Betrachtungen

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Betrachtung zum 2. Sonntag nach Michaeli - 06. November 2022

Gott gab Johannes die Apokalypse, damit dieser sie weitergibt.
Was ist denn Apokalypse? – Die Offenbarung dessen, was geschehen wird. Johannes der Apokalyptiker ist derselbe Johannes, der die innere Kraft hatte, unter dem Kreuz Christi zu stehen. Bei der Apokalypse hatte er die Kraft, die weltgewaltigen Bilder dieser Offenbarung nicht nur zu schauen, sondern sie auch aufzuschreiben und weiterzugeben.

Zuerst sendet er Briefe mit unterschiedlichen Botschaften an die Gemeinden. Es sind sieben an der Zahl. Einerseits geht es dabei um reale Gemeinden in Kleinasien, und andererseits können wir sie als Urbilder aller Gemeinden in der Welt verstehen und anschauen. Sie sind sehr unterschiedlich, und so bekommen sie auch unterschiedliche Botschaften von dem Wesen, das Johannes am Tag des Herrn erschienen ist.

Dieses Wesen wird so beschrieben: „Und ich wandte mich um, ihn zu sehen, dessen Stimme zu mir sprach. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und inmitten der Leuchter ein Wesen gleich dem Menschensohn…“ (Offenbarung 1, 12–13)

Wenn man versucht, seine eigene Gemeinde zu beschreiben und dann solche an anderen Orten oder in anderen Kontinenten, wird einem sehr bald klar, wie unterschiedlich sie sind – in der äußeren Erscheinung, in den Gewohnheiten usw. Aber all diese unterschiedlichsten Gemeinden sind in einem – in Einem – miteinander verbunden. Diese Verbundenheit wird in dem ersten Kapitel der Apokalypse deutlich sichtbar.
Da wird nach der Beschreibung des Menschensohnes ein Geheimnis geoffenbart, indem der Menschensohn selbst einen Teil des Bildes, das Johannes schaut, deutet: „...das Geheimnis… die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden“ (Offenbarung 1, 20).

Der Menschensohn ist das Wesen, das inmitten der Gemeinden erscheint, damit sie um Ihn leuchten können. Seine Verbundenheit mit den Gemeinden in aller Welt können wir am Altar erleben, wenn die sieben Kerzen darauf leuchten. Derjenige, der da erscheinen wird, ist auch der, der alle Gemeinden – ja, alle Menschen – verbindet.

Xenia Medvedeva,
Priester in der Christengemeinschaft

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