Die Christengemeinschaft
Hannover

nach Johanni │ Michaeli │ nach Michaeli 2026

Willkommen

Liebe Gemeinde,

„Hattest du schöne Ferien?“ – Diese Frage stelle ich gerne den Kindern, wenn ich sie nach mehreren Wochen im neuen Schuljahr wiedersehe. Aber was sind ei­gent­lich „Ferien“? Dazu gehört auf jeden Fall, dass man ausspannen kann, dass man sich erholt und Abstand zum Alltag gewinnt. Und gleichzeitig möchte jedes Kind in dieser Zeit etwas Besonderes erleben.

Das Wort „Ferien“ leitet sich vom lateinischen „feriae“ ab und be­deutet „Festtage“. Es geht also um ein Fest, um etwas Besonderes. Wenn es gut geht, fühlen die Kinder sich danach innerlich erfrischt, vielleicht sogar über den Alltag erhoben. Aber wie macht man das mit Kindern? Um aus einem Fest etwas wirklich Besonderes zu machen, wird es oft angefüllt mit viel Rummel, mit besonderen Highlights. Das allein führt aber noch nicht unbedingt dazu, dass es fest­lich wird. Manchmal erreicht man bei den Kindern damit sogar das Gegenteil von Erfrischung.

„Fest­lich“ bedeutet kei­nes­wegs, dass es förmlich oder steif ist. Zum Fest wird der Alltag da, wo es gelingt, das Normale zu erhöhen, so dass es einen Glanz be­kommt: wo das Mittagessen beim Geburtstag ein Rittermahl wird; wo man sich als Prinzessin ver­klei­det; wo man beim Kuchenbacken noch einen eigenen kleinen Puppenkuchen mitbacken darf; wo das Getränk aus dem Lieblingsbecher noch besser schmeckt. Es geht darum, ein Erlebnis über das All­tägliche zu erheben und dadurch festlich werden zu lassen.

„Wir erheben jetzt die Gedanken und Empfindungen…“ So beginnt die Sonntagshandlung für die Kin­der. Hier wird ein Fest gefeiert. Damit das nicht eine von außen aufgesetzte Frömmigkeit ist, wird alles dafür getan, dass die Kinder sich innerlich erheben können. Aus dem allgemeinen Wirbel vor der Kirche auf der Schaukel laden wir sie zu einer Einstimmung, wo sie still werden können – nicht durch äußere Ermahnung, sondern dadurch, dass jedes Kind innerlich angesprochen wird. Indem sie dann die Schwelle zur Altar überschreiten und gemeinsame die Seele erheben, be­kommt alles Alltägliche, das sie in sich tragen und mitbringen, einen feinen Glanz. Das kann man auch Ferien nennen: dass das Abgegriffene wieder zu leuchten beginnt, dass das Verbrauchte wieder frisch wird.

Auf Englisch wird noch klarer benannt, was Ferien sind: „Holidays“ – heilige Tage. Lassen Sie uns also mit den Kindern jeden Sonntag einen Holiday feiern, einen „heiligen Tag“. Las­sen Sie uns zusammen mit ihnen erfrischende „Ferien“ machen in der kurzen, festlichen Sonntagshand­lung. Es braucht keine Fülle an Highlights, sondern es reichen wenige, festliche Minuten, um sich inner­lich zu erheben und wieder etwas Himmelsglanz zu bekommen. Niemand wird hinterher fragen: „Hat­test du schöne Feri­en?“ Es wäre auch schade, den Himmelsglanz durch analysierende Fragen wieder ins Alltägliche herabzu­zie­hen.

Solche Erlebnisse sind wie Schmetterlingsflügel: Sie leuchten für sich; und sie behal­ten ihren Glanz am schönsten, wenn man sie ansieht, aber die Finger der Neugierde davon lässt.

Mit herzlichen Grüßen, auch im Namen meiner Kollegen, 

Ihr Claudio Holland

Vorhaben und Veranstaltungen

Gestalt und Atem der Gemeinde – zur Akustik

Inzwischen haben wir fast ein Jahr lang Erfahrungen gesammelt mit dem Zelebrieren der Menschenweihehandlungen in der kleinen Kapelle (dem dafür eingerichteten Aufbahrungsraum). Einiges haben wir im Lauf der Zeit verändert. So haben wir die Anzahl der Stühle immer wieder reduziert (auf momentan 8) und den Abstand vom Altar zu den vorderen Stühlen leicht erweitert. Es bleibt ein sehr kleiner Raum, die Akustik ist hervorragend und einige Menschen haben geäußert, dass sie den Eindruck haben, dass der Raum sich angenehm verändert hat.

