Der vorjährige Ausflug nach Gandersheim zu Roswitha hat so viel Anklang gefunden, dass in diesem Jahr eine Fortführung geplant ist – diesmal mit dem Ziel Magdeburg und der Persönlichkeit Ottos I., genannt der Große, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (912 – 973) und damit Zeitgenosse und eng verbunden mit Roswitha von Gandersheim. Durch seinen Sieg 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld über die Ungarn endeten nicht nur deren Invasionen, sondern auch die Erhebungen der Großen des Reiches gegen den König. Zudem erlangte er damit den Nimbus eines Retters der Christenheit, zumal ihm noch im selben Jahr ein Sieg über die Slawen gelang. In der Folge setzte eine kulturelle Blütezeit ein, die als Ottonische Renaissance bekannt wurde. Außerdem entstand durch die gemeinsame Abwehr der Ungarn erstmals ein Zusammengehörigkeits-Gefühl des Deutsch-Seins.
Im Vorbereitenden Vortrag am Donnerstagabend möchte ich versuchen, die Zeitverhältnisse, sein Wirken und seinen Charakter zu schildern und hinzuweisen, wie hier Verhältnisse geschaffen wurden, die bis heute weiterwirken.
Am Samstag soll es dann um 8:30 Uhr mit Privatautos losgehen nach Magdeburg, dem Ort, den Otto sich als „seinen Heimatort“ geschaffen hat, wo er den Dom hat bauen lassen und wo er auch begraben liegt. Wir treffen uns dort zunächst mit den Mitgliedern der (kleinen) dortigen Gemeinde (Filialgemeinde von Braunschweig) zur Menschenweihehandlung in der dortigen Waldorfschule um 11 Uhr. Beim anschließenden Brunch wird Gelegenheit sein, sich gegenseitig kennenzulernen. Zwei sachkundige Magdeburger werden uns dann in den Dom führen und uns über ihn sowie den „Magdeburger Reiter“ Erläuterungen geben.
Das Ende der gemeinsamen Veranstaltung ist für etwa 16 Uhr vorgesehen. Wer noch Kraft und Interesse hat, kann von 18:00 bis 19:00 Uhr im Dom an einer Orgel-Vesper teilnehmen (nach Absprache mit seinen Mitfahrern). Für den Ausflug ist eine Anmeldung erforderlich bis zum 10. September bei mir. Weitere Informationen demnächst als Flyer und im Wochenbrief.
Jochen Butenholz
