Die Christengemeinschaft
Berlin-Prenzlauer Berg

Herzlich willkommen auf der Webseite der Christengemeinschaft – wir freuen uns, dass Sie zu uns gefunden haben.

Die Suche nach Sinn und nach einem spirituellen Leben ist tief in der Menschenseele verwurzelt. Wir möchten dieser Suche einen Raum geben – einen Ort des ernsten, gemeinsamen Ringens um Verständnis.
Wir suchen einen zeitgemäßen Weg zum Christentum – nicht als Sammlung von Glaubensdogmen, sondern als lebendige Begegnung mit dem Ereignis, das in Tod und Auferstehung geschehen ist und bis heute wirkt.
Im Mittelpunkt steht das sakramentale Leben: gemeinsam gefeiert, persönlich erfahren. Schauen Sie vorbei – wir freuen uns auf Sie.

Das Leben in der Gemeinde
Im Mittelpunkt des Gemeindelebens stehen die Sakramente – allen voran die Menschenweihehandlung als erneuerter Abendmahlsgottesdienst. Um sie herum entfaltet sich ein Leben, das sowohl nach innen als auch nach außen wirkt.

Nach innen ist die Gemeinde ein Übungsweg: ein Raum, in dem Menschen gemeinsam die Wirksamkeit des Christus wahrnehmen und immer tiefer verstehen wollen. Die Priester bringen ihre eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse ein – ohne Dogmen, ohne verbindliche Kirchenlehre. Die Mitglieder suchen ihren eigenen Weg – ohne Bekenntnis, ohne Mitgliedschaftspflicht. Was alle verbindet, ist nicht eine gemeinsame Lehre, sondern eine gemeinsame Praxis.

Nach außen versteht sich die Gemeinde als kultureller Ort – ein Raum der Begegnung, der das Leben in seiner Umgebung bereichern möchte. Vorträge, künstlerische Aufführungen, Kurse und Gesprächsgruppen sind nicht Beiwerk, sondern Teil des Auftrags.

Theologisch versteht die Christengemeinschaft das Christentum nicht als Zugehörigkeitsreligion, sondern als persönlichen Entwicklungsweg. Das Christusbild ist weit gefasst: Christus nicht nur als historische Gestalt, sondern als kosmisches Wesen, dessen Wirksamkeit bis heute andauert. Fragen wie Reinkarnation und Karma werden nicht ausgeblendet, sondern als Teil eines christlichen Weltverständnisses ernsthaft bewegt. Männer und Frauen sind im Priesterberuf gleichberechtigt. Oberstes Ziel ist nicht die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft, sondern die Freiheit und Autonomie jedes einzelnen Menschen.

Entstehung der Christengemeinschaft
Die Christengemeinschaft wurde im September 1922 in Dornach in der Schweiz gegründet – aus der Begegnung einer Gruppe junger Theologen mit Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie. Aus diesen Begegnungen entstanden praktische Formen, die eine Erneuerung des religiösen Lebens ermöglichten. Zum Advent 1922 begann in den ersten Gemeinden das regelmäßige Feiern der Menschenweihehandlung.

1941 wurde die Christengemeinschaft von den Nationalsozialisten verboten – doch sie lebte im Verborgenen weiter und konnte nach 1945 wieder öffentlich wirken.

Heute ist die Christengemeinschaft auf allen Erdteilen vertreten. Der Gottesdienst wird jeweils in der Landessprache gefeiert.

Arbeit in Berlin
Der Keim der Berliner Gemeinde wurde durch Friedrich Rittelmeyer gelegt – einen in ganz Deutschland bekannten evangelischen Pfarrer, der an der Neuen Kirche am Gendarmenmarkt wirkte. Die erste Menschenweihehandlung wurde in Berlin am 1. Adventsonntag 1922 gefeiert.

Am 13. August 1961 zog die Berliner Mauer mitten durch das Gemeindeleben. Die Ost-Berliner Gemeinde fand neue Orte – zuerst in der Strausberger Straße, später in der Schwedter Straße mit einer Werkstatt für Sakrale Kunst in der Ossietzkystraße.

Was in diesen Jahren entstand, war mehr als ein Notbetrieb. Die Gemeinde wurde zu einem lebendigen Ort des Geistes – einem der wenigen Räume, in denen Anthroposophie, Religionsunterricht, Eurythmie und freies Denken im Verborgenen weiterlebten. Nach dem Mauerfall flossen die Impulse, die hier gereift waren, in die Welt hinaus.

Im Oktober 2004 konnte die Gemeinde ihr eigenes Haus in der Schwedter Straße 3–4 in Prenzlauer Berg errichten – ein Ort, der seither Gottesdienst, Kultur und Gemeinschaft unter einem Dach vereint.

Die Sakramente
Das Leben des Menschen verläuft in Phasen – Geburt, Reife, Liebe, Verlust, Tod. Die Sakramente sind die Heiligung der Verwandlung: Überall dort, wo eine echte Veränderung geschieht, wird sie nicht übergangen – sondern angeschaut, in die Mitte gestellt, gefeiert und getragen. So werden die großen Schwellen des Lebens zu Entwicklungsimpulsen.

Jedes Sakrament wird in einem festen kultischen Rahmen gefeiert – mit bestimmten Gewändern, Substanzen und einem unveränderlichen Ablauf. Diese Beständigkeit ist kein Selbstzweck: Sie schafft einen Raum, der sich dem Alltag entzieht und in dem das Geistige erfahrbar werden kann.

Im Laufe eines Lebens entfalten sich sieben Sakramente:

  • Taufe – Geburt und vorgeburtliches Leben
  • Konfirmation – Wandlung des Leibes und Erdenreife
  • Menschenweihehandlung – die Aufgabe der Gemeinschaft
  • Beichte – die eigene Biografie verstehen und annehmen
  • Trauung – Einigung der Polaritäten
  • Priesterweihe – Berufung und Dienst an der Gemeinschaft
  • Heilige Ölung – Verbinden und Loslassen

Dazu kommen ein Bestattungsritual sowie die Sonntagshandlung für Kinder ab dem Schulalter. Alle Sakramente sind von Anfang an auf eines ausgerichtet: die Freiheit und die persönliche Entfaltung jedes Menschen zu fördern.

Die Gemeinde kennenlernen

Gottesdienst

Unsere Zeiten für den Gottesdienst und weitere Andachten sind hier veröffentlicht.

Veranstaltungen

Konzerte, Vorträge, Gemeindefeste und viele weitere Veranstaltungen finden in der Gemeinde statt.

Kontakt

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