Wir Priester haben den Eindruck, dass dies eine praktikable Lösung ist als Möglichkeit, am Dienstag, Freitag und Samstag die Weihehandlung in voller Textverständlichkeit für alle Besucher feiern zu können. Wenn mehr als 8 Menschen kommen, können wir leicht und spontan in den großen Kirchen­raum umziehen. Die Weihehandlungen für einen Verstorbenen haben wir jeweils in der großen Kirche gefeiert, weil da in der Regel mehr Menschen anwesend sind. Nach einem Jahr positiver Erfahrung möchten wir dies gerne weiterhin so pflegen.

Felicia Holland • Claudio Holland • Jochen Butenholz

Walther Roggenkamp – ein „Gesicht“ der Anthroposophie

Montag, 7. September, 15:30 – 17:00 Uhr

Am 18. September 1926 wurde der Grafiker und Maler Walther Roggenkamp geboren. Wie vermutlich kein anderer sollte er später das „Gesicht“ der Anthroposophie in der Öffentlichkeit prägen, auch wenn sein eigenes Gesicht eher unbekannt blieb. Er gestaltete viele Bühnenbilder in Dornach und unzählige Weleda-Kalender, auch illus­trier­te er einige Bilderbücher, die eher „Insidern“ bekannt sind. Aber jeder Kunde, der je eine Drogerie betreten hat, kennt den Schriftzug der Weleda. Roggenkamp gelang es, aus der bis dahin etwas hausbackenen „abben Ecke“ ein professionelles Schriftbild zu entwickeln, das sich in der Öffentlichkeit zeigen konnte, ohne den eigenen Ursprung zu verleugnen. Beim Geselligen Nachmittag am Montag, den 7. September werde ich etwas über seine Persönlichkeit erzählen.

Claudio Holland

Elternabend neue Konfirmandengruppe

Mittwoch, 9. September um 19:30 Uhr

Alle interessierten Eltern der Kinder der jetzigen 7. Klassen (ca. 12/13jährige), die eventuell ein Interesse daran haben, in der Christengemeinschaft konfirmiert zu werden, lade ich herzlich ein zu einem ersten Elternabend. Er dient der Information, dem gegenseitigen Eltern-Kennenlernen, der Orientierung über Termine, Möglichkeiten und dem gemeinsamen Austausch. Es geht noch nicht darum, zu entscheiden, wer konfirmiert werden möchte. Die Kinder können auch ohne diese Entscheidung erstmal an den Konfirmandentreffen teilnehmen, um sich eine Grundlage zu bilden, auf derer sie zu einer eigenen Entscheidung kommen können.

Felicia Holland

„Gespräch im Gebirg“, Texte von Paul Celan mit Musik

Donnerstag, 10. September, 19:30 Uhr

Gedichte von Paul Celan gelten manchen Kennern von Lyrik des 20. Jahrhunderts als absoluter Höhepunkt schöpferischer Sprache. Meine ersten studentischen Begegnungen mit diesen Texten waren sehr merkwürdig: Ich hatte den Eindruck, so gut wie gar nichts zu verstehen, und gleichzeitig war ich sofort von der ungewöhnlich starken Musikalität dieser Art des Sprechens eingenommen. Erst nach und nach konnte ich mir die „Inhalte“ bewusst machen, die unauflösbar mit der Form des jeweiligen Gedichtes verquickt sind. Rückblickend kann ich sagen, mein Leben als Musiker und überhaupt als Künstler wäre ohne diesen seitdem durch viele Jahre hindurch wirkenden Ein-Fluss wohl anders verlaufen.

In den 1990er Jahren lernte ich in Kassel den ebenfalls intensiv mit Celan verbundenen SchauspielerAxel Eichenberg kennen, und wir beide haben damals mehrere Aufführungen mit diesen ungewöhnlichen Texten gestaltet, er als Sprecher, ich improvisierend am Flügel. Nach langer Zwischenzeit haben wir nun diesen Impuls erneuert und in der Kasseler Gemeinde einen Abend mit dem Titel „Gespräch im Gebirg“ gegeben. So ist ein höchst ungewöhnlicher, poetischer Prosatext Celans überschrieben, der eine Sonderstellung zwischen all den Gedichten unserer lyrisch-musikalischen Aufführung einnimmt, die wir jetzt in Hannover nochmals realisieren werden.

In einem Interview mit Axel Eichenberg las ich den Satz: „Die vielfältigen Schichten eines Gedichtes wollen im Raum zwischen Du und Ich sich wandelnde Wortgestalt werden. Das Du im Ich und das Ich im Du.“ – Und in einem Celan-Gedicht finden sich die Worte: „Wer / sagt, dass uns alles erstarb, / da uns das Aug brach? / Alles erwachte, alles hob an.“

Thomas Reuter

Klänge von Quellen und Wassern

Sonntag, 13. September, 17:00 Uhr

Quelle als Symbol für Ursprung und Schöpfung von Neuem. Quelle des Lebens, Quelle der Zuversicht. Wasser, das Kraft und Heilung spendet. Wasser als Symbol: alles ist in Bewegung und gleichzeitig immer da.

