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Betrachtung zum 3. Sonntag nach der Sternenzeit
Die Evangelienlesung der gerade vergangenen Fastnachtswoche (Lukas 18) erzählt die Geschichte vom reichen Jüngling, der nach dem ewigen Leben fragt. Als Antwort bekommt er den Auftrag, den eigenen Besitz zu verkaufen und den Erlös an die Armen zu verteilen. Danach soll er dem Christus folgen.
Dem reichen Jüngling folgt nun in dieser Woche die Versuchung Christi nach der Taufe (Matthäus 4). Auf den ersten Blick sieht man da keinen Zusammenhang.
Aber versuchen wir das so zu hören, dass es uns selbst angeht. Dass der Wunsch nach dem ewigen Leben von uns selbst kommt – denn das Leben mit Christus ist ja das ewige Leben. Und dass der Auftrag, Jünger Christi zu werden und Ihm zu folgen, auch uns selbst gilt.
Was passiert, wenn wir dieser Aufforderung folgen?
Ja – dann kommt die Versuchung. Denn das gleiche, was Christus nach der Taufe erlebte, trifft auch alle, die Ihm folgen wollen.
Auf dem Weg der Nachfolge begegnet jeder der Eitelkeit – dem Gefühl, etwas Größeres zu sein, als man ist. Nicht etwa in dem Sinn, dass im eigenen Wesen noch viele Entwicklungs–möglichkeiten liegen, sondern in der Illusion, man könne gleich und ohne Mühe groß sein.
Auf diesem Weg kommt auch die Versuchung, „Gott auf die Probe zu stellen“. Da möchte man einerseits die vermeintliche eigene Besonderheit den Mitmenschen vorführen, anderer–seits sich selbst versichern, dass man in dieser Besonderheit von Gott wahrgenommen wird.
Dann kommt noch die Versuchung, das zu tun, was man gar nicht kann. Doch, wird uns eingeflüstert, doch, du kannst es!
Christus selbst hat uns das Werkzeug in die Hand gegeben, um solchen Versuchungen widerstehen zu können:
- Dass wir Ihm allein dienen sollen und uns bewusst machen, dass Er uns liebt und zu seinen Jüngern macht. Dabei weiß Er genau, wie wir sind. Wir müssen uns nicht vor Ihm verstellen und versuchen, jemand anderes zu sein;
- Dass wir Seine Hilfe nicht herausfordern, sondern wach bleiben. Denn Er zeigt uns Seine Liebe und hilft uns immer wieder in unserem Alltag;
- Dass wir immer aufmerksamer dafür werden, wo eine Begegnung mit Ihm gewesen ist, wie diese uns ernährt und unterstützt hat.
So können wir in diesen zwei Evangelien den Anfang eines Weges erkennen: den Weg der Nachfolge Christi zur Passion.
Xenia Medvedeva
Priester in der Christengemeinschaft
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