Die Christengemeinschaft
Hannover

Ostern │ Himmelfahrt │ Pfingsten │Johanni 2026

Willkommen

Liebe Gemeinde,

neulich hatte ich während einer längeren Zugfahrt die Möglichkeit, einen Vortrag von Wolfgang Held[1] nachzuhören. Ein Gedanke daraus hat mich im Nachhinein besonders beschäftigt. Vor einigen Jahren hieß es: Willst du spirituell werden, musst du den Körper überwinden. Heute geht es jedoch in der Spiritualität darum, in den Körper hineinzukommen, in die Verkörperung, in die Inkarnation, d.h. in „carne“ also in das „Fleisch“ zu kommen.

Sind wir nicht seit unserer Geburt verkörpert?

Bei dieser Frage fällt mir auf, wie oft ich eigentlich zwar im Körper bin, jedoch gar nicht vollständig, also wirklich mit allen Sinnen präsent darin lebe. Dann bin ich vielleicht mehr irgendwo in Gedanken, teilweise abwesend beschäftigt mit irgendeinem Ereignis der Vergangenheit oder einer Sorge vor etwas, was vielleicht möglicherweise in Zukunft sein könnte. Dann kann es vorkommen, dass ich etwas irgendwo abgelegt habe, mich jedoch beim besten Willen nicht mehr an diese Handlung erinnern kann. Was bedeutet nun also wirklich, vollständig mein ganzes verkörpertes Sein zu bewohnen, ganz im Hier und Jetzt präsent zu sein und so zu handeln, dass ich mit allen Ebenen geistig-physisch anwesend bin? Das wäre ein Zustand, der mir wie die Erfüllung eines Wunschzustandes vorkommt und den ich lediglich in kleinen Momenten schon erlebt habe, von dem ich jedoch konstatiere, dass ich ihn im Alltag nicht so ohne weiteres erreichen kann. Ein Pfingst-Geschenk wäre das. Geist und Materie wären im Gleichklang miteinander verbunden.

Auch wenn dieser Zustand ein Erfüllungsziel beschreibt, so kann ich dennoch einen Weg dahin erkennen. Ich kann meinen Fokus darauf lenken, was mir wichtig erscheint. Ich kann mich mit meinen Sinnen einem Gegenüber zuwenden, mich interessieren für das, was ich über die Sinne wahrnehmen kann. Ich kann verbindliche, verlässliche Beziehungen aufbauen zu dem, was mich umgibt und zu mir selbst.

Diese Fähigkeit, so beschreibt es Wolfgang Held, hat KI nicht. KI ist körperlos und ohne Moralität, ohne Verantwortlichkeit. Gerd Scobel, ein Journalist und Fernsehmoderator sagt dazu: „Je mehr wir uns mit der Körperlosigkeit von KI beschäftigen, desto wichtiger wird unser eigener Körper. KI hat kein Gesicht. Sie kann nicht hungern, nicht leiden, nicht sterben. Deshalb kann sie auch nicht die ethische Dringlichkeit vermitteln, die aus Verletzlichkeit wächst.“ Es geht hier also längst nicht mehr um das Sammeln von Wissen. Unser Menschsein lebt von unseren gewachsenen Beziehungen. Und Beziehungen leben von der gelebten Begegnung und dem Umgang mit unserem ganzen Menschsein mitsamt unseren verletzlichen Bereichen, unseren Schwächen, unseren noch nicht bewohnten Räumen, in denen noch Entwicklungsmöglichkeiten schlummern. Und diese menschliche Qualität können wir nicht dadurch erwerben, dass wir wissen, wie es geht, sondern indem wir sie leben und durch Schmerz und Fehler, durch Scheitern und Lernen immer etwas mehr vom Dasein im verkörperten Zustand begreifen.

Indem wir uns also verkörpern, im Hier und Jetzt eine gelebte Verbindung zwischen Geist und Materie mit allen Unzulänglichkeiten leben lernen, können wir Moralität entwickeln und Verantwortung übernehmen.

In unserer unübersichtlichen, von rasanten Veränderungen, Widersprüchlichkeiten und komplexen Zusammenhängen gekennzeichneten Zeit kann die Frage auftauchen, worauf es nun eigentlich ankommt? Was geschieht gerade an notwendigen Entwicklungsschritten und wo liegt meine persönliche Aufgabe in dem Ganzen? Ohne Verkörperung jedenfalls kann lebendige Entwicklung nicht stattfinden. Unser Wissen verändert noch nichts. Echte Veränderungsprozesse brauchen unser Begreifen auch in den tieferen Schichten des Menschseins.