Ahnung und Geheimnis: Musik des Ursprungs und fließender Bewegung, aber auch des Innehaltens und der Innenschau. Gedichte, die uns in ihrer Rätselhaftigkeit berühren, aber auch künden von einer neuen Zeit, einer künstlerisch-transzendenten Sicht auf das Leben.

Petra Charlotte Bleser und Martin Pohl-Hesse bilden das Duo CordaMota, das hier jedes Jahr sein neues Programm präsentiert. Wir spielen wieder zwei- und vierhändig auf dem Klavier; manchmal wird die Klarinette mit einbezogen.

Wir spielen auf dem Klavier vierhändige Werke von Debussy, Bach, Dvořák, solistisch dann von Messiaen, Janáček, Ravel und einem noch nicht bekannten Komponisten meines Jahrganges (Ali Hoca), der ein wunderschönes Stück über den Blick auf das Meer in Zypern geschrieben hat.

Manchmal wird die Klarinette/Bassklarinette mit einbezogen bei „Spiegel im Spiegel“ von Pärt und dem Stück „Wasserspiele“ von Pohl-Hesse. 

Improvisationen und Rezitationen von Rilke, Lasker-Schüler, George, Verlaine umspielen das gesamte Programm

Wir freuen uns, der Eintritt ist frei, doch Spenden sehr gern gesehen.

Petra Charlotte Bleser

Otto I. – Gemeindeausflug nach Magdeburg

Donnerstag, 17.9., 19:30 Uhr: Vortrag „Otto I. – „Retter der Christenheit“

Samstag, 19. September; Abfahrt 9:00 Uhr: Ausflug nach Magdeburg

Der vorjährige Ausflug nach Gandersheim zu Roswitha hat so viel Anklang gefunden, dass in diesem Jahr eine Fortführung geplant ist – diesmal mit dem Ziel Magdeburg und der Persönlichkeit Ottos I., genannt der Große, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (912 – 973) und damit Zeitgenosse und eng verbunden mit Roswitha von Gandersheim. Durch seinen Sieg 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld über die Ungarn endeten nicht nur deren Invasionen, sondern auch die Erhebungen der Großen des Reiches gegen den König. Zudem erlangte er damit den Nimbus eines Retters der Christenheit, zumal ihm noch im selben Jahr ein Sieg über die Slawen gelang. In der Folge setzte eine kulturelle Blütezeit ein, die als Ottonische Renaissance bekannt wurde. Außerdem entstand durch die gemeinsame Abwehr der Ungarn erstmals ein Zusammengehörigkeits-Gefühl des Deutsch-Seins.

Im Vorbereitenden Vortrag am Donnerstagabend möchte ich versuchen, die Zeitverhältnisse, sein Wirken und seinen Charakter zu schildern und hinzuweisen, wie hier Verhältnisse geschaffen wurden, die bis heute weiterwirken.

Am Samstag soll es dann um 8:30 Uhr mit Privatautos losgehen nach Magdeburg, dem Ort, den Otto sich als „seinen Heimatort“ geschaffen hat, wo er den Dom hat bauen lassen und wo er auch begraben liegt. Wir treffen uns dort zunächst mit den Mitgliedern der (kleinen) dortigen Gemeinde (Filialgemeinde von Braunschweig) zur Menschenweihehandlung in der dortigen Waldorfschule um 11 Uhr. Beim anschließenden Brunch wird Gelegenheit sein, sich gegenseitig kennenzulernen. Zwei sachkundige Magdeburger werden uns dann in den Dom führen und uns über ihn sowie den „Magdeburger Reiter“ Erläuterungen geben.

Das Ende der gemeinsamen Veranstaltung ist für etwa 16 Uhr vorgesehen. Wer noch Kraft und Interesse hat, kann von 18:00 bis 19:00 Uhr im Dom an einer Orgel-Vesper teilnehmen (nach Absprache mit seinen Mitfahrern). Für den Ausflug ist eine Anmeldung erforderlich bis zum 10. September bei mir. Weitere Informationen demnächst als Flyer und im Wochenbrief.

Jochen Butenholz

Voices of Compassion

Samstag, 19. September, 17:00 Uhr

Seien Sie herzlich eingeladen zu einer Veranstaltung der interkulturellen Begegnung mit drei Tibetischen Mönchen, den Musikern Mehdi Aminian aus dem Iran, Anna Sophie Brüning aus Hannover und Felicia Holland.

