Predigt der Woche

Predigt der Woche
Foto: Marek Piwnicki

Johanni-Zeit

Der Mensch ist fähig, sein Bewusstsein bis ins Unendliche zu steigern. Von den primitivsten Formen des Lebens bis zu den höchst entwickelten Wesen wird dieses Streben immer stärker. Eine Redensart aus dem alten Indien lautet: „Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier und erwacht im Menschen.“

In uns Menschen gibt es viele Arten von Bewusstsein. Während Mancher wie ein Schlafwandler durchs Leben geht, entwickeln Andere eine hohe Geistesgegenwart.

Die geistige Welt über uns Menschen ist ohne Ende. Engel sehen und wissen alles. In der Kunst werden Engel der höchsten Hierarchien oft dargestellt mit Flügeln, die übersäht sind mit Augen, ein Bild dafür, dass ihnen nichts entgeht.

Selbst über ihnen besteht noch ein Bewusstsein, welches alles übersteigt. Dies bedeutet: „Gott sieht alles.“ Seine Augen sehen und erkennen alle seine Geschöpfe, vom Unscheinbarsten bis zum Größten.

Was sieht Gott auf Erden?

Wir Menschen schließen allzu oft unsere Augen und Ohren vor dem Elend in unserer Welt – es ist zu viel, um es zu begreifen. All das, was Menschen einander antun, will man auch oft nicht sehen. Gott jedoch sieht es – und schweigt.

Aber gerade deshalb, weil es so viel Unmenschlichkeit und Lieblosigkeit gibt, ist ein Gegengewicht notwendig, müssen wir etwas verändern. Orte sind nötig, wo Menschen „dem allwaltenden, dem allsegnenden Vatergott danken“ – wie das in dieser Zeit des Jahres an unseren Altären geschieht, damit Er hört und sieht, dass es Menschen gibt, die Ihn nicht vergessen.

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