Wolfgang Held entwickelt in seinem Vortrag den Gedanken, dass es sein könnte, dass wir in unserer Zeit eine große revolutionäre Entwicklung auf geistiger Ebene durchlaufen, vergleichbar mit der Neolithischen Revolution vor 10 bis 12.000 Jahren. Damals ging es vom Sammeln und Jagen hin zum Gärtnern und Pflegen. Ist es vielleicht für uns heute so, dass es nicht mehr auf das Sammeln von Wissen allein ankommt, sondern vielmehr auf das Pflegen, das lebendige Umgehen mit den Inhalten. Dass wir das, was wir wissen, auch leben. Practise, what you preach – Setz um, was du predigst, könnte ein Ausspruch in diese Richtung sein. Dass wir ernst machen mit dem, was wir bereits wissen. Dass wir das, was wir als wahr erkennen, verkörpern und leben lernen. Dieses Leben braucht Wiederholung, wächst durch immer wieder erneutes Pflegen, Bewegen, erneutes Tun. Wie beim kultischen Geschehen, wo wir Begegnung von Gottesgeist und Materie leben, pflegen, immer wieder aufs Neue tun. Daraus kann eine Frieden-tragende Kraft ausströmen, die Menschen in ihrem individuellen Leben stärken kann. Diese Kraft bestärkt uns in unserem Wesenskern. Sie kann uns helfen, uns trotz der Wirrnisse und Ängste unserer Zeit vertrauensvoll in unser Leben hinein zu „verkörpern“, um nach und nach immer mehr in der Lage zu sein, geistesgegenwärtig im Sinne des Friedens handeln zu können.

Herzliche Grüße, auch im Namen meiner Kollegen,

Ihre Felicia Holland

Vorhaben und Veranstaltungen

Einladung zur Mitgliederversammlung

Liebe Mitglieder und Freunde der Christengemeinschaft in Hannover,

per Aushang haben wir gemäß unserer Satzung bereits fristgerecht gemeindeöffentlich zur Gemeindeversammlung am Samstag, den 9. Mai, 15:30-18:00 Uhr im Gemeindehaus in der Ellernstr. 44 eingeladen. Dies möchten wir hier im Gemeindebrief noch einmal wiederholen.

Folgende Tagesordnung ist geplant:

• Begrüßung, einleitende Betrachtung

• Bericht des Gemeinderats über seine Arbeit im Jahr 2025
mit Ausblick 2026

• Bericht aus dem Gemeindeleben

• Austausch über mögliche akustische Maßnahmen in der Kirche (siehe auch folgender Beitrag)

• Austausch über weiteres Vorgehen mit der Orgel

                            – Pause mit kleinem Imbiss –

• Präsentation Wirtschaftsbericht 2025 und

• Beschluss über den Haushaltsplan 2026 

• Bericht der Rechnungsprüfer

• Entlastung des Gemeinderats

• Dank an die Rechnungsprüfer

• Verabschiedung von Michael Görisch

• Wahl der Rechnungsprüfer 2026

• Sonstiges

• Kultischer Abschluss in der Kirche

Mit herzlichem Gruß

der Gemeinderat

Gestalt und Atem der Gemeinde – Akustik in der Kirche

Im letzten Gemeindebrief hatten wir berichtet, dass wir im Gemeinderat nach Wegen gesucht haben, trotz des ruhenden Umgestaltungsprozesses der Kirche eine Lösung für die weiterhin vorhandenen akustischen Schwierigkeiten zu finden. Uns ist bewusst, dass es Menschen gibt, denen der Text des Kultus so vertraut ist, dass sie keinen Mangel empfinden, wenn sie nicht alle Worte verstehen können. Wir haben aber auch eine Verantwortung gegenüber den vielen Menschen, die entweder aus genau diesem Grund seit langem nicht mehr kommen oder aber gar nicht erst eine Beziehung dazu finden.

Als wir 2022 vom Akustikbüro Krämer+Stegmaier aus Berlin ein ausführliches Gutachten über den Kirchenraum erhielten, zeigte sich, dass die Probleme im Wesentlichen in zwei Bereichen auszumachen sind: in der Kuppel über dem Altar und in den Seitenkonchen (den Nischen neben dem Altar). Das heißt: wenn man hier etwas tut, lassen die Probleme sich lösen. Vor einem Jahr hatten wir einen Architekten beauftragt, für die Maßnahmen an der Kuppel eine Kostenschätzung zu erstellen. Es zeigte sich, dass dies bei einer Größenordnung von 100.000 Euro jenseits des gegenwärtig Machbaren liegt.