Auf dem Programm stehen Musik, kleine inhaltliche Impulse sowie Gespräch, Begegnung und Gebet mit Gesang zum Thema Mitgefühl und Menschlichkeit. Mit einer kurzen Pause ist der Zeitrahmen bis 20:00 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei, Spenden für das Tibetische Kloster in Indien, das hunderten von Kindern ein Zuhause bietet, sind sehr willkommen.

Felicia Holland

„Denn Schaffen heißt: aus Nichts erzeugen“ (Ferruccio Busoni)

Freitag, 25. September, 19:00 – 20:30 Uhr

Samstag, 26. September, 11:00 – 13:00 und 14:30 – 16:30 Uhr

Sonntag, 27. September, 11:30 – 12:30 Uhr

Die Liebe zum Wort – auf der Spur der schöpferischen Kräfte

Seminar zum Johannes-Prolog: Angelika Remlinger und Jochen Butenholz

Worterkundungen – Bildbetrachtungen – Klangexperimente

Ist es im Zeitalter der künstlichen Intelligenz nicht eine notwendige Herausforderung, sich der eigenen Kreativität bewusst zu werden? Im Urbeginne war das Wort – der Logos, aus dem alles entstanden ist, und mit dem alles entstehen kann. Diese schöpferische Geisteskraft im Prolog des Johannes-Evangeliums bringen wir in eine Begegnung mit Bildern von Angelika Remlinger, Meditations-Worten von Georg Kühlewind und Klangexperimenten aus verschiedenen Materialien.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Freude am Entdecken der spielerischen Kräfte und am gestaltenden Umgang damit aber hilfreich und erwünscht.

Kosten: Seminar 50 €; Einzelveranstaltung 15 €. Ermäßigung möglich.

Um Anmeldung wird gebeten bei Jochen Butenholz bis zum 20. September.

Jochen Butenholz

Hannah Arendt und Martin Heidegger –  

2 Schicksale im 20. Jahrhundert

1. Donnerstag, 8.10., 19:30 Uhr: „Hannah Arendt ~ Verstehen ist Heimat!“ – Portrait-Theater von und mit Eunike Engelkind, Stuttgart

2. Donnerstag, 15.10., 19:30 Uhr: Martin Heidegger – Größe und Tragik

Jochen Butenholz und Thomas Reuter (Musik)

Lis ist eine junge Weltverbesserin. Im Dialog mit dem Publikum beginnt sie Fragen über den Sinn des Lebens zu stellen. „Ich will verstehen“ tippt sie in den Browser, und da taucht Hannah Arendt auf! Nun wird Hannah sie begleiten und ihre philosophischen Gedanken werden auch für das Publikum greifbar … Ein Portrait-Theater, das zum Mitdenken und Mitgestalten aufruft! Auch für Jugendliche geeignet!

Eunike Engelkind

Der „größte Philosoph des 20. Jahrhunderts“ und die bedeutende politische Publizistin, Entdeckerin der „Banalität des Bösen“ im Eichmann-Prozess. Die Begegnung der beiden 1925 in Marburg ist ein Satyrspiel; es treten auf: eine achtzehnjährige Studentin als Geliebte eines Familienvaters, die „neckische Waldnymphe“ (Heidegger über Arendt), und der „Seeräuber“ (Arendt über Heidegger), die Ostpreußin und der Schwarzwälder, die Jüdin und der Kritiker der „Verjudung des deutschen Geistes“, die amerikanische Publizistin und der Denker, der meinte, „im Politischen weder bewandert noch begabt“ zu sein.

Die Verbindung der beiden machte viele Verwandlungen durch, hielt aber lebenslang. Die Gesten der Schicksale scheinen mir charakteristisch für die vor 100 Jahren begonnene neuere Zeit. Und aktuell ist das Thema nicht zuletzt dadurch, dass Hannah Arendt am 14. Oktober 1906, vor 120 Jahren, in Hannover-Linden geboren wurde.

Jochen Butenholz

Orgelkonzert Vasiliy Antipov

Sonntag, 11. Oktober, 17:00 Uhr

Dies Konzert war schon verabredet, bevor feststand, dass die Orgel so schnell saniert werden würde. Wir lassen es bei der Verabredung, um die nun wiederhergestellte noch einmal genießen zu können.

Es stehen wiederum Werke von Bach und Buxtehude auf dem Programm; beide Meister haben so vieles geschrieben, dass es noch für hundert weitere Konzerte reichen würde.

