Der Johannesprolog als Form im Präludium der 1. Cello-Suite von J. S. Bach

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Standort
Im Saal der Gemeinde
Der Johannesprolog als Form im Präludium der 1. Cello-Suite von  J. S. Bach

“Musik und Sprache unterscheiden sich u.a. darin, dass Sprache immer – und meist vor allem – auch einen begrifflichen Inhalt „transportiert“, also etwas, das unmittelbar auch das begriffliche Denken anspricht und in Tätigkeit setzt, während die Musik eine „Sprache der Empfindungen“ ist, die sich absichtlich solch eindeutigen gedanklichen Begriffsbestimmungen, wie die Sprache sie hervorruft, entzieht, um die Empfindung selbst
sprechen zu lassen. So wie in einem Bild aus zwei verschiedenen Farben, aber zwischen diesen beiden Farben eine Form zu sehen ist, die beide Farben miteinander verbindet und an der sie beide teilhaben, so lässt sich entdecken, dass die Form des Präludiums aus Johann Sebastian Bachs erster Suite für Violoncello solo eine frappante Ähnlichkeit mit der des ersten Teils des Johannes-Prologs aufweist. Das wollen wir zusammen entdecken und dabei hoffentlich auch ein wenig dazu beitragen, auf ein und denselben Inhalt bezogen, die Kraft
des Denkens ebenso zu stärken, wie die des Empfindens.” (Axel Sebastian Dehmelt)