Die Berechnungen des Akustikers hatten gezeigt, dass die Sprachverständlichkeit deutlich verbessert würde, wenn man die Seitenkonchen schallschluckend schließt. Dazu liegen uns bereits erste Erfahrungen vor: Als wir vor rund 4 Jahren probeweise die Raumgestalt verändern wollten und die Nischen deshalb provisorisch mit einfachem Stoff zugehängt hatten, erlebten viele Menschen als „Nebeneffekt“ eine merkliche Verbesserung der Sprachverständlichkeit. Als wir die Stoffe nach 2 Jahren wieder entfernten, waren die ersten Worte der Weihehandlung fast vollständig verschluckt.

Ein weiterer Faktor, der die Akustik verbessert hat und in dem Akustik-Gutachten seinerzeit gar nicht berechnet wurde, sind die Stoffbahnen, die hinten quer in der Kirche hängen. Wenn sie an einem Sonntag mal geöffnet sind, verstärkt auch diese kleine Veränderung den Nachhall erheblich. In der jetzigen Ausführung mit dünnen Stoffbahnen sind sie aber weder ein schöner Anblick, noch sind sie langfristig haltbar.

Bei der Mitgliederversammlung am 9. Mai möchten wir Sie zu einem Austausch über diese Fragen einladen. Das Anliegen ist, die Akustik langfristig spürbar zu verbessern. Da dies aber nicht ohne gestalterischen Eingriff möglich ist, möchten wir hören, wie Sie darüber denken.

Die Decke der Aufbahrungskapelle haben wir im Sommer mit hell lasierten Brettern auf Lücke abgehängt, hinter denen schallschluckende Dämmwolle liegt. Der unangenehme Nachhall war dadurch aufgehoben, und da die Maßnahme in Eigenleistung erbracht werden konnte, fielen ausschließlich Ma­te­ri­alkosten an. In dieser Bauart wäre es möglich, die Seitenkonchen akustisch wirksam zu verschließen, aber nicht mit „ollen“ Stoffbahnen, die schnell verschmutzen und nicht schön aussehen, sondern in einer schönen und haltbaren Form. Die Flächen würden in Leichtbauweise ausgeführt, so dass sie sich wieder entfernen lassen, wenn die Gemeinde zu einem späteren Zeitpunkt eine andere langfristige Umgestaltung der Kirche wünscht. Für die Vorhänge im hinteren Bereich der Kirche ließe sich ebenfalls eine schönere, solidere Lösung finden.

Damit Sie sich eine erste Vorstellung bilden können, haben wir unten das ungefähre Aussehen einer solchen Maßnahme in den Konchen simuliert. Das Holz wird auf jeden Fall im Farbton weniger herausstechen, wir bitten das Bild also nur als Skizze zu verstehen.

Der Gemeinderat

Konche rechts vom Altar (Süden), mögliche Veränderung mit Holz

Traditionelle und moderne Klänge aus Georgien, Chor „Qirioni“

Sonntag, 10. Mai, 17:00 Uhr

Mehrmals haben wir hier schon georgische Musik mit ihrer ungewöhnlichen

Mehrstimmigkeit wahrnehmen dürfen, auch vor gut einem Jahr schon von dem georgischen Chor Qirioni. Etwa 15 SängerInnen sind beteiligt unter der Leitung von Davit Kintsurashvili (Einstudieren und Dirigieren) und Tinatin Tsereteli (Stimmbildung). Der Chor besteht seit ca. drei Jahren und hat mittlerweile mehrere Konzerte erfolgreich durchgeführt, u.a. bei den Hannoverschen Chortagen 2024. Zu dem Repertoire des Chores gehören sakrale und weltliche Lieder, darunter auch das Liedgut der sogenannten städtischen und zeitgenössischen Folklore.

Davit Kintsurashvili ist Oberstufen-Musiklehrer an der Waldorfschule am Maschsee neben vielerlei anderen musikalischen Aktivitäten. Tinatin Tsereteli ist Sängerin-Songwriterin, Musikdozentin und Kulturwissenschaftlerin. Die vielfach aktive Musikerin bringt mit ihrem gleichnamigen Soloprojekt TINATIN ein besonderes Crossover aus Soul, Jazz und Pop auf die Bühnen in Norddeutschland. Mit ihrer Band wurde sie im Sommer 2019 von einer Fachjury als Repräsentantin der UNESCO City of Music in Italien und Tschechien ausgewählt. Ihre Wurzeln liegen in Tiflis/Georgien, die Wahlheimat ist Hannover. Weiteres findet man unter ihrem Namen im Internet, insbesondere bei YouTube.

