„Der morgige Tag wird für sich selbst sorgen“ (Matthäus 6: 34).
In unserer Welt voller Besorgnis erregender Ereignisse scheint die Aufgabe, die Christus durch diesen Ausspruch an seine Jünger stellt, schier unmöglich. In Zeiten von Harmonie und Frieden wäre es nicht schwer, sorgenfrei zu leben – aber jetzt? Statt Frieden und Harmonie herrschen Konflikte und Chaos, wohin wir uns auch wenden. Und dennoch ist der Appell des Christus: „Mache dir keine Sorgen um morgen…“ Also eine Aufgabe für alle Zeiten, in Glück und Elend, im Schicksal und Missgeschick. Nur, wie soll man das schaffen?
Ein Weg, Vertrauen in die Zukunft zu entwickeln, ist die Menschenweihehandlung. Je mehr man von diesem gemeinsamen Gebet – dieser Fürbitte – Teil wird, desto mehr erlebt man: Ich kann mittragen. Ich werde mitgetragen.
Aber mit wem beten wir eigentlich diese Fürbitte? Im zweiten Teil der Weihehandlung – der Opferung – wird diese Frage beantwortet. Mit jedem Schritt der Opferung wächst unser Gebet: nicht nur das der sichtbaren Gemeinde, sondern auch das Gebet aller wahren Christen und aller Verstorbenen. Und schließlich ist noch Einer, der mit uns opfert und betet. Das ist Christus selbst, der in jeder Weihehandlung sein Opfer bringt. So wird es später wörtlich ausgesprochen: „Das Christus-Opfer, so wie es sich beleben möge in uns, durch uns.“
Dadurch, dass Er mit uns betet und sich mit uns opfert, bekommt unser Gebet Flügel. Er geht ja mit uns, in Freude und Leid, im Schicksal und Missgeschick. Und wer einmal das Licht Christi am Altar erlebt hat, wird es auch in unserem Tageslicht erkennen. Darum können wir vertrauen – auch auf den morgigen Tag!
Verfasst von Bastiaan Baan, Priester
