nachatlantischen Zeitraum. Im vierten nachatlantischen Zeitraum entwickelte der Christus Jesus seinen Impuls für die Erdenmenschheit aus dem Tode heraus. Und man darf sagen: Aus dem erfolgten Tode heraus wurde das, was in die Menschheit einfloss. – So wird aus dem Bösen heraus auf eine sonderbare, paradoxe Art die Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitraums zu der Erneuerung des Mysteriums von Golgatha geführt. Durch das Erleben des Bösen wird zustandegebracht, dass der Christus wiederum erscheinen kann, wie er durch den Tod im vierten nachatlantischen Zeitraum erschienen ist.“

Rudolf Steiner am 20. September 1924


Prien, im Januar 2026

Liebe Freunde und Mitglieder der Christengemeinschaft im Chiemgau,

einige Themen und Veranstaltungen, die in unserer Gemeinde angeboten wurden. Zeitweise konnte sogar ein großes Bild im Weiheraum gezeigt werden mit Christus zwischen Luzifer und Ahriman. Das ist ein Motiv, das immer wieder im Werk von Rudolf Steiner zu finden ist. Ein anderes Thema in seinem Werk ist das der Wiederkunft Christi im Ätherischen, dem „größten Geheimnis unserer Zeit“, das aber nicht Geheimnis bleiben, sondern mehr und mehr eine wirkliche Erfahrung werden soll.

Gerade hat die Epiphaniaszeit begonnen, die dritte Festzeit im Tiefwinter, in der ein Beginn mit den drei Königen an den Beginn eines neuen Kalenderjahres gestellt wird. Diese Könige oder Sterndeuter und -sucher begegnen auf ihrem Weg zu dem neu geborenen Kind dem Herodes in Jerusalem (ein dunkler König in der Stadt des Friedens). Das mag bedeuten, dass ihr Weg sie zuerst zu der Stadt führt, in der Christus sterben wird, bevor sie an den Ort von Jesu Geburt kommen, um dort dem zukünftigen Christusträger die Ehre zu erweisen. Ja, Christus ist auf die Erde gekommen, um zu sterben, um den Tod zu überwinden und um aufzuerstehen. Auf dem Weg zu dem Christus-Geheimnis begegnen die Könige dem falschen König, dem Herodes, der – wie es im Oberuferer Dreikönigspiel sehr deutlich zur Darstellung kommt – von Ahriman beeinflusst und inspiriert wird. Aber dem Kind selbst kann er nicht schaden.

Weiter sind im neuen Programm „Werkstattgespräche“ verzeichnet, für die ich Mitglieder der Gemeinde zu einem besseren Kennenlernen einlade. Dabei zeigt es sich, dass Adressen, die ich habe, nicht mehr stimmen, oder dass es auch andere Fehler in der Adressverwaltung gibt. Das erfreuliche ist aber immer das Gespräch und die Begegnung. Gerne kann der ein oder andere zu einem Gespräch dazukommen, auch wenn er nicht direkt angeschrieben wurde.

Im März werde ich für eine Woche verreist sein. In dieser Zeit wird mich Dieter Hornemann vertreten. An einem Abend hält er einen Vortrag, in dem er die Frage nach der Inkarnation Ahrimans, von der Rudolf Steiner vor 100 Jahren in verschiedenen Vorträgen gesprochen hat, behandelt. Dieser Vortrag bekommt eine musikalische Umrahmung durch Margit Schellenberger an der Harfe.
Ein Klavier-Konzert bietet Katerine Antonova an. Sie schreibt dazu, dass sie mit großer Freude die Herzen der Zuhörer mit ihrem Klavierspiel berühren möchte. Ein Konzert zugunsten der Christengemeinschaft und der Ukraine.

Zu ihrem Vortrag „Für die Welt“ hat Sabine Krüger folgende Gedanken aufgeschrieben: „ Es wird im Großen wie im Kleinen deutlich, wie schwierig das Zusammenleben und Zusammenwirken einzelner Menschen und Völker heute ist. Wir haben unterschiedliche Impulse und Herangehensweisen. Das was am anderen anders ist, wird mehr und mehr etwas, an das wir anstoßen. Trotzdem miteinander leben und tätig sein zu können, ist nicht nur eine Aufgabe unserer Zeit, sondern eine Notwendigkeit, wenn wir friedlich zusammenleben und aus dem, was sich an Fähigkeiten bei dem Einzelnen gebildet hat, Zukünftiges schaffen wollen. Rudolf Steiner hat die höchste Dringlichkeit dieser Frage erkannt und ergriffen. Er hat in der Neugründung der Anthroposophischen Gesellschaft (Weihnachten 1923) eine Gemeinschaft gegründet, die sich über die ganze Erde spannt. Er hat durch die Stiftung der Menschenweihehandlung aus den Geistigen Welten geholfen, den Raum auf Erden zu schaffen, in dem sich echte religiöse Gemeinschaft aus dem freien Individuum bilden kann. Wir wollen Charakteristiken nachspüren, die sich in diesen Gemeinschaftsbildungen zeigen und sie ermöglichen.“

Weitere Termine für die Weihehandlungen in Bad Aibling konnten bis zum Schreiben des Programms noch nicht vereinbart werden.

Auch wenn die Weihnachtszeit vorrüber ist, darf etwas von der Innerlichkeit des Weihnachtserlebens mit in das neue Jahr gehen können. Das wünsche ich Ihnen!

Mit lieben Grüßen für die kommenden Wochen!

Veit Zschiesche


Das aktuelle Gemeindeprogramm zum herunterladen