Jochen Butenholz

Fest-Ansprachen vor der Michael-Statue

Seit mehreren Jahren bieten wir jeweils zu Beginn einer Festeszeit im Anschluss an die Weihehandlung eine Fest-Ansprache in der Kirche an. Der Ort vor den Altarstufen, wo der Redner dann steht, ist erfahrungsgemäß ein Punkt, von dem aus die Sprache besonders schwierig zu verstehen ist.

Seit dem Tod von Peter Lampasiak haben wir Bestattungen immer vor der von ihm gestalteten Michael-Statue im hinteren Bereich der Kirche zelebriert, was sich auch aus diesem akustischen Grund sehr bewährt hat. Inzwischen haben wir dort auch einige Taufen gefeiert.

Seit Ostern halten wir ebenfalls die Fest-Ansprachen an dieser Stelle, und es scheint sich auch hier zu bewähren. So wird auch am Donnerstag, den 14. Mai, die Fest-Ansprache, die Jochen Butenholz anlässlich des Himmelfahrtstages anbietet unter dem Titel: „Wie auf Erden, so im Himmel“, sowie die Ansprache zu Johanni „Christus und die Erde“ wieder vor dieser Statue gehalten werden. Wir bitten alle, die daran teilnehmen möchten, sich nach der Weihehandlung dort auf den Stühlen einzufinden.

Die Pfarrer

Himmelfahrts- und Pfingstbegegnung

mit der Anthroposophischen Gesellschaft und den Waldorfschulen

Himmelfahrt, 14. Mai, 15– 18 Uhr im Rudolf-Steiner-Haus, Brehmstraße 10

Pfingstsonntag, 24. Mai, 15 – 18 Uhr in unserem Gemeindesaal

Auch in diesem Jahr führen wir die Tradition dieser Gemeinschafts-Arbeit fort. Folgende Themen sind geplant:

– Himmelfahrt:

Das Erlebnis der Geistesgegenwart – Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten

Vortrag mit Bildbetrachtung und Gespräch: Klaus Walther, Oberstufenlehrer

Uhr Christus im Himmel / Christus im Menschen

Vortrag und Gespräch mit Dr. Christian Meyer- Radkau

Musikalischer Auftakt und Ausklang: Johanna Udert

– Pfingsten:

Marienleben zu Pfingsten – Meditation und soziale Geste

Annette Brandt, Lehrerin; Hildegard Wiethan, Lehrerin i.R.; J. Butenholz

Musikalischer Auftakt und Ausklang: NN

Vernissage Rainer Oestereich-Rappaport, Konzert Eliška Vlčková

Licht und Farbe – Ausstellung in der Christengemeinschaft Hannover 16. Mai bis 2. Juli 2026 mit Vernissage am Samstag, 16. Mai, 17:00 Uhr

Das Licht überhaupt ist ein zentrales Element des Lebens. Immer wieder wird seit Jahrhunderten in der Malerei versucht den unglaublich vielen Facetten des Lichts und der Atmosphäre gerecht zu werden, es einzufangen, den Moment festzuhalten und aufzubewahren. Ein ganz Großer dieses Metiers war J. W. Turner, dessen Darstellungen heute noch das Publikum bezaubern. Auch der amerikanische Maler E. Hopper hat immer wieder das Licht seines Landes eingefangen und mit dem Licht seelische Stimmungen ins Bild gebracht, die sonst eigentlich nicht darstellbar sind.

In dieser Ausstellung habe ich vorwiegend Werke kombiniert, welche der Farbstimmung in abstrakten Bildern nachgehen, inspiriert von dem „Farbenbogen, der die Welt umspannt“

Rainer Oestereich-Rappaport

Ich freue mich, dass nach mehreren Jahren wieder einmal Bilder von Rainer Oestereich-Rappaport aus Aachen hier ausgestellt werden können. Er ist hauptberuflich Architekt, und in meiner Marburger Zeit habe ich in Marburg und Siegen insgesamt viermal mit ihm bauen dürfen.

Die Präsentation seiner Bilder wird umrahmt von Klaviermusik der jungen tschechischen Pianistin Eliška Vlčková, die hier vor einigen Monaten schon einmal einen sehr eindrücklichen Auftritt gehabt hat. Sie wird Werke von Bach (Chromatische Fantasie und Fuge), Beethoven (Sonate Es-Dur op. 27 Nr. 1) sowie Rachmaninow spielen (Étude-Tableaux d-Moll, Op. 39 sowie als Höhepunkt die sogenannten Corelli-Variationen Op. 42).

