Am 23. August verschmelzen um 11:45 Uhr zwei Ereignisse im Gemeinde-saal zu einem einzigen! Zum einen ist es die Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern von Hans-Wolfgang Roth aus Stade. Der Künstler hat dazu einen denkwürdigen Titel formuliert:
„… will werden wesenhaft wie wesentlich – Malerei und Zeichnung im spielenden Kreisen um den Johannesprolog“
Er schreibt dazu: „Ausgangs- und Anknüpfungspunkt für die meisten der Gemälde waren die von mir einst angefertigten ‚144 Zeichnungen‘ zu den ersten 12 Worten des Johannesprologs. – Im Bereich der Zeichnung gaben spontan gesetzte Tuscheflecken Anlass für das Entwickeln und Herausarbeiten von sich begegnenden Menschen und Tieren.“
Und inmitten der Bilder kommt es zu einer Aufführung mit Künstlern verschiedener Genres: Der sanfte Wille (IV) – Improvisationen mit zweckfreier Handlung (Hans-Wolfgang Roth, Wolfgang Voigt), Tanz (Ulrike Wallis, Francesca Heiss), Stimme (Angelika Remlinger), Saxophonen (Andreas Krennerich) und Piano (Thomas Reuter).
Als Gruppe treffen wir uns an zwei Wochenenden im Jahr zu Fragen, die unsere geistige Existenz als Künstler betreffen; daraus erwachsen praktische Begegnungs-Übungen, die viel mit Unvoreingenommenheit, Aufmerksamkeit und Geistesgegenwart zu tun haben.
Das Ideal dieser Zusammenarbeit würde ich wie folgt skizzieren: Der „sanfte“ Wille, empfangend, nicht egozentrisch, welt-offen: Ich wird zum Instrument, auf dem der „Weltgeist“ musiziert. Der Einzelne als Organ im Organismus des Ensembles, das Ensemble als Organ im Organismus Welt. Und alle wahr-nehmenden Mit-Anwesenden sind darin einbegriffen.
Thomas Reuter