Sommerprogramm 2026
„Nun, erlauchter König,“ sagte da der weiseste unter den Räten, „wenn du das für ein Unrecht ansiehst, so schicken wir den Küchenjungen auf eine gute Art und Weise auf eine Reise, die so weit ist, dass er von ihr nicht zurückkommt, auch wenn er hundert Jahre wanderte. Schicken wir ihn zur Sonne, dass er sie frage, wie das zugeht, dass sie seit Ewigkeit Tag um Tag bis zum Mittag hin immer höher und höher steigt und alles mehr und mehr anglüht, und sich von Mittag an nach abwärts neigt und alles schwächer und schwächer erwärmt.“
aus: Die Reise zur Sonne (ein slowakisches Märchen)
Liebe Gemeinde,
tausende, ja sogar bis zu 350 000 Menschen laufen jährlich den Jakobsweg. Aus den unterschiedlichsten Hintergründen, Ländern und Lebenslagen zieht dieser Weg Menschen auf seine Pfade. Sie alle pilgern gemeinsam Richtung Westen – sie folgen der Sonne und alle suchen etwas. Wir alle kennen so eine Suche des Lebens und oft bemerken wir erst dann, wenn wir dieses Etwas gefunden haben, was wir eigentlich gesucht haben.
Diese Menschen, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, wandern auf ihrer Suche der Sonne nach. Doch der Mensch kommt, wenn er der physischen Sonne folgt, eigentlich nie ans Ziel, denn sie bewegt sich immer weiter. So können wir einmal um die Erde gehen und immer wird die Sonne uns voraus sein. Darum denken die Weisesten im Märchen, dass der Küchenjunge nie ankommen wird.
Weil wir aber nicht so schnell sind wie die Sonne, sehen wir, wie am Ende des Tages die Sonne eine Schwelle übertritt und verschwindet, sie stirbt in die Dunkelheit hinein. Nur wenn wir auch über diese Schwelle gehen, die Schwelle ins eigene Innere, gehen wir wirklich den Weg der Sonne und können hoffen, dann auch irgendwann bei der Sonne selbst anzukommen.
Dieser Weg der Sonne heißt Menschwerden und die Suche ist eigentlich die Suche nach dem Menschsein. Vielleicht ist es genau das, was im Herzen der einzelnen Pilger sie aufruft loszulaufen.
Dieser Weg der Sonne ist auch der Weg, den wir ab Johanni gehen. Über das Jahr hin gesehen erreicht die Sonne im Äußeren zu Johanni ihren Zenit und ab dann nähert sie sich immer mehr der Schwelle, bis sie zu Michaeli diese Schwelle erreicht. Wenn wir diesen Weg mitgehen, können wir hoffen an Weihnachten bei der Sonne anzukommen – bei der Sonne im Dunkeln, im Inneren.
Es ist dieses zweite Halbjahr sowohl die Zeit, in der wir von der Sonne am meisten beschenkt werden und das Leben im Äußeren genießen dürfen, aber auch die Zeit, in der es am meisten auf uns ankommt, auch wirklich einen Weg zu gehen. Einen Weg der Menschwerdung, der uns bis an die Schwelle führt, wo wir aus dem eigenen Inneren heraus dieses Werden in die Hand nehmen können. Und diesen Weg bereitet Johannes der Täufer mit seinem Rufen in der Einsamkeit vor.
Möge die Sonne uns in diesem Sommer hell und warm vorausstrahlen.
Ihre Jessica Mirkin
mit Ute König, Stephan Neß und Sabine Silberhorn
P.S. Falls Sie noch nach einer Ferienlektüre suchen und nicht wöchentlich in die Menschenweihehandlung kommen können, kann ich Ihnen ans Herz legen, mit den 10 Perikopen (am Ende des Programmheftes: Mk 8, 27-38 bis Lk 7, 11-17) von der Johannizeit bis zur Michaelizeit zu leben. Vielleicht entdecken Sie auch dort etwas von diesem Weg.
