„Ohne mich könnt ihr nichts tun” (Johannes 15:5).
„Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden – aber vorwärts gelebt werden” (Sören Kierkegaard). So geht es gewöhnlich – beziehungsweise so denken wir, dass es gehen sollte.
„Trial and error“ gehören zu unserem Leben: Erst im Laufe der Zeit fangen wir an, von unseren Fehlern zu lernen. Vielleicht kommen wir zu einem objektiveren Standpunkt im Laufe des Älterwerdens, zumindest dann, wenn wir in der Zwischenzeit einige Selbstkenntnis entwickelt haben.
Nichts im Leben kann jedoch verglichen werden mit unserem Schauen im Augenblick des Sterbens. Dann sehen wir uns nämlich selbst im Rückblick auf unser Leben mit den Augen des Christus: „Sein Blick bewirkte, dass ich mich mit Seinen Augen sah.“ So beschreibt es jemand nach seiner Nahtoderfahrung. Was während des Lebens wichtig erschien, kann im Hinblick auf die Ewigkeit seine Bedeutung verlieren. Umgekehrt: Was uns in unserem täglichen Leben unwichtig erschien, kann in den Augen von Christus bedeutungsvoll werden. Nur beim definitiven Rückblick auf unser Leben werden wir erkennen: „Er ist der Weinstock, wir sind die Reben“ (Johannes 15:5). Ohne Ihn fehlt mir die Kraft zum Handeln.
Es ist nicht absolut nötig, unser Leben nur vorwärts zu leben und erst am Ende zu begreifen. Wir müssen nicht warten bis wir pensioniert, altersschwach oder sterbend sind … Jeder Tag ermöglicht uns, rückwärtsgewandt zu begreifen.
Besteige am Tagesende einen Hügel: Bitte Christus darum, dass er dich begleitet. Stelle dir die Frage: Wo war ich heute? Frage Christus: Wo warst Du heute? Du und ich, der Weinstock und die Rebe – sind wir noch miteinander verbunden?
Verfasst von Bastiaan Baan, Priester