Jochen Butenholz

„Bewusstsein ist Beziehung“ – Johannes Brahms und Arvo Pärt

Gesprächs-Konzert mit dem Musicon-Quartett

Sonntag, 25. Oktober, 17:00 – 19:30 Uhr

Schon im vergangenen Jahr anlässlich Rudolf Steiners 100. Todestag war das Musicon-Quartett (Kurt Eschmann und Berthold Seifert, Violine; Konstantin Barth, Viola; Johannes Eschmann, Violoncello) bei uns zu Gast. Das Format eines „Gesprächskonzertes“, bei dem nicht nur musiziert, sondern im Gespräch Zugang zu den jeweiligen Kompositionen gesucht wurde, fand großen Anklang. Das veranlasst uns zu einer Wiederholung des Formates, dieses Mal unter dem Leitmotiv „Bewusstsein ist Beziehung“, versucht mit Arvo Pärts Komposition „Silouans song“ von 1991 und Johannes Brahms Quartett a-Moll Opus 51 von 1873. In der Pause gibt es wiederum einen kleinen Imbiss.

Jochen Butenholz

Franz Schubert: Der Tod und das Mädchen

Sonntag, 1. November, 17:00 Uhr

Jette Diepholz, Sopran; Amadeus Heutling und Thorsten Hamann, Violine;

Johanna Udert, Viola; Ludwig Döll, Cello

„Der Tod und das Mädchen“ – ein sowohl schauriges als auch erotisches Motiv, das seit dem 16. Jahrhundert in verschiedenen Kunstgattungen verarbeitet wurde, beispielsweise in der Malerei, der Literatur und der Musik, neuerdings auch im Film. Der personifizierte Tod tritt als Verführer oder gar als Liebhaber einer jungen Frau auf.

Die bekannteste Text-Version ist das Gedicht von Matthias Claudius, das von Franz Schubert vertont wurde. Denselben (nicht authentischen!) Titel erhielt dann sein spätes Streichquartett d-Moll Nr. 14, dessen zweiter Satz Motive aus seinem eigenen Lied variierend aufgreift.

Damit ist angedeutet, was der Inhalt dieses Streichquartetts ist: Die ewige Auseinandersetzung zwischen Jugend und Alter, zwischen Leben und Tod, die Schuberts zentraler Lebensinhalt wurde, als mit 27 Jahren zur Kenntnis nehmen musste, unheilbar krank zu sein. Er starb mit nur 31 Jahren.

Die Zeitlosigkeit des Themas und die unendliche Tiefe seiner Empfindung bewirken den Ruf dieses Stückes als einer der unbestrittenen Höhepunkte aller Kammermusik.

Das Quartett wird ergänzt durch Schuberts Trio-Satz B-Dur, den Quartett-Satz c-Moll sowie das genannte Lied.

Jochen Butenholz

Bruder Klaus’ Feldkapelle

Ein Schweizer baut seinem Nationalheiligen eine Feldkapelle.

2. November um 15:30 Uhr

Der mit dem Pritzkerpreis ausgezeichnete Architekt Peter Zumthor baute in Köln das Diözesanmuseum. Das Bauernpaar Scheidtweiler in der Voreifel hatte ein „gelungenes Leben“ geschafft und wollte Gott und ihrem Bauernheiligen Niklaus von der Flüe mit dem Bau einer Feldkappelle danken, die puristisch und von allem Kitsch entfernt ist: nach oben hin offen, fensterlos, ohne Altar, aber mit überwältigender Stille und Jenseitigkeit. Davon möchten wir Ihnen im Geselligen Nachmittag am 2. November um 15:30 Uhr erzählen.

Ihre Regina und Frank Hörtreiter

Kinder an der Schwelle:

Mut zum Leben in Beziehung zum Sterben

1. Mit Kindern übers Sterben reden?

Donnerstag, 5. November, 19:30 Uhr

Liebe Eltern und Lehrer, vielleicht kennen Sie die innere Hürde, mit Kindern über das Sterben zu reden. Das ist eine sehr herausfordernde Situation. Was soll man sagen, wenn in der Familie oder im näheren Umkreis ein Mensch stirbt und ein Kind dann Fragen stellt? Und wenn diese Fragen vielleicht sehr offen, vorbehaltlos und vielleicht entwaffnend sind? „Was ist da in dem Kasten (dem Sarg) drin?“ „Hat es Opa weh getan, als er gestorben ist?“ „Warum muss denn gerade meine Mutter sterben – das ist so ungerecht?!“

Kinder wollen das Leben verstehen. Der Tod ist ein Teil des Lebens. Um Mut und Zuversicht für das Leben zu gewinnen, ist es wichtig, auch zu diesem Aspekt ein Verhältnis zu finden. Dazu brauchen sie uns Erwachsene – als Lernende, als Anfänger, die zu diesem letzten gemeinsamen Nenner des Lebens keine abschließenden Antworten haben, aber selbst offene Fragen stellen. Am 5. November werden keine einfachen Antworten oder gute Lösungen präsentiert. Ich möchte aber anregen, über diese Fragen ins Gespräch zu kommen. Falls Sie eigene Erlebnisse mitbringen, kann das den Austausch sehr bereichern. Jeder ist herzlich willkommen: Eltern und Lehrer, junge und alte Menschen.