Jochen Butenholz

Einladung nach Hildesheim mit Führung in St. Godehard

Liebe Gemeinde in Hannover,

am Samstag, den 30. Mai, möchten wir Sie gerne zu einem Besuch in Hildesheim einladen. Wir beginnen mit der gemeinsamen Menschenweihehandlung um 10:00 Uhr im Eurythmiesaal der Freien Waldorfschule, Eingang von der Albrecht-Haushofer-Str. 1a, 31139 Hildesheim.

Anschließend fahren wir zur BasilikaSt. Godehard am St. Godehardsplatz 3, 31134 Hildesheim, wo wir eine Führung zu dieser zwischen 1133 und 1172 erbauten Benediktinerkirche bekommen. Anschließend besteht die Möglichkeit, fußläufig in einem Café eine Imbiss einzunehmen.

Wir bitten um vorherige Anmeldung bei

Christine Hohenberger      05121 – 87 69 58

Angelika Ahrens                05121 – 225 11

Die Ros ist ohn Warum“ – Matinee Frauenkammerchor

Der vocaLumen.Frauenkammerchor ist unserer Gemeinde nicht unbekannt, und doch hat sich sein klangliches Erscheinungsbild im Laufe der Jahre gewandelt – und noch verbessert, wie wir hoffen. Wir arbeiten gezielt an Fragen des Klanges und der Intonation, darüber hinaus versuchen wir, dem Ausdruck und den stilistischen Besonderheiten eines jeweiligen Werkes so nahe wie möglich zu kommen.

Am Sonntag, den 31. Mai um 11:45 Uhr werden im Gemeindesaal sowohl „weltliche“ als auch „geistliche“ A-Cappella-Stücke verschiedenster musikgeschichtlicher Epochen erklingen. Die Spanne reicht von der Frührenaissance bis in die Gegenwart, und so hören wir Werke von John Dunstable, Clemens non Papa, Gregor Lange, Leonhard Lechner, Bartholomäus Gesius, Adam Gumpelzhaimer, Fanny Hensel (geb. Mendelssohn), Siegfried Thiele und Thomas Reuter.

Nicht zuletzt sind es die vertonten Texte – teils Dichtungen von großer geistiger Tragweite – , die uns Freude machen! Einige davon werden wir im Konzert auch rezitieren, nämlich die von Thiele und mir vertonten Epigramme von Angelus Silesius. Hier das wohl bekannteste davon:

Die Ros ist ohn Warum; sie blühet, weil sie blühet,

Sie acht nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.

Thomas Reuter

Averroes zum 900. Geburtstag

Am 14. April 1126, also vor 900 Jahren, wurde in Cordoba (Andalusien) Abū l-Walīd Muhammad ibn Ahmad Ibn Ruschd, kurz Ibn Ruschd, latinisiert Averroes, geboren. Er war ein andalusischer Philosoph, muslimischer Gelehrter, Jurist, Arzt und arabischsprachiger Schriftsteller, dazu Hofarzt der berberischen Dynastie der Almohaden von Marokko. Er verfasste eine medizinische Enzyklopädie und fast zu jedem Werk von Aristoteles einen Kommentar. In der christlichen Scholastik des Mittelalters, auf die er großen Einfluss ausübte, wurde er deshalb nur als „der Kommentator“ bezeichnet, so wie Aristoteles gelegentlich nur „der Philosoph“ genannt wurde.

Die christlich-scholastischen Denker, allen voran Thomas von Aquin, ebenfalls ganz auf Aristoteles bezogen, erlebten in der Denkweise des Averroes eine außerordentlich gefährliche Wendung, da dessen Gedanken zur Leugnung der geistigen Persönlichkeit des Menschen und damit seiner persönlichen Unsterblichkeit führen mussten. Daraus ergaben sich die vielleicht härtesten Geisteskämpfe der menschlichen Geschichte.

Ich möchte am 13. April beim Geselligen Nachmittag versuchen verständlich zu machen, wie zwei so brillante Denker in denselben Fragen zu so unterschiedlichen Ergebnissen kommen konnten.

Jochen Butenholz

Nachbarschaftsfest

Seit einigen Jahren hat sich eine schöne Tradition herausgebildet: Ein Nachbarschaftsfest von und für Friedrich-Rittelmeyer-Haus, Michael-Bauer-Haus und Christengemeinschaft. Musik, Kaffee und Kuchen, Gespräch und Begegnung, kultischer Abschluss bilden den bewährten Rahmen. In diesem Jahr hoffen wir am Freitag, dem 12. Juni von 14:00 – 17:00 Uhr auf geeignetes Frühsommer-Wetter. Nähere Informationen demnächst im Wochenbrief.

