Stille Helden mit und ohne Jenseits – Gottesverlust und geisterhaftes Drüben für Dichter im 19. Jahrhundert.

Vortrag von Frank Hörtreiter. Die Dichtung des deutschen Idealismus hatte mit Gottes Existenz und Wirken noch wenig Probleme. Das wirkt auch noch nach bei Adalbert Stifter, Peter Rosegger oder Marie von Ebner-Eschenbach. Doch manche Schriftsteller im 19. Jahrhundert (so etwa Theodor Fontane, Gustav Freitag, Betty Paoli) erleben den sogenannten „Gottesverlust“, der in dieser Zeit manche kirchen- und religionskritische Blüten getrieben hat, obwohl manche dieser Menschen doch auch eine Sehnsucht zum Übersinnlichen suchten: Wilhelm Raabe in seiner Spökenkiekerei, Theodor Storm in seiner Eichsfeld-Zeit als Katholizismus-Kritiker, Möchtegern-Beichtvater und Weihnachtsbaum- Verehrer Gottfried Keller mit seinen poetischen Ausblicken der Toten. Es bietet Trost, darüber mal zu reden, wenn das Jahr dunkelt.

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