Claudio Holland

2. Transgenerationale Weitergabe von Erfahrungen

Donnerstag, 12. November, 19:30 Uhr

Im Sommer diesen Jahres erschien ein neues Buch zum Thema transgenerationaler Weitergabe von Trauma mit dem Titel „Schon vor der Zeit war Traurigkeit“, geschrieben von der bekannten Ausbilderin für Somatic Experiencing ® Heike Gattnar. Dazu möchte ich gerne einen kurzen einführenden Beitrag geben, der zum gegenseitigen Austausch zu diesem hochaktuellen Thema einladen möchte.

Felicia Holland

3. Labyrinth-Fest mit Gedenken an die Sternenkinder

Sonntag, 22. November, 11:45 Uhr

Wie können wir freilassend und dennoch konkret einen Umgang finden, die Kinder, die ihren kurzen Lebensweg schon im Mutterleib oder auch im Umkreis der Geburt wieder vollendet haben, mit in unser Gedenken an die Verstorbenen einzubeziehen? Ich trage als ehemalige Hebamme seit langer Zeit den Wunsch, die sogenannten „Sternenkinder“ mit in unser Leben einzubeziehen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Biografien, unserer Familiengeschichten, unserer Gesellschaft und unserer Zeit. So möchte ich unser Labyrinth-Fest in diesem Jahr für das Gedenken an die Sternenkinder um eine Dimension erweitern, gleichzeitig ist jeder herzlich willkommen, auch einfach so am Labyrinth-Fest teilzunehmen, wenn das Thema der Sternen­kinder nicht im Vordergrund steht. Das Gehen ins Labyrinth ist bestens geeignet dafür, dass jede* den eigenen Weg mit den eigenen Gedanken zur Mitte hin gehen kann. In der Mitte kann man dann einen kleinen Edelsteinbegleiter wieder mit hinaus ins weitere Leben tragen. An der Seite wird ein Tisch stehen, auf dem Papier und Stife die Besucher einladen, kleine Botschaften oder Bilder zu gestalten Ob diese kleinen Werke dann als Brief verschickt, an einer Pinnwand für alle sichtbar erscheinen, oder in der eigenen Tasche für stille Stunden mit nach Hause genommen werden, ist jedem selbst überlassen.

Wir haben das Glück, dass die Harfenistin Katharina Zimmermann wieder bereit ist, für uns Musik zu spielen.

Felicia Holland

Magie und Sehnsucht: Konzert mit dem Trio Roseau

Sonntag, 15. November, 17:00 Uhr

Das „Trio Roseau“ (auf Deutsch: Schilfblatt-Trio) hat vor einiger Zeit schon einmal bei uns gespielt. Mitglieder des Trios sind Rachel Frost, Oboe (bis vor Kurzem Mitglied im Chamber Orchestra of Europe), Ulf-Guido Schäfer, Klarinette (Solo-Klarinettist der NDR_Radiophilharmonie und Dozent an der Musikhochschule Hannover, außerdem Komponist) und Malte Refardt, Fagott (u.a. Solo-Fagottist der NDR-Radiophilharmonie und Professor für Fagott an der Folkwang-Hochschule Essen).

Auf dem Programm stehen Werke von Mozart (Arien aus der Zauberflöte), Ulf-Guido Schäfer (Fünf Bagatellen) und Astor Piazzolla (Deux Pièces enTrio d’anches.

Jochen Butenholz

Andacht mit den Verstorbenen – wer mag neu mitgestalten?

Seit vielen Jahren gab es bei uns eine gewachsene Form, in der wir vor dem Totensonntag unserer Verstorbenen gedacht haben. Diese Form hat sich im Laufe der Jahre immer wieder in kleineren oder größeren Aspekten gewandelt. Aus dem Kreis der Menschen, die diesen Impuls getragen haben, sind einzelne inzwischen verstorben, andere kamen neu hinzu, einige sind kontinuierlich von Anfang an dabei gewesen. Vor den Sommerferien haben alle Beteiligten mit Dankbarkeit auf diese Zeit zurückgeblickt und darum gebeten, die Aufgabe nun abgeben zu dürfen. Damit endet eine schöne, lange, lebendige Tradition, und wir Pfarrer möchten auch in Namen der Gemeinde den Trägern dieses Impulses noch einmal sehr herzlich danken!

Das bedeutet, dass wir vor der schönen Aufgabe stehen, die Andacht mit den Verstorbenen neu zu greifen.