Jochen Butenholz

Julian Pflugmann spielt die letzten drei Beethoven-Sonaten

Im vergangenen Herbst hatte Julian Pflugmann mit den drei Klavier-Sonaten von Brahms bei uns viel Begeisterung hervorgerufen. Seitdem ist dem jungen deutsch-chinesischen Pianisten eine besondere Ehre zuteilgeworden: Am 31. Dezember durfte er im Rahmen eines Neujahrskonzerts in Peking das bekannte chinesische Klavierkonzert „Yellow River“ gemeinsam mit dem Beijing Symphony Orchestra in der Großen Halle des Volkes aufführen. Der Saal mit rund 10.000 Plätzen war ausverkauft, das Konzert wurde landesweit im Fernsehen übertragen.

Wenn er nun am 14. Juni um 17:00 Uhr die drei letzten Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven bei uns spielt, ist sicher wieder mit einer ausgesprochen temperamentvollen Darstellung zu rechnen.

Jochen Butenholz

Sommerkurse: Schüler Rudolf Steiners

Das vergangene Jahr stand stark im Zeichen des 100. Todestages Rudolf Steiners. Als Ausklang stehen dieses Jahr beim Sommerkurs Biografien bedeutender Schüler Steiners im Fokus, die auf je eigene Weise geholfen haben, die Anthroposophie in der Welt wirksam werden zu lassen:

Kurs 1:

Donnerstag, 2. Juli, 19:30 Uhr

Friedrich Rittelmeyer – Gründer der Christengemeinschaft

Donnerstag, 9. Juli, 19:30 Uhr

Michael Bauer – Lehrer, Helfer
und Freund führender Anthroposophen

Donnerstag, 16. Juli, 19:30 Uhr

Ita Wegman – Erneuerung der Mysterien-Medizin

Zu Friedrich Rittelmeyer, dem Gründer und ersten Erzoberlenker der Christengemeinschaft, und Michael Bauer, seinem Lehrer und Freund, stehen wir in Hannover in besonderer Verbindung als Namensgeber unserer Senioren-Einrichtungen. Dabei ist Rittelmeyer als öffentliche Person der viel Bekanntere, während Bauer aufgrund seiner Krankheit ratend und tragend im Hintergrund bleiben musste. Dabei war er in der Überzeugung vieler damaliger Anthroposophen der am geistig weitesten entwickelte Schüler Steiners. Als dritten möchte ich Ita Wegman dazustellen, die durch ihre Impulse und intime Zusammenarbeit mit Steiner die so fatal ins Materialistische abgerutschte Medizin wieder auf eine spirituelle Grundlage gestellt hat.

Jochen Butenholz

Kurs 2:

Donnerstag, 23. Juli, 19:30 Uhr

Albert Steffen – Dichter seiner Zeit

Donnerstag, 30. Juli, 19:30 Uhr

Albert Steffen – jahrzehntelang prägender Anthroposoph
und Christusbote

Donnerstag, 6. August, 19:30 Uhr

Herbert Hahn – Mitbegründer der Waldorfschule
und Garant ihres christlichen Kultus

Der Dichter und „Schöngeist“ Albert Steffen hat in vielen Bereichen die Anthroposophische Gesellschaft geprägt und zugleich ein bedeutendes dichterisches Werk geschaffen: Romane, Gedichte, Dramen, Essays und ein Opernlibretto. Von ihm zu erzählen, braucht Raum. Ich will versuchen, seiner vielfältigen (und vielleicht auch widerspruchsvollen) Persönlichkeit gerecht zu werden, und Weleda Jensch wird aus seinen Gedichten lesen. Dazu passt in einem dritten Abend der Blick auf den „Ur-Waldorflehrer“ Herbert Hahn, der zugleich von Rudolf Steiner mit bedeutungsvollen Aufgaben gewürdigt und beladen wurde. Das Merkwürdige: er hatte zugleich eine arglose, fast kindhafte Lebensart. Ich freue mich auf diese sommerlichen Begegnungsmöglichkeiten! 

