
Sommer 2026
Liebe Mitglieder und Freunde,
in der Natur ist die Sonne wieder an ihren höchsten Stand angelangt. Wärme und Licht erstrahlen in unseren Lebensumkreis und lassen uns die kosmischen Kräfte erahnen. Über dieser Fülle kann man fast vergessen, dass die Jahreszeit von Dunkelheit und Kälte noch gar nicht so lange her ist.
Leider gilt das nicht so für unser zwischenmenschliches Leben. Da erleben wir im Alltag nur zu oft das Dunkel des Unverständnisses und die Kälte der Ablehnung. Anstatt eingebunden zu sein, überkommt uns häufig die Ohnmacht gegenüber den äußeren Verhältnissen, oder auch unserem eigenen Seelenleben.
Nun weiß jeder, dass ein Höhepunkt auch ein Umkehrpunkt ist. Es geht eben nicht noch höher hinauf, sondern ab jetzt führt der Weg nach unten. Für das Leben mit der Natur heißt das: wir können uns auf weniger äußeres Licht und Wärme einstellen. So mancher versucht dann im Sommer möglichst viel „Sonne zu tanken“, um eben im Winter viel Licht und Wärme im Inneren zu haben.
Eigentlich sagt der Täufer mit anderen Worten dasselbe: „Ändert euren Sinn, dass Himmelreich ist nahe herbeigekommen“. Je mehr wir uns um ein Erleben des Himmelreiches bemühen, desto mehr steht uns einmal innerlich von diesem Himmelreich zu Verfügung. Dabei kann es hilfreich sein, „hinter“ dem äußeren Sonnenlicht, den Christus zu ahnen, der uns helfend und wärmend den Weg in unser Innerstes erleuchten will.
Ein Weg zum Verständnis des Erlebens vom nahe gekommenen Himmelreich sind die 10 Evangelien zwischen Johanni und Michaeli. In einem Sommerkurs soll dieser Weg näher betrachtet werden.
Ein anderer Weg ist ein immer bewussterer Umgang in unserem Miteinander. Damit wollen wir uns kurz vor Michaeli an einem Abend beschäftigen, der den Titel trägt: Soziale Dreigliederung in der Christengemeinschaft? Brüderlichkeit: untereinander – regional – weltweit.
Den sakramentalen Weg gehen wir natürlich im regelmäßigen Feiern der Weihehandlung weiter. Neben vielen Wegen, das Himmelreich zu erahnen, ist das der „altbekannte“, aber immer wieder neu zu ergreifende Weg. In der Bitte um „Dein Reich komme zu uns“ versuchen wir schließlich als Gemeinschaft, das innere Licht und die Wärme zu erleben und zu ergreifen.
Ich wünsche Ihnen eine sonnig leuchtende Sommerzeit und grüße Sie herzlich,
auch im Namen der Kollegen,
Ihr Uwe Sondermann