Im Programm ist für Samstag, den 21. November, um 18:00 Uhr das Totengedenken angekündigt. Wenn Sie neugierig sind und diese Veranstaltung gerne neu mitgestalten möchten, dann melden Sie sich bitte bei mir unter

0163 – 29 33 897

Sobald ich weiß, wer dabei mitarbeiten möchte, werde ich in der 2. Septemberhälfte zu einem Treffen einladen, bei dem wir Ideen zusammentragen.

Herzlich grüßt Claudio Holland.

Für Kinder

Michaeli-Fest

Am Sonntag, den 5. Oktober, findet im Anschluss an die Sonntagshandlung um 11:45 Uhr in der Kirche unser Michaeli-Fest statt. Die Kinder werden hereingelassen und versammeln sich mit den Eltern hinten in der Kirche vor dem „Kristallberg“ bei der Michael-Statue, in dem eine kleine (auch für jüngere Kinder zu meisternde) Mutprobe wartet. Alle Erwachsenen – ob Eltern, Großeltern oder Freunde und Menschen aus der Gemeinde – sind ebenfalls herzlich willkommen!

Claudio Holland

Vorblick: Begrüßung der Schulanfänger

Einführung in die Sonntagshandlung für die Kinder

Liebe Eltern der Kinder in den neuen 1. Klassen,

spätestens am 1. Advent darf Ihr Kind zusammen mit den großen Kindern vorn an den Altar in unseren Kindergottesdienst, die Sonntagshandlung gehen. Einige haben diese schöne, stille Feier, die wir jeden Sonntag anbieten,  zusammen mit den Eltern schon von hinten miterlebt, andere kennen sie noch gar nicht. Für alle ist es aber ein großes Ereignis, zum ersten Mal selbst vor dem Altar stehen zu dürfen.

Um Ihr Kind auf dieses Festereignis vorzubereiten, laden wir Sie am Mittwoch, den 25. November, um 16:00 Uhr zu einer kleinen Einstimmung ein. Den Kindern wird im Vorraum der Kirche eine einführende Geschichte erzählt. Während die Kinder dann im Gemeindehaus eine Kerze ziehen dürfen, haben Sie die Möglichkeit, einige Hintergründe zu dieser „Sonntagshandlung für die Kinder“ zu erfahren und Ihre Fragen zu Religion und „Gott“ zu stellen.

Claudio Holland • Felicia Holland

Mitteilungen

Die Christengemeinschaft hat einen neuen Erzoberlenker

Am 4. Juni wurde das Amt des Erzoberlenkers in der Christengemeinschaft an Christward Kröner übergeben. Er tritt die Nachfolge von João Torunsky an, der seit 2021 amtierte und ihm in einer feierlichen Zeremonie im Rahmen der Generalsynode in Stuttgart das Amt übertragen hat.

Die Priesterschaft der Christengemeinschaft gliedert ihre Verantwortlichkeiten in einer Hierarchie, innerhalb derer die Gemeindepfarrer jeweils die Verantwortung für ihre Gemeinde vor Ort haben, die Lenker für eine Region. Die drei Oberlenker, von denen einer das Amt des Erzoberlenkers innehat, bilden zusammen mit vier weiteren Lenkern den Siebenerkreis, der die Verantwortung für die Christengemeinschaft weltweit trägt. Dabei steht der Erzoberlenker im Mittelpunkt der Wirksamkeit des Priesterkreises.

Christward Kröner wurde im September 1963 in Hannover geboren. Nach dem Abitur folgten Studienjahre an der Musikhochschule und an der Medizinischen Hochschule in Hannover. 1987 begann er das Studium am Priesterseminar der Christengemeinschaft in Stuttgart und empfing 1990 das Sakrament der Priesterweihe.

Als Priester wirkte er 1990-91 in Johannesburg (Südafrika), 1991-2002 in Bremen, 2002-20010 in Hamburg-Blankenese und seither in Kleinmachnow bei Berlin. Von 2002 bis 2006 arbeitete er in der Leitung des Priesterseminars in Hamburg und gehört seit 2005 der Leitung der Christengemeinschaft, dem Siebenerkreis an.

Neue Praktikantin Helen Friedenstab

Ab Mitte September wird Helen Friedenstab vom Stuttgarter Priesterseminar ihr Gemeindepraktikum bei uns beginnen. Ein Quartier haben wir bereits für sie finden können.

Felicia Holland

Bericht von der Mitgliederversammlung 2026

Im großen Stuhlkreis, im Gemeindesaal, am 09. Mai dieses Jahres. „Das Wunder von Hannover“ … so nannte Jochen Butenholz die Entwicklung der finanziellen Situation unserer Gemeinde. Die Ergebnisrechnung machte deutlich, dass das Defizit von T€ 37 vollständig ausgeglichen werden konnte (Spenden und Schenkung). Dieser Punkt war einer der zahlreichen, interessanten und erfreulichen. Weitere Berichte folgten von Reiner Scheiwe und Claudio Holland, die zeigten, dass im zurückliegenden Jahr vieles an den Gebäuden repariert und erneuert werden musste. Zur Verbesserung der Akustik gibt es neue Überlegungen.

