Predigt der Woche

Predigt der Woche
Foto: Siarhei Nester

Pfingsten

Wer sich mit dem Geist verbinden möchte, muss zum Bittsteller für den Geist werden. Dies bedeutet aber nicht, dass man wie ein Bettler am Wegesrand sitzen und die Hand aufhalten muss, bis jemand etwas hineinlegt. Im Gegenteil: um den Geist aufnehmen zu können, müssen wir innerlich in Bewegung kommen. In der Sprache des Kindergottesdienstes heißt es: Erhebe deine Seele zum Geiste der Welt. Darum nennt man im Evangelium den Heiligen Geist auch „Paraklet“; dies bedeutet wörtlich: der Gerufene.

Dies ist das Wesen des Gebetes: wir knieen nieder um uns zu erheben, wir strecken unsere bittenden Hände aus, wir erfüllen unser Gebet mit dem Feuer unseres Verlangens.

In den Seligpreisungen spricht Christus:

„Selig sind, die da betteln um Geist, denn ihrer ist das Himmelreich“.

Beim persönlichen Gebet ist jeder König in seinem eigenen Reich, mit seinem Engel verbunden.

Beim gemeinschaftlichen Gebet werden Kräfte gebündelt. Sie summieren sich nicht nur, sondern vervielfältigen sich auch. Sie richten sich nicht nur an unseren Engel, sondern rufen auch den Gemeindeengel an – den Boten eines noch höheren Wesens.

Nur in einer Gruppe gemeinschaftlich gestimmter Seelen kann sich das höchste geistige Wesen, der Heilige Geist, manifestieren. Ohne Gemeinschaft kann es kein Pfingsten werden. Zwölf waren genug beim allerersten Pfingstfest.

Die Menschenweihehandlung wurde uns geschenkt als starkes, gemeinschaftliches Gebet für unsere heutige Zeit – als eine Hilfe zur Verstärkung der Kräfte des Gebetes. So können sie wie feurige Worte und Taten vom Altar aufsteigen bis in die höchsten Regionen der geistigen Welt. Sobald sich eine Gemeinschaft mit ihrer Seele richtet an das Reich des Geistes, findet der Heilige Geist auf Erden unter uns Menschen einen Platz zum Wohnen.

Verfasst von Bastiaan Baan, Priester

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