Liebe Mitglieder und Freunde der Christengemeinschaft,
vor fünf Jahren habe ich das Amt des Erzoberlenkers übernommen. Es war dies kurz vor dem Erfüllen unseres 100 – jährigen Bestehens und wir standen vor der Aufgabe, wie wir den Übergang durch diesen bedeutsamen geschichtlichen Punkt im Werden unserer Bewegung für religiöse Erneuerung feiern und so gestalten könnten, dass Zukunftsimpulse sichtbar werden können. Bei vielen Feierlichkeiten in der Öffentlichkeit sowie auch innerhalb unserer Gemeinden und der Priestergemeinschaft, schauten wir mit Dankbarkeit auf das zurück, was entstanden ist im Laufe ersten Jahrhunderts. Wir blickten aber auch mit Ernst auf die großen Herausforderungen unserer Zeit und mit Zuversicht in die Zukunft, in der Hoffnung, dass wir, wenn wir unser Bestmögliches selbstlos tun, die geistige Führung der Menschheit, die unsere Gründung ermöglicht hat, uns weiterhin helfen wird bei unserer Arbeit, damit wir unsere Aufgabe erfüllen können, durch die wir unseren Beitrag leisten wollen für das Werden des Menschen auf der Erde.
Nun stehen wir nach diesem Wendepunkt mit unserer Bewegung und unserer Arbeit am Anfang eines neuen Jahrhunderts. Und man könnte fragen: was hat sich geändert? Zum einen hat sich die Welt geändert – und wir sind mittendrin in diesem Prozess der Veränderung. Sie bringt Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit mit sich, große Risiken aber auch Chancen.
Und unsere Christengemeinschaft – hat sie sich verändert? Auch sie hat sich verändert und muss sich weiter wandeln, um den Herausforderungen gerecht zu werden, die die Zeitlage an sie stellt. Das bringt für uns auch gelegentlich Unsicherheit mit sich, Risiken und Chancen, aber keine Orientierungslosigkeit. Denn, was seit der Begründung der Christengemeinschaft uns leitet, was heute und in der Zukunft unsere Orientierung ist und immer mehr und immer stärker werden soll, ist das Christus-Wirken. Das Wirken des Repräsentanten der Menschheit, die Quelle woraus wir die Kraft empfangen können, um unseren Beitrag leisten zu können, dass der Mensch auf der Erde immer menschlicher werden kann.
Persönlich schaue ich mit tiefer Dankbarkeit auf die vergangenen fünf Jahre, in denen wir in fruchtbarer Zusammenarbeit mit den Kollegen im Siebenerkreis diesen Übergang in das neue Jahrhundert haben gestalten dürfen. Dankbar bin ich auch allen Mitpriestern, den Mitgliedern und Freunden unserer Bewegung, die wohlwollend und Tatkräftig diesen Schritt mitgetragen und mitgestaltet haben.
Bedingt durch meine Gesundheit schien es mir nun richtig, mein Amt als Erzoberlenker an einen Nachfolger zu übergeben. Auf meine Anfrage hin hat sich Christward Kröner bereit erklärt, bei der nächsten Priestersynode, Anfang Juni in Stuttgart, das Amt des Erzoberlenkers zu übernehmen.
Er hat 1990 die Weihe empfangen und war in den Gemeinden in Johannesburg, Bremen und Hamburg-Blankenese als Pfarrer tätig. Einige Jahre wirkte er in der Leitung des Priesterseminars in Hamburg mit. Seit 2005 ist er Mitglied im Siebenerkreis; 2007 wurde er zum Oberlenker berufen. Mit seiner Amtsübernahme verbindet sich die Hoffnung auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Christengemeinschaft im 2. Jahrhundert ihres Bestehens.
Durch mein Ausscheiden aus der Leitung der Christengemeinschaft wird es auch nötig, den Kreis der Oberlenker wieder zu ergänzen. Wir sind Martin Merckens dankbar, dass er bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen und so mit Oliver Steinrueck und Christward Kröner den Oberlenkerkreis zu bilden.
In tiefer Verbundenheit, Dankbarkeit und Zuversicht grüße ich Sie alle sehr herzlich,
João F. Torunsky
Stuttgart, den 08.03.2026