Passion │ Karwoche │ Ostern 2026
Liebe Gemeinde,
ich habe es schwer damit, wenn das Verhalten eines Menschen als „christlich“ oder „unchristlich“ bezeichnet wird. Denn ich erlebe, dass durch eine solche Aufteilung in „richtig“ und „falsch“ die umfassende Weite des Christus-Wesens in einen sehr engen Rahmen gezwängt wird. Mit welchem Recht will man beurteilen, ob das, was ein Mensch tut, im Sinne des Christus ist?
Im Evangelium kann ich nirgends erkennen, dass die menschlichen Verhältnisse irgendwo in feste Moral-Kategorien gegossen werden, die man als „christlich“ definieren könnte. Vielmehr fällt mir auf, dass Christus sich in der Begegnung mit verschiedenen Menschen sehr individuell verhält. Er ist im positiven Sinne „ungerecht“, denn in jeder Situation geht er individuell darauf ein, was gerade für die Entwicklung erforderlich und möglich ist. Manche Menschen müssen erst energisch die Initiative ergreifen, bevor er sich ihnen zuwendet, anderen sagt er, dass sie ab jetzt ihr Leben verändern sollen, wieder andere heilt er einfach so, ohne irgendwelche Bedingungen zustellen.
Wenn man Passanten nach typisch christlichen Werten fragt, wird meist die Nächstenliebe genannt. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber die Nächstenliebe ist ein menschheitliches Ideal, dass es schon in früher vorchristlicher Zeit (3. Mos. 19,18) und auch im Islam (Koran, Sure 42,23) gibt. Im Grunde handelt es sich darum, ein guter Mensch zu sein.
Bei diesem Ideal besteht allerdings immer die Gefahr, dass die nicht so guten Seiten, die nun einmal zum Menschsein gehören, keinen Ort haben und ausgeklammert werden. Und dann können sie dem bewussten Zugriff entgleiten und um so problematischer wirken.
Der Psychiater Carl Gustav Jung, der sich darum bemühte, möglichst vorurteilsfrei die menschliche Seele zu verstehen, gelangte zu einem sehr tiefen, umfassend menschlichen Ideal: „Ich strebe nicht danach, ein guter Mensch zu sein. Ich strebe danach, ein ganzer Mensch zu sein.“
Christus erregt Anstoß, weil er sich wenig für die „guten Menschen“ interessiert, sondern vor allen für die „Sünder“, die „Samariter“, die „Feinde“, die „Widersprüchlichen“. Das geschieht nicht, weil ihn das Gute nicht interessiert. Aber sein weltumfassender Blick schließt immer das Ganze ein, auch das Verwandlungsbedürftige, das in die Irre Gegangene. Deswegen sucht er nicht diejenigen, die immer alles richtig gemacht haben, sondern die „verlorenen Söhne“. Er wendet sich den Schattenseiten des Menschseins zu, weil dort das Entwicklungspotenzial des Menschen zu finden ist.
Insofern klingt der Ausspruch von C. G. Jung sehr christlich. – Allerdings: mache ich jetzt nicht genau das, was ich oben kritisiert habe? Fange ich jetzt nicht selbst an, die Welt in „christlich“ und „unchristlich“ zu sortieren?
Das Tröstliche ist: die Einbeziehung der Unzulänglichkeiten als Teil eines ganzen Menschenwesens, das Bejahen der Schwächen und Irrtümer, führt immer zu einem nicht-urteilenden Blick. Es ist gar nicht möglich, einen Menschen abzuwerten, wenn man sich um diese Haltung bemüht. Denn dann gibt es keine Guten oder Schlechten mehr, sondern überall Menschen.
Wenn eine religiöse Gemeinschaft die Kühnheit hat, sich „Die Christengemeinschaft“ zu nennen, dann kann das vor diesem Hintergrund niemals zu der Illusion führen, man gehöre zu „den Guten“. Unser Name ist keine Anmaßung. Er enthält die Verantwortung, sich zu bemühen, ein ganzer guter Mensch zu sein. Wo das gelingt, da kann jeder sich entwickeln.
Dass es uns in der Praxis nicht immer gelingt, ist ebenfalls nicht spezifisch christlich, sondern menschheitlich.
