Matthäus 22, 1 – 14
Predigt der Woche
Heute leben viele in der Illusion, dass sie in den Himmel so eintreten können, wie sie auf der Erde gelebt haben. Sie werden direkt vor Gott stehen, – so denken sie – um Ihm mitzuteilen, dass auf der Erde nichts taugt und Er etwas tun soll, um alles wieder in Ordnung zu bringen.
Es ist lange her, seitdem sich die Menschen nach einem Schicksalsschlag sagten, „Gott hat es gegeben, Gott hat es genommen. Der Name des Herrn sei gelobt. “
Später begannen die Menschen an der Allmacht Gottes zu zweifeln. Und heute fragt man direkt „Wo ist Gott an all den Orten, wo das Leben zur Hölle geworden ist? Wo bleibt Seine Allmacht?“
In allen solchen Fragen lebt ein Vorwurf, ob still oder laut. Wir wollen uns selbst nicht verändern, Gott soll die Sache richten.
Aber wenn wir Gott um etwas bitten möchten, können wir nicht so bleiben, wie wir nun sind. Sagt doch der Christus, „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so könnt ihr nicht ins Himmelreich kommen“ (Matthäus 18, 3).
Wenn wir in Sein Reich eintreten wollen, müssen wir alles hinter uns lassen, was uns an diese sterbende Erde bindet: unseren Besitz, unsere Geschäfte, unsere täglichen Gewohnheiten, unsere Urteile und Vorurteile.
Wir müssen wie Neugeborene werden. Wir können erst dann vor Gott hintreten, wenn wir unsere Schuhe ausziehen, wenn wir unsere äußerlichen Sicherheiten ablegen, wenn wir aus Seinen Händen das weiße Gewand des reinen Lebens empfangen.
Dann erst sind wir bereit, in den Hochzeitssaal einzutreten. Und Ihm gegenüberzustehen – Auge in Auge.
Verfasst von Bastiaan Baan, Priester
