Die Christengemeinschaft
Siegen

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Gemeindebrief unserer Pfarrerin Wiebke Goebel von Ostern bis Sommer 2026

Liebe Gemeinde,

Der Frühling hat begonnen und wir haben für Sie ein neues Gemeindeprogramm erstellt. Es regt dieses Mal vor allem unsere Kreativität sowohl künstlerisch, wie auch im Gespräch an. So vervollständigen wir die Entfaltung unserer Natur mit der Entfaltung menschlichen Schaffens.

Zu allererst feiern wir Ostern und begleiten vier junge Menschen, Jona Kühn, Minou Poosch, Lucian Tiller und Lena Krieger, in ihrer Konfirmation am 12. April um 10 Uhr. Am Vorabend wird Frau Romanitan aus Marburg um 17 Uhr eine Einführung in die Konfirmation für alle Gäste und Gemeinde geben: Christus und das Königtum des Menschen. Nach der Konfirmation und einer kurzen Pause, treffen wir uns noch einmal für eine halbe Stunde, in der ich den nun Jugendlichen eine kleine Übergabe bereiten möchte.

Am Sonntag, den 26. April nach der Sonntagshandlung, trifft sich dann die neue Konfirmandengruppe, Kinder und Eltern, um einen Vorblick auf das Jahr der Vorbereitung zur Konfirmation zu machen.

Der Sonntag, 3. Mai 11:30 Uhr, führt uns in den Klang der Lyrik. „Leben, Du ein Vogel im Atemland…“ Dieses kleine Programm besteht aus Gedichten, Balladen und dazugehörigen Violin-Improvisationen. In den Gedichten geht es um innere Werte, um das, was uns als Menschen leitet, aufrecht hält und verbindet. Es sind Werte, wie sie die Dichter dem Leben abgewinnen. Eines der Gedichte stammt von einer ukrainischen, zeitgenössischen Lyrikerin, eines von einem russischen Dichter. Auch möchten wir Ihnen gerne Friedrich Schillers Humor nahebringen. Ihm gelingt es, das selbst im Leben erlittene in köstlicher, drastischer Weise zu karikieren so, dass es berührend ist. Wir selber, Verena Jeggle und Christoph Jeggle sind einige Jahre lang im Ausland, in der Ukraine tätig gewesen und leben jetzt seit 2024 in Iserlohn. Verena ist Sprachgestalterin und Pädagogin, Christoph Lehrer für Russisch, Geographie und Geschichte, sowie für Deutsch als Fremdsprache.

Selber schöpferisch werden wir in unserer Musikwerkstatt am 5. Mai und 9. Juni jeweils um 19 Uhr. Wir greifen die Impulse und Anregungen von unserem Treffen im März auf und machen uns auf den Weg, Lieder und Musiken zur Menschenweihehandlung zu entdecken, ihr Inneres zu enthüllen.

Zu Himmelfahrt finden dieses Jahr wieder die Werkstatttage statt. Wir sind wieder auf dem Demeterhof Gut Marienhof bei Hattingen. Dieses Mal möchten wir zu den Familien auch ältere Menschen ansprechen und ihre Qualitäten mit in die Werkstatttage hineinbringen. So wird sich das Thema: Die Wandlung der Erde durch Präparate und die Menschenweihehandlung durch alle drei Tage ziehen mit dem Feiern der Menschenweihehandlung im Kuhstall, Gespräche zum Thema, rühren der Präparate und deren Ausbringen auf die Felder als Dank zwischen Himmel und Erde. Wir werden mit den Flyern eine Liste mit Unterkünften in der Nähe herausgeben. Es kann aber auch in den naheliegenden Gemeinden Essen, Bochum, Witten und Wuppertal nach Privatquartieren angefragt werden. So entstehen neue Kontakte.

Wir haben inzwischen einiges über Chartres gehört und gesehen. In der Schule von Chartres ging es auch darum, „zwischen den Zeilen“ lesen zu lernen und dadurch das Evangelium tiefer zu verstehen. Das wollen wir am 19. Mai versuchen. „Die Verklärung auf dem Berg – Von der äußeren zur inneren Sonne“. In dem Vortrag betrachten wir die Unterschiede, wie sie uns die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas schildern. Diese sehr „kleinen“ Unterschiede offenbaren aber ein Geheimnis.

Am Pfingstmontag wollen wir uns im Gespräch mit der Frage beschäftigen: Was macht uns als Christengemeinschaft aus? Wie wollen und können wir unsere Geistverbundenheit mit den anderen Menschen teilen? Wie zeigen wir uns in der Welt und lassen die Menschen trotz/wegen unserer Begeisterung frei, ihren ganz eigenen Weg zu gehen?

Am 31. Mai nach der Menschenweihehandlung wollen wir uns im Gespräch dem Verzeihen zuwenden. Bei allem Streit und Krieg in der Welt und im persönlichem Umfeld wird die Kunst  des Verzeihens vielleicht der einzige Weg sein, wieder zu einem menschlichen Miteinander zu kommen.

Wir haben die Freude, unsere russische Priesterin Anna Geyer am Samstag, den 6. Juni, bei uns in Siegen begrüßen zu dürfen. Wir feiern erst die Menschenweihehandlung auf russisch. Danach wird sie in einem Vortrag auf die Entwicklung des russischen Volkes und der russischen Seele eingehen, um alte und neue Wege von Russland und der Ukraine zu verstehen. Sie wird auch von der Situation der russischen Gemeinden der Christengemeinschaft erzählen. – Es wäre schön, wenn wir als Gastfreundschaft mit einem gemeinsamen Mittagsbuffet die Begegnung abrunden können.

Unser Johannifest werden wir am 28. Juni in der Matinee mit Andreas Vitt und seiner berührenden Gitarrenmusik feiern. Der Zyklus „Im Labyrinth“ für Sologitarre entstand in weiten Teilen nach einer ersten Reise nach Chartres. Im Verlauf der Musikstücke spiegelt sich der persönliche Weg des Menschen durch dieses Symbol wider, vom Eingang über verschiedene Stationen bis zum Erreichen des Zentrums. Andreas Vitt lebt in Siegen und arbeitet als Sonderpädagoge und Musiker. Er spielt zahlreiche Konzerte mit eigenen Werken im In- und Ausland.

Unser lieber Lenker von Westdeutschland, Jaroslaw Rolka, wird leider unsere Region verlassen und nach Wien umziehen, um dort die Lenkeraufgabe für das mittlere Europa zu übernehmen. Wir werden ihn vom ganzen Gebiet aus am Samstag, den 4. Juli, von 15 bis 18 Uhr in der Gemeinde Bochum mit einem fröhlichen Fest verabschieden. Alle, die möchten und können sind herzlich eingeladen: Glockengarten 70, 44803 Bochum.

Mit dem Beginn der Sommerferien werden wir auch in der Gemeinde eine Sommerpause einlegen. Vielleicht ist das die Möglichkeit für einige von Ihnen, in unsere Nachbargemeinden zu fahren und dort die Menschenweihehandlung mitzufeiern.

Nun wünsche ich Ihnen allen eine frohe, stärkende Osterzeit!

Herzliche Grüße von Ihrer Wiebke Goebel