Frank Hörtreiter 

Vernissage der Bilderausstellung Hans-Wolfgang Roth mit Werkstatt-Aufführung „Der sanfte Wille“ (IV)

Am 23. August verschmelzen um 11:45 Uhr zwei Ereignisse im Gemeinde-saal zu einem einzigen! Zum einen ist es die Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern von Hans-Wolfgang Roth aus Stade. Der Künstler hat dazu einen denkwürdigen Titel formuliert:

„… will werden wesenhaft wie wesentlich – Malerei und Zeichnung im spielenden Kreisen um den Johannesprolog“

Er schreibt dazu: „Ausgangs- und Anknüpfungspunkt für die meisten der Gemälde waren die von mir einst angefertigten ‚144 Zeichnungen‘ zu den ersten 12 Worten des Johannesprologs. Im Bereich der Zeichnung gaben spontan gesetzte Tuscheflecken Anlass für das Entwickeln und Herausarbeiten von sich begegnenden Menschen und Tieren.“

Und inmitten der Bilder kommt es zu einer Aufführung mit Künstlern verschiedener Genres: Der sanfte Wille (IV) Improvisationen mit zweckfreier Hand­lung (Hans-Wolfgang Roth, Wolfgang Voigt), Tanz (Ulrike Wallis, Francesca Heiss), Stimme (Angelika Remlinger), Saxophonen (Andreas Krennerich) und Piano (Thomas Reuter).

Als Gruppe treffen wir uns an zwei Wochenenden im Jahr zu Fragen, die unsere geistige Existenz als Künstler betreffen; daraus erwachsen praktische Begegnungs-Übungen, die viel mit Unvoreingenommenheit, Aufmerksamkeit und Geistesgegenwart zu tun haben.

Das Ideal dieser Zusammenarbeit würde ich wie folgt skizzieren: Der „sanfte“ Wille, empfangend, nicht egozentrisch, welt-offen: Ich wird zum Instrument, auf dem der „Weltgeist“ musiziert. Der Einzelne als Organ im Organismus des Ensembles, das Ensemble als Organ im Organismus Welt. Und alle wahr-nehmenden Mit-Anwesenden sind darin einbegriffen.

Thomas Reuter

Für Kinder

Himmelfahrt – Sonntagshandlung unter freiem Himmel

auf dem Rodelberg in Grasdorf/Laatzen

Am Donnerstag, den 14. Mai, feiern wir wieder auf dem Rodelberg in Laatzen mit den Kindern unser Himmelfahrtsfest mit der Sonntagshandlung unter freiem Himmel, die es nur einmal im Jahr gibt, und anschließendem gemeinsamen Picknick.

Wir treffen uns gegen 12.00 Uhr. Alle Eltern, Kinder, Großeltern – kurz: alle, die gern dabei sein möchten, sind herzlich willkommen. Das Fest findet auch bei Regen statt, deswegen bitten wir passende Kleidung entsprechend mit­zu­brin­gen! Wer mag, kann gern etwas für ein gemeinsames anschließendes Picknick mitbringen.

Wegbeschreibung: Wenn man in südlicher Richtung auf der > Hildesheimer Straße stadtauswärts fährt, geht nicht weit hinter dem „aquaLaatzium“ rechts eine kleine Straße ab, der > Peterskamp. Dort fährt man ein kurzes Stück, so weit man darf, und parkt dort das Auto. Geradeaus geht es weiter in den Peterskamp hinein, vorbei am Sportplatz des VfL Grasdorf e.V., bis rechts der > Quetzenbleek abgeht.

Dann steht man vor dem so genannten Rodelberg, einer schönen kleinen Erhebung, umgeben von schützenden Büschen und Bäumen. Dort oben werden wir einen Altar errichten und alle Kinder wie gewohnt mit einer kleinen Einstimmung empfangen.

Felicia Holland • Claudio Holland

Pfingstfest

Auch unser Pfingstfest ist inzwischen so beliebt, dass jedes Jahr trotz Ferien eine schöne Schar Kinder kommt. Am Pfingstsonntag, den 24. Mai, feiern wir nach der Menschenweihehandlung um 11:15 Uhr die Sonntagshandlung für die Kinder mit dem Pfingst-Hymnus (Einstimmung um 11:05 Uhr), und im Anschluss daran finden wir uns um 11:45 Uhr zu dem schlichten, schönen Fest in der Kirche ein, bei dem die Flamme vom Himmel auf die Pfingstkerze hinunterspringt – wer es noch nicht kennt, wird überrascht sein…

Claudio Holland

Mitteilungen

Zur Situation von Jochen Butenholz

Liebe Gemeinde der Christengemeinschaft in Hannover,

das Leben ist auf Wechsel eingestellt, so sagte einst Goethe. Panta rhei, alles fließt, meinte Heraklit. Sie hatten Recht und es wird so bleiben für die, welche mit dem Christus zu tun haben. Da ist immer Werden.