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Sommer 2026
ALLGEMEINE ZEIT
Sa 30.5. Herzeloyde
18:00 Der Weg der Treue durch das Tal der Schuld
Ein Schauspiel
Sprache und Gesang: Sarah Kellogg
Regie: Jürg Schmied
So 31.5. Zur aktuellen Situation in Russland
18:00 Anna Geyer, Moskau
Gesamt-Synode in Stuttgart-Mitte
von Montag 1.6. bis Freitag 5.6.
Am Mittwoch 3. Juni findet keine Menschenweihehandlung statt
So 7.6. Zur aktuellen Situation in der Ukraine
11:15 Andrej Ziltsov, Odessa
Do 11.6. Der Weg auf den Berg
20:00 Leben mit der Bergpredigt Jessica Mirkin
Sa 13.6. Die Konfirmanden unter sich und unterwegs
So 14.6. Ein Bericht von der Synode
11:15 Ute König, Jessica Mirkin, Stephan Neß, Sabine Silberhorn
Mi 24.6. Johanni
10:00 Die Menschenweihehandlung
17:00 Das Johanni-Feuer aller Stuttgarter Gemeinden
beim Freibad in Möhringen
Sa 27.6. Musikalische Abendandacht zu Johanni
18:00 mit Katrin Ellger, Jürgen Gerlinger und Hedwig Rutt
*in Möhringen
21:00 Musikalische Abendandacht zu Johanni
mit Katrin Ellger, Jürgen Gerlinger und Hedwig Rutt
*in Stuttgart-Mitte
Sa 27.6. Lange Nacht der Anthroposophie
14.00 – 24:00 Information: https://www.rudolfsteinerhaus.org/lange-nacht
Do 2.7. Dass der Mensch zum Menschen werde…
20:00 Leben mit den Monatstugenden (VIII)
Selbstlosigkeit wird zu Katharsis
Marina Troubkina
So 5.7. Mein Weg zur Christengemeinschaft
11:15 Marina Troubkina
Do 9.7. Der Einweihungsweg Rudolf Steiners
20:00 in die Mysterien der geistigen Welt
Jonathan Bartlewski
Vorhang auf!
Das Stuttgarter Kinderwochenende in Sillenbuch
Samstag 11. und Sonntag 12. Juli 2026
jeweils 9:30 Uhr
Anmeldung bei Nathanael Becker
Ein Flyer liegt in der Gemeinde aus
Sa 11.7. Johanni in Wort und Musik
18:00 Orgel und Klavier Friedbald Rauscher
Do 16.7. Die therapeutische Bedeutung der 12 Tugenden
20:00 Michaela Glöckler, Dornach CH
So 19.7. Sommer-Café
Im Anschluss an die Sonntagshandlung für die Kinder
Zeit für Singen und Spielen
Leckeres am Mitbring-Buffet
Do 23.7. Dass der Mensch zum Menschen werde …
20:00 Leben mit den Monatstugenden (IX)
Mitleid wird zur Freiheit Stephan Neß
Sa 29.8. Joseph Haydn
18:00 Ensemble Syrinx Plus, Zürich
Do 10.9. Dass der Mensch zum Menschen werde …
20:00 Leben mit den Monatstugenden (X)
Höflichkeit wird zu Herzenstakt Jessica Mirkin
So 13.9. Stunde der Gemeinde
11:15 Der Sommer war sehr groß
Do 17.9. Die sechs Herzübungen
20:00 und die Gesundung des Herzens
Johannes Greiner
So 20.9. Mein Weg zur Christengemeinschaft
11:15 Jessica Mirkin
Do 24.9. Dass der Mensch zum Menschen werde …
20:00 Leben mit den Monatstugenden (XI)
Zufriedenheit – ein Forderung unserer Zeit
Stephan Neß