Unabhängig davon, ob Sie in irgendeiner Weise etwas mit dieser Gemeinschaft zu tun haben möchten oder ob Sie nur zufällig diesen Text lesen, wünsche ich Ihnen allen einen guten Weg durch die Passions- in die Osterzeit, durch die Erfahrungen eigener Unzulänglichkeit in die Erfahrung, gerade mit dieser Erfahrung immer mehr ein ganzer Mensch zu sein.
Mit herzlichen Grüßen, auch im Namen meiner Kollegen,
Claudio Holland
Vorhaben und Veranstaltungen
Gestalt und Atem der Gemeinde – Akustik in der Kirche
Wie im letzten Gemeindebrief angekündigt, fand am 4. Dezember ein Austausch über die bisherigen Erfahrungen mit der Menschenweihehandlung in der kleinen Kapelle statt. Es kam eine sehr kleine Schar Menschen, das Thema schien offensichtlich nicht viele Menschen in der Gemeinde zu bewegen. Wir werden diese Form durch ein Jahr pflegen und unter der Woche am Dienstag, Freitag und Samstag die Menschenweihehandlung in der Aufbahrungskapelle feiern. Totenweihehandlungen werden in der Regel in der großen Kirche stattfinden, weil dann mit mehr Menschen zu rechnen ist, als im kleinen Raum Platz finden. Eine explizite Namensänderung des Raumes wurde nicht beschlossen, die hier verwendete Bezeichnung „Aufbahrungskapelle“ hat sich inzwischen eingelebt.
Die Frage der akustischen Verständlichkeit der Sprache im großen Kirchenraum an den Sonntagen ist damit weiterhin nicht gelöst. Überlegungen zu einer größeren Umgestaltung der Kirche haben wir bewusst ruhen lassen, weil es nicht an der Zeit schien, dies zeitnah in Angriff zu nehmen. Finanziell realisierbare Lösungen zu einer Verbesserung der Akustik sind im Gespräch. Sobald es hier konkrete Vorschläge gibt, werden wir darüber berichten.
Jochen Butenholz • Felicia Holland • Claudio Holland
Neues Thema im Gesprächskreis: Altes Testament
Lange haben wir uns mit Paulus beschäftigt; das kam im Advent an ein Ende. Seitdem beschäftigen uns zentrale Situationen des Alten Testamentes, zurzeit insbesondere Abraham. Der zum Teil sehr bekannte Bibeltext wird mit Hilfe von alten jüdischen Sagen und anthroposophischen Aspekten grundlegend neu erschlossen und fügt sich zu spannenden Kapiteln Kulturgeschichte der Menschheit. Wir sind in der Regel 8 bis 12 Menschen. Neueinstieg jederzeit möglich, dienstags 18:15 bis 19:30 Uhr, außer in den Ferien.
Jochen Butenholz
„Blütenlese“ – Die Dichterin Selma Merbaum
Selma Merbaum (1924 – 1942) war eine rumänische deutschsprachige Dichterin in Czernowitz. Als verfolgte Jüdin starb sie achtzehnjährig entkräftet am Fleckfieber in einem von der deutschen SS betriebenen Zwangsarbeitslager. Ihr Werk wird mittlerweile zur Weltliteratur gezählt.
Bei ihren Gedichten handelt es sich vorwiegend um impressionistische Liebes- und Naturlyrik. Sie sind von beachtlicher Stilsicherheit und durchgängig von einer melancholischen Grundstimmung geprägt. Ihre Lyrik gehört neben den Gedichten Rose Ausländers und Paul Celans (dessen Cousine 2. Grades sie war) zum literarischen Erbe der von den Nationalsozialisten ausgelöschten deutsch-jüdischen Kultur der Bukowina. Das schmale Werk umfasst nur 57 Gedichte, die sie sorgfältig mit Füller auf Einzelseiten geschrieben und zu einem Album gebunden hatte, das sie mit „Blütenlese“ betitelte. Nur durch ungewöhnliche Umstände konnten die Texte den Krieg überstehen. Erst in den 80er Jahren wurden sie veröffentlicht, wesentlich auf Anregung von Hilde Domin.
Am Donnerstag, den 26. Februar, 19:30 Uhr werden Michael Heuer (Rezitation und Biografie) und Nastja Schkinder (Akkordeon) uns diese besondere Frau vorstellen. Michael Heuer ist ein Dokumentarfilmer, der über seine dort verstorbene Mutter eng mit dem Friedrich-Rittelmeyer-Haus verbunden ist; Nastja Schkinder, belarussische Akkordeonistin, lebt in Hannover und wirkt an vielfältigen Projekten solistisch und kammermusikalisch in ganz Deutschland mit.
