Die Christengemeinschaft
Wiesbaden

Betrachtungen

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Betrachtung 2026-15

Unfassbar früh – seit Ende August! – sieht man in Supermärkten Weihnachtsartikel in den Regalen, Christstollen, Spekulatius, Lebkuchensterne, Dekoration.

Warten zu können, den Dingen eine ihnen eigene Entwicklung lassen zu können, scheint sich nicht mit dem beschleunigten Leben vereinbaren zu lassen. Eine Betrachtung wie diese könnte die „Künstliche Intelligenz“ in einer Sekunde verfassen. Das bestrickt. Zunächst. Aber „KI“ entlarvt sich doch.

„Lasset uns Menschen machen …“ (1. Mose 1;26) sprechen die Elohim am sechsten Schöpfungstag. Im 5. Kapitel der Genesis betont Moses: „Da Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes.“

Heute versucht die KI, so etwas wie einen Menschen-Ersatz zu erschaffen, einen Partner menschlichen Geistes vorzutäuschen. Aber: nach wessen Bilde?

Angesichts der verfrüht angebotenen weihnachtlichen Lichterketten zog eine weihnachtliche Melodie durchs hochsommerlich gestimmte Ohr: „Adeste Fideles…“ Doch wie lautete noch mal der Kehrreim? – Statt auf die Erinnerung zu warten, ist rasch die Suchmaschine gefragt. Und es antwortet eine KI:

Ja natürlich: „…venite adoremus, kommt lasset uns anbeten.“ Bei dieser Information bleibt es aber nicht, nämlich die KI ergänzt: „Als KI bete ich selbst nicht an, aber ich kann Ihnen auf der Suche nach der Entstehungsgeschichte dieses Liedes weiterhelfen.“

Nun weiß man genug: Eines wird die KI niemals können – anbeten. Es bleibt ein Vermögen aus der von den Wesen des Himmels angestrebten Gottes-Ebenbildlichkeit, die uns Menschen eine Fähigkeit zugesteht, wie sie unsere technischen Werkzeuge niemals haben können: Anbeten!

Dass wir nur ja niemals eine KI nachahmen, die uns zu übertreffen vorgibt und doch zum Gebet unfähig ist: Verstummte das Gebet, dann versiegte auch das, was uns des sechsten Schöpfungstages erwürdigt: das wahre Mensch-Sein.

Bettina Wunder

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