Was sucht der Himmel auf Erden?
“Es ist gut für Euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu Euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu Euch senden“ (Johannes 16,7).
In einer Welt voll Lügen und Gewalt kann man sich leicht vorstellen, dass es den Himmel nicht mehr interessiert, was auf Erden geschieht. Von uns Menschen aus gesehen könnten wir denken, dass die Engel keine Liebe mehr für uns empfinden, sich auch nicht mehr um uns kümmern und uns nicht mehr helfen wollen. Macht alles selbst! In unserer Zeit besteht tatsächlich die Gefahr, dass die Engelwelt ihr Interesse an der Menschheit verliert.
Andererseits kann man sich aber auch vorstellen, dass die Engel ruhelos nach Orten suchen, wo Menschen die geistige Flamme entzünden und den Geist bitten, um in ihrer Gemeinschaft anwesend zu sein. Der Geist kommt nicht aus dem Nichts, ohne Einladung. Er muss gerufen werden! Christus nannte ihn mit dem griechischen Namen: „Parakletos“ – wörtlich bedeutet dies: „Er, der gerufen ist um zu helfen (denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Paraklet, der Tröster, nicht zu euch“ (Johannes 16,7). Im Kindergottesdienst spricht der Priester wörtlich aus: „Ich rufe zum Gottesgeist, dass er sei bei euch …“.
Nur eine kleine Gemeinschaft gleichgesinnter Geistsucher ist notwendig, um den Himmel auf die Erde zu rufen. Beim allerersten Pfingstfest waren es nicht mehr als Zwölf, die durch das gemeinschaftliche Gebet vorbereitet waren (Apostelgeschichte 1,14). Durch ihre Geistesgegenwart waren sie im Stande, den Geist anzurufen. Diese Anwesenheit spürt man in einem einfachen Gedicht:
Yesterday is history
Tomorrow is a mystery
Today is a gift
That’s why we call it: Present.
Sind wir „präsent“, um das Geschenk des Geistes jeden Tag aufs Neue zu empfangen?
Verfasst von Bastiaan Baan, Priester