Jochen Butenholz
Orthodoxe Gesänge zur Fastenzeit
Seit Jahren sind sie bei uns geschätzt, die jungen Sänger des ODA A-Capella-Ensembles aus Kiew und Odessa in der Ukraine. Dieses Mal werden – anders als bisher – drei Damen aus Odessa uns Gesänge zur Fastenzeit aus der Ost-Kirche mitbringen in einer Matinee am Sonntag, dem 1. März. Unter den Mitwirkenden ist eine junge Opernsolistin aus Odessa, Absolventin der dortigen Musikakademie.
Ein Schritt zur weiteren kulturellen Integration der Ukraine, die uns trotz allem immer noch so wenig bekannt ist.
Jochen Butenholz
Priesterweihe – Freiheit durch Verbindlichkeit
Am Montag, den 2. März, werden die Priesterweihen in Stuttgart gerade vorüber sein, an denen ich teilnehme, und nebenbei wird sich zwei Tage später mein eigener Weihetag zum 25. Mal jähren. Ein Vorgang, bei dem ein einzelner Mensch durch eine sakramentale Handlung lebenslang in einen Beruf eingesetzt wird, mutet heute manchen etwas archaisch an. Gelegentlich werde ich gefragt, ob es sich nicht sehr unfrei anfühlt, sich in solche Strukturen hineinzubegeben. Ich nehme dieses Datum gerne zum Anlass, beim Geselligen Nachmittag über ein paar Motive dieses Sakramentes und über eigene Erfahrungen aus dieser Verbindlichkeit zu sprechen. Seien Sie alle herzlich eingeladen!
Claudio Holland
Eine kleine Kulturgeschichte der Opfer-Rituale
Mit der Vertreibung aus dem Paradies – oder, anders formuliert: mit dem Aufwachen des Bewusstseins für die irdischen Dinge – verlor der Mensch die unmittelbare Gegenwart mit der Gottheit. Ersatz-Einrichtungen für das Verlorene mussten gefunden werden: Die Initiation als Qualifizierung von Führern, der Mythos für das Bewusstsein Aller und rituelle Opferhandlungen, durch die göttlicher Wille die Sphäre der Menschen erreicht. Letztere differenzierten sich nach alter Überlieferung sofort in den Gestalten von Kain und Abel (bzw. Ackerbauer und Viehzüchter) als Fruchtopfer und Blutopfer. Die Begriffe dazu leben bis heute im christlichen Gottesdienst aller Konfessionen als „Brot und Wein“ bzw. „Leib und Blut“.
Vortrag am Donnerstag, 5. März, um 19:30 Uhr
Jochen Butenholz
Wie finden Vererbung und persönliches Schicksal zueinander?
Jedes Menschen-Ich, das sich anschickt, als Mensch auf der Erde leben zu wollen, ist angewiesen auf einen Vater und eine Mutter. Das gewährleistet die allgemeine Menschen-Form im Sinne der Schöpfung („Lasset uns Menschen machen nach unserem Bilde“, aber immer auch mehr oder weniger stark nuanciert durch das jeweilige Erbgut der Eltern. Andererseits bringt jedes Menschen-Ich sein ganz individuelles Schicksal mit, bedingt durch die persönliche Vorgeschichte.
Es ist klar, dass diese beiden Aspekte nicht von vornherein identisch sein werden. Vielleicht gelingt es, Eltern zu finden, deren Erbgut einigermaßen passt zu den persönlichen Vorhaben, aber hier liegt eine der großen Aufgaben des Lebens: Wie gestalte ich mir im Laufe des Lebens meinen Leib so, dass er zum Gelingen meiner persönlichen Lebens-Absichten ein geeignetes Werkzeug wird? Und anders herum: Wie finde ich meinen Frieden damit, dass mein Körper mit den je eigenen Macken und Einschränkungen wirklich mein Schicksal ist?
Vortrag am Donnerstag, 19. März, um 19:30 Uhr
Jochen Butenholz
Ist Märchenerzählen noch zeitgemäß?
An welchem Menschenbild nehmen wir Maß?
