Predigt der Woche

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„Aus einem Stück.”

 „Ein Mensch aus einem Stück” – dies kennen wir in unserer Zeit kaum noch. Gewissermaßen sind wir alle gespaltene Persönlichkeiten. Der Autor Friedrich Ernst Peters sagte dies einst mit den Worten: „Der Riss, der durch die Welt läuft, geht auch mitten durch meine Seele.“

Fortwährend stoßen wir auf die zwei Seelen in uns selbst – und manchmal sind es sogar mehr als zwei! In dem Augenblick, in dem ich etwas tue, kann ich mein eigener Zuschauer sein. Dieser Zwiespalt bringt uns öfters in schwierige Situationen oder sogar in Konflikt mit uns selbst. Unter diesen Umständen fragt man sich dann: “Was tust du nun wieder?“ In solchen Momenten wissen wir selbst nicht, wer wer ist. Wer spricht mit wem? Ich kann mir selbst zusprechen. Ich kann mir selbst sogar den Befehl geben: „Was tust du nun schon wieder? Hör auf damit!“

Ob wir es wollen oder nicht, wir müssen in zwei Welten leben, die weit voneinander entfernt sind – und meistens glückt es uns nicht, sie zusammen zu bringen.

Mehr als jegliches andere Wesen auf Erden ist Christus mit diesen zwei Welten verbunden. Aber während wir gewöhnlich den Riss zwischen den Welten, die Kluft in unserer Seele empfinden, bringt Christus beide in sich zusammen. Dies ist die Bedeutung von Gottessohn und Menschensohn. Er ist beides zugleich, Gott und Mensch.

In den Tagen um Himmelfahrt wird in der Menschenweihehandlung von Christus gesprochen, der das Erdensein mit Himmelssein verklärt. Er ist zu Hause in den beiden Welten, die voneinander entfremdet waren. Und je mehr unser widerspenstiges Ego sich mit Seinem Frieden erfüllt, desto mehr können wir spüren:

Ich mit Mir,
Ich und Er,
Wir drei gehören zueinander.

Verfasst von Bastiaan Baan, Priester

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