Am 1. Mai dürfen wir den 70. Geburtstag von

Jochen Butenholz

feiern. Er hat die Leitung der Christengemeinschaft gebeten zu diesem Zeitpunkt zur Hälfte emeritiert zu werden. Im September 2021 hatte Herr Butenholz mit Rücksicht auf die Berufstätigkeit seiner Frau und die familiären Notwendigkeiten darum gebeten, zu einem Viertel von seinen beruflichen Pflichten befreit zu werden. Haben Sie das bemerkt? Es ist immer so eine Sache bei den Priestern. Im Allgemeinen sind sie zu 200 % mit ihrer Berufung verbunden – auch dann, wenn sie zeitlich oder finanziell nur teilzeitbeschäftigt sind und man ein fehlendes Teil nicht erlebt.

Jetzt möchte Herr Butenholz, dass dieser Schritt bemerkt wird, auch dann, wenn er bei den 50 % noch g a n z berufen ist. Es soll wirklich ein gewisser Schritt zurück aus der Alltagsverantwortung sein und ein Schritt hinein in eine andere Lebensgestaltung. Die Kollegen werden die konkreten Aufgaben unter sich verteilen und Sie informieren.

Die Priesterschaft dankt ihrem Kollegen durch die Leitung der Christengemeinschaft dafür, dass er bereit ist, noch einige Zeit mit halber Last die Geschicke der Gemeinde in Hannover mitzutragen!

Herzlich grüßt Joachim Paulus

WICHTIG: Korrekte Bezeichnung bei Überweisungen

Seit kurzen sind alle Banken verpflichtet, bei jeder Überweisung zu überprüfen, ob der Name der Person oder Institution, an die man etwas überweist, korrekt ist. Ist die Bezeichnung nicht korrekt, dann bekommt man von der Bank einen Hinweis mit der Frage, ob die Überweisung trotzdem durchgeführt werden soll mit dem Risiko, dass das Geld an einen anderen Adressaten geht. Wenn man unserer Gemeinde etwas spenden wollte, reichte es früher, dass man den Betrag an die „Die Christengemeinschaft Hannover“ oder auch nur an „Die Christengemeinschaft“ mit Angabe der korrekten IBAN überwies.

In Zukunft ist es wichtig, als korrekten Adressaten bei jeder Überweisung zu schreiben:

„Die Christengemeinschaft in Niedersachsen KdöR“

SozialBank

IBAN: DE08 3702 0500 0007 4298 00

Der Gemeinderat

Garten-Not und Garten-Frühstück

Seit vielen Jahren trägt Martina Kost die Verantwortung für unseren Garten und insbesondere die Versorgung der großen Blumenvase am Altar. Eine gewisse Zahl helfender Hände unterstützt, was von einem allein überhaupt nicht leistbar wäre.

Nun machen sich bei Frau Kost alters- und gesundheitsbedingte Einschränkungen geltend und erfordern einen weitgehenden Rückzug von den bisherigen Aufgaben.

Die Frage, wie es weitergehen soll, ist nicht leicht zu beantworten, insbesondere nicht im Kreis der bisherigen Helfer. Aus diesem Grunde möchten wir alle Gemeindemitglieder, die aktives Interesse an unserem Garten haben, zu einem Garten-Frühstück einladen, insbesondere auch Menschen, die bisher nicht dabei waren. Bei Kaffee und Brötchen soll in hoffentlich größerer Runde gemeinsam geschaut werden, was realisierbar ist.

Die bisherigen Helfer werden persönlich eingeladen; wer sonst noch zu kommen bereit ist, möge mir bitte eine kurze Nachricht zukommen lassen, damit ich die Zahl der Brötchen abschätzen kann.

Termin: Samstag vor Pfingsten, 23. Mai, um 11:00 Uhr. Wer an diesem Termin nicht kann, aber Interesse hat, melde sich bitte auch bei mir.

Jochen Butenholz


[1] „Warum wir Künstliche Intelligenz brauchen“. Vortrag von Wolfgang Held vom 28. Januar 2026 in der Anthroposophischen Gesellschaft in Stuttgart, nachzuhören bei youtube wenden, aber die Nächstenliebe ist ein menschheitliches Ideal, dass es schon in früher vorchristlicher Zeit (3. Mos. 19,18) und auch im Islam (Koran, Sure 42,23) gibt. Im Grunde handelt es sich darum, ein guter Mensch zu sein.