Immer haben die Märchen in die Welt des Bekannten und Gewordenen etwas hereingerufen, das ganz anderer Art war als die äußeren Lebensverhältnisse. Niemals waren sie schlicht Spiegel der äußeren Welt oder der sozialen Verhältnisse. Sie haben das Seiende verzaubert und Möglichkeiten aufglänzen lassen, die der Alltag nicht anzubieten schien. Woher empfangen sie ihren Zauber? Wohin entführen sie ihre Zuhörer? Und womit begaben sie uns?
Der Vortrag am Donnerstag, den 26. März, um 19:30 Uhr möchte an den Quell herantasten, aus dem das Märchenerzählen selbst hervorströmt, hineinlauschen in die Absichten derjenigen, die die ersten Märchenerzähler waren, und nachfühlen, mit wem und zu welchem Werk wir uns verbünden, wenn wir Märchen erzählen.
Georg Dreißig
Parsifal – zum Raum wird hier die Zeit
Liebes Publikum, Richard Wagners letzte Oper nannte er „Ein Bühnenweihfestspiel“. Allein daran kommt schon eine hohe Bedeutung zum Tragen … In der Waldorfpädagogik wird Wolframs Parzival-Epos sogar eine ganze Schul-epoche gewidmet.
In drei Akten wird erzählt, was vor 2000 Jahren am Karfreitag geschah, wie die Gralsritter zum Gral und den Speer kamen, wie dieser heilige Speer von Klingsor entwendet wurde und er dem Gralskönig Amfortas an gleicher Stelle wie den Christus verwundete. Eine bedeutende Rolle hat die Gralsbotin Kundry, die einst im Leben der Herodias IHN am Kreuze verlachte. Nun sucht sie von Welt zu Welt ihm wieder zu begegnen.
Seither harren sowohl die Ritter als auch Kundry auf Erlösung durch den, von dem es heißt: „Durch Mitleid wissend, der reine Thor. Harre sein, den ich erkor.“ Und das ist Parsifal, der sich bei der ersten Begegnung wie ein Thor verhält und erst viele Täler passieren muss, um Amfortas und auch Kundry zu erlösen. Er wird der neue Gralskönig.
So die Kurzform eines beinahe fünfstündigen Werkes, dessen Libretto ich für Sie mit Gesangseinlagen am Palmsonntag, den 29. März, um 17:00 Uhr in einer guten Stunde gestalte!
Eunike Engelkind
Abendpredigten mit Musik in der Karwoche
Bei der Suche nach Lösungen für die Herausforderungen, denen wir heute im Leben begegnen, ist es immer weniger hilfreich, gewohnte Blickrichtungen einzunehmen. Der Blick nach hinten, also der Rückgriff auf bewährte Erfahrungen aus der Vergangenheit; der Blick zur Seite, also der hilfesuchende Vergleich, wie anderen Menschen mit ähnlichen Situationen umgehen; der Blick nach unten auf die erworbenen materiellen Sicherheiten; ja sogar der Blick nach oben mit der Hoffnung auf eine erkennbare Führung aus der geistigen Welt haben eins gemeinsam: Sie setzen voraus, dass etwas von außen kommen könnte, was uns erspart, in solchen Nullpunkten, die noch keine Lösung anbieten, innezuhalten. Es könnte sich lohnen, sich gerade diesem Innehalten auszusetzen, ohne Rück- oder Seitenblick, um von solchen Nullpunkten aus mit dem Blick nach vorne zu tasten, in die Zukunft, die noch offen ist.
In den Abendpredigten zur Karwoche laden wir von Karmontag bis Gründonnerstag dazu ein, sich zusammen mit den Kollegen aus den Nachbargemeinden auf solche inneren Tastbewegungen einzulassen.
im Nullpunkt
Karmontag, 30. März, 18:00 Uhr
einsam mit Anderen
Thomas Demele (Kassel)
Kardienstag, 31. März, 18:00 Uhr
sprachlos in der Begegnung
Sabine Krüger (Göttingen)
Karmittwoch, 1. April, 18:00 Uhr
ohnmächtig in der Verantwortung
Hans-Bernd Neumann (Kassel)
Gründonnerstag, 2. April, 18:00 Uhr
schutzlos in der Initiative
Claudio Holland
Karfreitag, 3. April, 15:00 Uhr
Passions-Lesung in der Todesstunde Jesu Christi
4 Sprecher, Musik: Thomas Reuter (Orgel)
Osternacht – offene Kirche im Dunkeln
Am Ostermorgen wird die Kirche ab 5:00 Uhr morgens als Raum der Stille und der „nächtlichen Begegnung“ geöffnet sein. Hier kann man meditierend, sinnend oder auch einfach nur still sitzend das Osterlicht erwarten, das sowohl in der Natur als Sonnenaufgang wie auch in der Menschenweihehandlung beim Entzünden der Kerzen als sichtbares Zeichen des Lichtes erscheint, das der auferstandene Christus in die Welt bringt. Diese Veranstaltung geht nahtlos über in die frühmorgendliche Menschenweihehandlung um 7:00 Uhr.
