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Betrachtung 2026-09
Wie tröstlich ist es doch, in dem Vertrauen zu leben, dass jeden Morgen die Sonne aufgeht, dass jedes Jahr der Kirschbaum aufs Neue Kirschen trägt. Dass – auch nach einiger Trockenheit – wir wissen dürfen, der nächste Regen kommt bestimmt.
Kindern kann ein Urvertrauen in das Leben selbst gegeben sein – nämlich dann, wenn sie erleben dürfen: „Die Welt ist gut; die Welt ist schön.“
Im Sakrament der Konfirmation kommt diese Lebenstatsache auf wunderbare Weise ins Wort: Die Konfirmanden hören die Worte: dass sie bisher geführt wurden von lieben Eltern und Lehrern. Mit der Konfirmation beginnt nun das Leben selbst zur großen Schule zu werden. Auch in der Schule will jetzt erlebt werden; „Die Welt ist wahr.“ Wer hat (Joh 14;6) gesagt: „Ich BIN die Wahrheit“? Der Christus-Geist; er übernimmt. Als „helfender Führer“ lässt er sich erkennen. In Freiheit!
Dann, nach der Konfirmation, beginnt unser eigener Weg, nämlich dieses Vertrauen, das uns selbstverständlich gegeben war, zu bekräftigen, zu verstehen, zu erkennen, aus uns heraus. So dass wir irgendwann empfinden können: «Wir leben in dem Vertrauen, dass der Christus bei uns ist „alle Tage bis an der Zeiten Ende.“» (Mt 28;20) — ER ist der Weg.
Ab da wird den jungen Menschen nicht mehr die Tür zum Weiheraum geöffnet; da ist es an ihnen, die Tür zu öffnen, eigen-entschlossen. Die Kerzenflammen werden in ihrem, in unserem Beisein entzündet.
Nun beten wir selbst, in Gemeinschaft mit dem Priester, unser Denken möge „leben in des Heiligen Geistes Leben durch alle folgenden Erdenkreise.“
Selbst im Sturm von Leidenschaften und Affekten «kann eine gewisse Ruhe eintreten, wenn sich das Seelenschiff bis zu der Insel des Denkens hingearbeitet hat.»
Wir können wissen, dass uns unser Denken ermöglicht, die Wahrheit im Geiste zu erfassen und zum Herzen zu tragen. Unsere Herzen haben ein untrügliches Gespür für das Wahre. Das Herz pulsiert mit dem Leben im Geiste der Wahrheit. Mit ihm, mit CHristus.
Die Wahrheit ist es, die uns – seit Ur-Pfingsten – frei machen wird (Joh 8;32). Wie tröstlich erst recht ist das doch! In diesen Zeiten!
Bettina Wunder
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