Die Christengemeinschaft
Südwest-Holstein

Elmshorn: Hebst 2026

Liebe Mitglieder und Freunde,

wenn Sie dieses neue Programm erhalten, ist schon wieder die dunklere Jahreszeit angebrochen.
Die Wintersonnenwende bringt unserem äußeren Sehen und inneren Erleben die Dunkelheit im Jahreslauf deutlich ins Bewusstsein. Wie gut, dass wir Lichtschalter und Kerzen haben, um die äußere Dunkelheit zu erhellen.
Wie ganz anders sieht es in unserem gesellschaftlichen Leben aus. Auch dort nehmen die Kräfte der Dunkelheit merklich zu: es wird allseits kritisiert, „besser gewusst“, abgeurteilt. Natürlich kann man viele Schwachstellen in unserer Gesellschaft finden und darf sie auch nicht totschweigen. Andererseits vergessen wir anscheinend oft, dass es immer leichter ist „nein“ zu sagen, als ein gemeinsames „ja“ zu finden.
Und ein „nein“ birgt meistens Ablehnung, Geringschätzung oder Unverständnis in sich.
Anders formuliert: so ein „nein“ schafft Dunkelheit.
Auch im persönlichen Leben kennen wir das nur zu gut: wer sich selbst (oder andere Menschen) ablehnt, geringschätzt oder unverständlich erlebt, kennt die zunehmende Dunkelheit in der eigenen Seele. Wo ist denn da der „Lichtschalter“, oder die Kerze, ohne die wir auch in unserer äußeren Behausung nur im Dunkel leben könnten? Bei beiden kommt es auf uns selbst an: der Lichtschalter muss von mir betätigt werden, der Funke muss von mir an den Kerzendocht gehalten werden. Mein „Ich“ wird zu der eigentlichen Quelle des Lichtes. Dessen kann ich mir bewusst sein, oder eben nicht. Doch je mehr ich mich um Bewusstsein für diese inneren Fähigkeit bemühe, umso mehr kann mir in der Seele „aufleuchten“, dass ich Teil einer göttlich – schöpferischen Welt bin. Und diese Welt wartet darauf, dass wir uns unserer inneren Fähigkeit des Leuchtens bewusstwerden.
„Alle Kreatur wartet mit Sehnsucht darauf, dass in der Menschheit die Kinder Gottes zu leuchten beginnen“ (Römer 8,19). 
Wäre das einfach, würden es mehr Menschen machen.
Doch nur auf dem Weg über das individuelle „Ich“ kann ein weiteres Stück Freiheit errungen werden.
Ich wünsche uns viel Kraft bei dem Erleuchten der Dunkelheit,
bei dem Wirken aus dem „Ich“,
Ihr Uwe Sondermann