Maria Hollander, Felicia Holland
Gesangskünstler in der Eilenriede
Auf einem gemütlichen Spaziergang durch die Eilenriede begegnen wir den heimischen Singvögeln. Das Ziel ist die bewusste Wahrnehmung und die Freude an den Klängen. Es geht weniger um eine wissenschaftliche Betrachtung der Vogelwelt als um das Hören.
Zeit: Donnerstag, 9. April, 18:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr
Treffpunkt: Eilenriede am Ende der Ellernstraße
(Ampel an der Fritz-Behrens-Straße, NICHT an der Kirche!).
Niels Junge
Emil Molt zum 150. Geburtstag

Weltweit gibt es heute über 1.280 Waldorfschulen (und fast 2.000 Waldorfkindergärten) in ungefähr 80 Ländern. Die erste wurde im Jahr 1919 gegründet durch geistesgegenwärtiges Handeln eines Menschen: Emil Molt, seinerzeit Inhaber der Stuttgarter Zigaretten-Fabrik Waldorf-Astoria.
Am 14. April jährt sich dessen Geburtstag zum 150. Mal – Grund genug, uns mit dieser Persönlichkeit am Montag, den 13. April, beim Geselligen Nachmittag zu beschäftigen.
Jochen Butenholz
Gemeindefest zum 70. Geburtstag von Jochen Butenholz
Des Menschen Leben währet 70 Jahre … (Psalm 90). Und was darüber ist, ist Gnade.
Dass dieser Punkt für mich am 1. Mai erreicht ist, dafür kann ich nicht. Aber ich möchte den Anlass mit allen, die mögen, in einem kleinen Fest begehen – wofür der Feiertag am Freitag eine gute Voraussetzung bietet. Dafür verschieben wir an diesem Tag den Beginn der Weihehandlung auf 10 Uhr. Anschließend ist bis 13 Uhr Zeit zum Beisammensein. Zur Verpflegung möge gerne jeder eine Kleinigkeit für Alle mitbringen; kleine sprachliche oder künstlerische Beiträge sind willkommen. Vielleicht mag es auch interessieren, wenn ich ein paar Motive aus meinem Leben erzähle. Zwei Stunden sind schnell herum.
Um 13 Uhr lade ich dann alle zu einem etwa einstündigen Konzert: Missael Fragoso, mexikanischer Gitarrist, hier inzwischen bekannt, spielt ein buntes Programm mit spanischer und lateinamerikanischer Musik. Lebensfreude.
Jochen Butenholz
Durch das Böse zum Guten – Ketzermärchen
In den „Märchen von Ketzern“ finden sich oft Menschen, die nicht bloß dem Bösen in der Welt begegnen, sondern auch in sich. Das bringt sie auf einen Weg, der sie nicht mit äußeren Vorteilen, sondern der Begegnung mit sich selbst beschenkt. Davon möchten wir Ihnen anhand einiger Märchen im Geselligen Nachmittag am 4. Mai erzählen,
Ihre Regina und Frank Hörtreiter
Einladung nach Hildesheim
Im letzten Gemeindebrief hatten wir Sie Anfang Januar zu einer Begegnung mit den Menschen der Filiale in Hildesheim eingeladen. Dieser Termin konnte nicht stattfinden, wir möchten die Einladung aber erneuern für
Samstag, den 21. März.
Wir treffen uns zur Menschenweihehandlung um 10:00 Uhr im Eurythmiesaal der Freien Waldorfschule, Eingang von der Albrecht-Haushofer-Str. 1a, 31139 Hildesheim. Anschließend sind Sie alle herzlich eingeladen zu einem Imbiss mit Kaffee und Tee, Herzhaftem und Süßem, das wir für Sie vorbereiten.