Insgesamt wurde deutlich, dass wir in der Gemeinde eine Struktur haben und immer wieder Wege finden, das Gewordene neu zu greifen.

In dem Bericht von Felicia Holland, über das Gemeindeleben, wurde ersichtlich, wie vielfältig die Arbeit für die Pfarrer ist. Davon ist das meiste für uns Mitglieder „unsichtbar“. Beispielsweise die Arbeit in den Schulen, Vorträge auf Tagungen und in anderen Gemeinden, die Begleitung von Konfirmanden und ihren Familien, von Verstorbenen und ihren Angehörigen, und nicht zuletzt die Entwicklung der Zusammenarbeit im Pfarrerteam und im Gemeinderat.

Für die meisten „unsichtbar“ ist auch die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen, deren Dienste genannt und denen herzlich gedankt wurde. Ebenso wie Michael Görisch, der aus dem Gemeinderat ausgeschieden ist und verabschiedet wurde.

Mitglieder und Gäste waren, auch in der Pause, rege im Gespräch. Bei der Verabschiedung sagte mir ein Mitglied: Wie wichtig doch so eine Versammlung ist. Dann kann man sich richtig verbinden.

Im kultischen Abschluss erklang gemeinsamer Gesang in der Kirche.

Birgitt Bahlmann

Einleitende Gedanken zur Mitgliederversammlung

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Gemeinschaft und einer Gemeinde? Gemeinschaften sind im alltäglichen Leben in vielfältiger Form zu finden. Da gibt es zum Beispiel die Schulgemeinschaft, die Wohngemeinschaft, die Hausgemeinschaft, die Lebensgemeinschaft. Die Angehörigen einer Gemeinschaft verbindet zunächst ein gemeinsames Interesse und eine gegenseitige Wahrnehmung verbunden mit einem Austausch der Gedanken und Intentionen. Wodurch aber zeichnet sich eine Gemeinde aus? In der Apostelgeschichte wird die Bildung von Christengemeinden und das damit verbundene Gemeindeleben aus verschiedenen Perspektiveren beschrieben. Hier geht es, anders als bei der Gemeinschaft, um einen gemeinsamen Glauben, um einen Kultus. In der Apokalypse ist bei den Sendschreiben von einem Gemeindeengel die Rede. Ist die geistige Welt dadurch enger mit einer Gemeinde verbunden als mit einer Gemeinschaft? Ja und nein, denn eine Gemeinde ist auch gleichzeitig eine Gemeinschaft, wenn es um das praktische Leben geht. Das Leben einer Gemeinde benötigt Gebäude, eine Struktur, verbindliche Verabredungen, finanzielle Mittel. Das alles lässt sich nur gemeinschaftlich organisieren. So durchdringen sich die geistige und die materielle Welt, ergänzen sich gegenseitig und der scheinbare Widerspruch von Geist und Materie bildet ein lebendiges Ganzes. In diesem Sinne hatte die Gemeindeversammlung am 09.05.2026 trotz ihrer vereinsrechtlichen Struktur eine geistige Qualität und führte die Anwesenden näher zusammen. 

Klaus Walther

Vertretungs-Bedarf in der Region

Schon seit Jahren zeigt sich, dass es bei der Verteilung der Pfarrer auf die Gemeinden insbesondere in Deutschland enger wird. Das wird am deutlichsten, wenn wegen Krankheit oder aus anderen Gründen Vertretungen organisiert werden müssen. Denn auch die Zahl der einsatzbereiten „rüstigen Rentner“ ist begrenzt.

Da wir hier in Hannover innerhalb der nordwestdeutschen Region noch am weitaus besten besetzt sind, trifft es uns besonders oft, wenn irgendwo vertreten werden muss. Das hat jetzt noch einmal eine Verschärfung bekommen: In der Nachbar-Gemeinde Ottersberg ist zurzeit im Zusammenhang mit internen Konflikten die Pfarrer-Stelle nicht besetzt, so dass alle Gemeinde-Arbeit von außen her gemacht werden muss.

Dafür habe ich zugesagt, bis mindestens Ostern nächsten Jahres jeden Donnerstag dort zu sein und darüber hinaus wohl auch noch manches andere Mal. Am sonntäglichen Zelebrieren der Weihehandlung werden sich auch Hollands beteiligen. Somit wird es in Zukunft noch seltener vorkommen, dass wir am Sonntag alle hier sind.

Jochen Butenholz