Wir bitten um vorherige Anmeldung bei
Christine Hohenberger 05121 – 87 69 58
Angelika Ahrens 05121 – 225 11
Traditionelle und moderne Klänge aus Georgien
Konzert mit dem Chor „Qirioni“ am Sonntag, den 10. Mai um 17 Uhr
Mehrmals haben wir hier schon georgische Musik mit ihrer ungewöhnlichen Mehrstimmigkeit wahrnehmen dürfen, im letzten Jahr mit dem Chor „Qirioni“. Etwa 15 SängerInnen sind beteiligt unter der Leitung von Davit Kintsurashvili (Einstudieren und Dirigieren) und Tinatin Tsereteli (Stimmbildung). Der Chor besteht seit ca. drei Jahren und hat mittlerweile mehrere Konzerte erfolgreich durchgeführt.
Davit Kintsurashvili ist Oberstufen-Musiklehrer an der Waldorfschule am Maschsee neben vielerlei anderen musikalischen Aktivitäten.
Tinatin Tsereteli ist Sängerin-Songwriterin, Musikdozentin und Kulturwissenschaftlerin. Ihre Wurzeln liegen in Tiflis/Georgien, die Wahlheimat ist Hannover. Weiteres findet man unter ihrem Namen im Internet, insbesondere bei YouTube.
Jochen Butenholz
Aussäen des Osterweizens und Osterfest
Am Sonntag, den 15. März, laden wir um 11:45 Uhr im Anschluss an die Sonntagshandlung alle Kinder und Erwachsenen ein, im Gemeindesaal den Osterweizen auszusäen.Wir bitten wiederdarum, dass jedes Kind einen eigenen Topf mit Erde mitbringt! (Für Notfälle halten wir einen Blumentopf mit Erde bereit – also bitte nicht wieder umkehren, falls der Topf vergessen wurde.)
Am Ostersonntag, den 5. April, findet dann ebenfalls im Anschluss an die Sonntagshandlung um 11:45 Uhr das Osterfeststatt. Hier bitten wir, dass jedes Kind seinen Topf mit der gekeimten Saat wieder mitbringt.
Claudio Holland • Felicia Holland • Jochen Butenholz
Veränderungen in der Leitung und Foundation
Viele Jahre lang arbeitete in der Gubener Straße in Berlin ein festes Team vor Ort – vor allem Armin Knabe, Geschäftsführer der Foundation, Katja Orlowski, die Assistentin des Siebenerkreises, Petra Wilms und unsere Archivarin Janine Jenitschonok. Hinzu kamen fleißige Helfer:innen im Minijob. Damit waren unsere Räume immer belebt – kam man zu Sitzungen nach Berlin, wusste man, dass man in eine Arbeitsgemeinschaft kommt.
Mit der Pensionierung von Armin Knabe im Jahr 2020 und Petra Wilms 2021 hat sich das geändert. Die beiden jüngeren Kolleginnen nahmen neue Herausforderungen an, so dass ab Herbst 2022 die großen, schönen Büroräumlichkeiten meist leer standen, wenn nicht Thomas Nayda, unser neuer Geschäftsführer, vor Ort arbeitete. Die Suche nach einer neuen Assistentin für den Siebenerkreis gestaltete sich schwierig – es wurde September 2023, bis Bettina Hindes diese Stelle antrat. Seit Juni 2025 ist das Sekretariat leider wieder unbesetzt – Frau Hindes widmet sich ihren künstlerischen Tätigkeiten. Seither stehen die Räume wieder häufig leer. Unsere Minijob-Mitarbeiterinnen sind seit dem Frühling nicht mehr vor Ort, und Carolin Zantner, die im November 2024 die Nachfolge von Thomas Nayda als Geschäftsführerin angetreten hatte, arbeitete teilweise im Homeoffice.
Da der Siebenerkreis in seiner heutigen „interkontinentalen“Zusammensetzung einen entsprechenden anderen Arbeitsrhythmus entwickelt hat, benötigt auch er die Räume in der Gubener Straße nur noch selten. Neben wöchentlichen Zoom-Besprechungen gibt es regelmäßige längere, dafür seltener stattfindende Präsenz-Konferenzen, die auch an anderen Orten stattfinden, im Zusammenhang mit einer Priesterweihe, einer allgemeinen Synode oder der Allgemeinen Lenkerkonferenz. Auch die Oberlenker benötigen die bisherigen Räume nur selten für ihre wöchentlichen Treffen – die teilweise auch online stattfinden.
Ein strukturelles Defizit im Haushalt der Foundation (unsere Kosten sind regelmäßig höher als die eingehenden Beiträge aus den Regionen; wir können unseren Haushalt nur dank Spenden und Sonderzuwendungen ausgleichen) hat uns nun dazu veranlasst, den sich seit Jahren vollziehenden Wandel weiter umzusetzen. Wir werden die viel zu groß gewordenen, leerstehenden Räume in der Gubener Straße verlassen und sie vermieten oder verkaufen, den Sitz vorläufig nach Stuttgart verlegen und die Geschäftsführung aus Kostengründen aus dem EC übernehmen – unter der Leitung von Thomas Nayda, mit Hilfe von Christine Jost. Eine neue Assistentin für den Siebenerkreis hat sich in Stuttgart bereits gefunden – Mitte Januar 2026 beginnt Christine Burger ihre Tätigkeit, vorläufig mit einer 40%-Stelle.
Die E-Mail-Adressen blieben bestehen, neue Telefonnummern und Postadressen werden sobald vorhanden bekannt gegeben.
Das Archiv ist weiterhin in der Gubener Straße und von diesen Veränderungen nicht betroffen.
In der Hoffnung, dass diese Schritte wohlwollend aufgenommen und unterstützt werden können sowie mit herzlichen Grüßen in die Weihnachtszeit und den bevorstehenden Jahreswechsel hinein
Für die Foundation: Tomas Nayda und Christine Jost
Für den Siebenerkreis: Christward Kröner
Brief der Regionalrates an alle Gemeinden der Region
Liebe Mitglieder und Freunde, Hamburg im Januar 2026
ein neues Jahr beginnt, ein altes ist zu Ende gegangen. Da ist es üblich, zurückzublicken, auch auf die wirtschaftliche Entwicklung. Der Regionalrat hat die Aufgabe, zum Ende eines jeden Jahres anzugeben, wie hoch die Beitragszusagen für die Versorgung der Emeritierten und die Leitung der Christengemeinschaft international für das kommende Jahr sein können. Seit vielen Jahren können unsere beiden Regionen nicht den dafür notwendigen Beitrag leisten.
Ein Grund dafür sind Überlegungen, die noch aus der Zeit stammen, in der viele Menschen in der Christengemeinschaft Mitglieder geworden sind. In den 80er und 90er Jahren wurden Gemeinden mit der Aussicht auf Wachstum gegründet, das sich nicht wie erwartet eingestellt hat. In einigen Gemeinden entstehen durch Entsendungen Kosten, die von ihnen nicht getragen werden können. Früher konnten finanzkräftige Gemeinden mit ihren Beiträgen für einen Ausgleich sorgen. Heute stehen die Mittel dafür nicht mehr in einem ausreichenden Ausmaß zur Verfügung.
Wir leben in einer Zeit großer gesellschaftlicher Veränderungen. Viele Menschen wenden sich von den großen Kirchen ab. Wir sehen, dass die allermeisten Mitglieder weiterhin der Christengemeinschaft treu bleiben. Es fällt aber heute vielen Menschen schwer, sich an Gemeinschaften zu binden. Die Christengemeinschaft hat bisher durch die Verbindlichkeit ihrer Mitglieder in Bezug auf tatkräftige und finanzielle Unterstützung das spirituelle Leben in den Gemeinden gestalten können. Diese Verbindlichkeit verändert sich.
Ende 2023 konnten von den von uns erwarteten Beiträgen für das folgende Jahr 242.000 Euro zunächst nicht zugesagt werden. Deshalb hatte der Regionalrat um Spenden und Beitragserhöhungen gebeten. Zusätzlich sind durch Umstrukturierungen der Gemeinden drei Pfarrerkollegen weniger in unseren beiden Regionen als vor zwei Jahren. Durch diese Maßnahmen wurde es möglich, dass wir für das Jahr 2026 nur noch 85.000 Euro weniger
an den Körperschaftsverband zahlen, als von uns erwartet wird. Die große Reduzierung des Defizits ist auch durch Ihren Einsatz möglich geworden. Dafür danken wir Ihnen sehr. Ihre Unterstützung ist für uns ein Zeichen Ihrer Verbundenheit und Wertschätzung.
Gemeinsam mit Ihnen möchten wir überlegen, wie wir für das kommende Jahr und auch in Zukunft unsere gesamten Beiträge an den Körperschaftsverband zahlen können. Deshalb werden die Lenker und der Koordinator das Gespräch mit den Gemeinderäten suchen. Wir freuen uns auf inspirierende Gespräche.
Mit herzlichen Grüßen für den Regionalrat,
Christian Bartholl Joachim Paulus Thomas Nayda
Unsere Orgel
Vor ein paar Wochen hatte sie ein akutes Problem, das mit Hilfe eines Fachmannes aus einer heimischen Orgelwerkstatt schnell behoben werden konnte. Dabei wurde aber das eigentliche Problem deutlich – lange schon geahnt, immer wieder verdrängt: Die Orgel wartet eigentlich seit vielen Jahren auf eine gründliche Überholung, für Thomas Reuter am deutlichsten, weil einige Register chronisch verstimmt sind und damit nicht genutzt werden können.
Unsere Orgel wurde im Jahr 1962 gebaut von der Firma Woehl in Marburg, mir persönlich gut bekannt. Erhard Kröner war an der Planung gründlich beteiligt, für den jetzigen Senior-Chef Gerald Woehl war es seinerzeit das Meisterstück. In den 90er Jahren wurde sie in die neue Kirche eingebaut, seitdem ist im Wesentlichen nichts mehr gemacht worden.
Der genannte Fachmann machte nun aufmerksam, dass der lederne Blasebalg wohl nur noch eine erwartbare Restlebensdauer von höchstens zehn Jahren hat. Und um den zu ersetzen, muss sowieso alles auseinandergenommen und gereinigt werden. Grob geschätzte Kosten nach heutigem Stand 50 bis 70 Tausend Euro. Wenn dieser Punkt erreicht ist, geht von jetzt auf gleich nichts mehr.
Was tun? Erstens geht es um sehr viel Geld. Und zweitens – und das scheint mir noch gravierender – wird das Instrument nur genutzt von Thomas Reuter und Manfred Hofmann, und beide sind im Altersbereich Mitte siebzig.
Der Gemeinderat möchte, dass wir in der Jahresversammlung im Mai uns gründlich über die Zukunft unserer Orgel austauschen. Irgendwann braucht es einen Entschluss. Bitte bringen Sie dazu ein paar persönliche Aspekte mit.
Jochen Butenholz
Neue Bücher
Pearl Goodwin:
Die Inkarnation des Christus – Eine spirituelle Embryologie
„Das Biologische oder Organische hat eine wesentliche geistige Komponente, und das Geistige hat eine wesentliche irdische Komponente. Beide sind Ausdruck einer Realität, einer grundlegenden Geste des Kosmos, die Himmel und Erde umfasst.“
Diese Worte Pearl Goodwins stellt der Herausgeber Peter Selg seinem Vorwort voran. Ausgangspunkt zu dem Buch sind Aussagen Rudolf Steiners in seinen Vorträgen über das „Fünfte Evangelium“: Er vergleicht das Jesus-Christus-Leben mit einem „normalen“ Menschenleben und parallelisiert die Jordan-Taufe mit der Empfängnis des Menschen, die folgenden drei Jahre mit der Werdezeit im Mutterleib, den Tod auf Golgatha mit der menschlichen Geburt, die 40 Tage zwischen Ostern und Himmelfahrt mit der normalen Biographie sowie die 10 Tage zwischen Himmelfahrt und Pfingsten mit dem nachtodlichen Weg in die geistige Welt. (Gesamtausgabe Band 148, Oslo 3. Oktober 1913).
Dieser Ansatz, den Weg des Christus zu verstehen ist absolut neu, um nicht zu sagen revolutionär – und ebenso auch für ein spirituelles Verständnis der menschlichen Embryologie. Dem geht die Autorin nach.
Pearl Goodwin studierte Embryologie und Genetik an der Universität Edinburgh und arbeitete später am Massachusetts Institute of Technology. 1977 wurde sie zur Priesterin geweiht und lehrte viele Jahre Embryologie am Stuttgarter Priesterseminar. Heute lebt sie im Ruhestand in Forest Row, England.
Verlag des Ita Wegman Instituts, ISBN 978-3-907746-04-2.
Jochen Butenholz