Predigt der Woche

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Foto: Marek Piwnicki

Johannes der Täufer

Die grossen Heiligen waren Vorläufer und Wegbereiter für die Zukunft. Ihr Leben war eine Art Vorahnung für das, was die Zukunft der Menschheit bringen wird. Paulus nennt sich darum selbst „einer, der zu früh geboren wurde“. (1. Korinther 15,8). Aus demselben Grunde wird Johannes der Täufer in der Bibel als „Wegbereiter“ bezeichnet. Er bereitet nicht nur den Weg für Jesus vor, um Christus zu werden; er macht auch für uns den Weg frei, um früher oder später Christus zu finden.

Was sagt uns das Schicksal der großen Heiligen über unsere Zukunft? Was erwartet uns?

Später werden wir vielleicht auf unser Jahrhundert zurückschauen als das Zeitalter unserer sterbenden Erde. Nicht nur die Natur stirbt in einem beispiellosen Ausmaß. Überall bedrohen uns tödliche Gefahren. Es geht nicht nur um das Überleben einiger Pflanzen und Tiere, sondern um unser aller Leben; es wird so bedroht, dass unsere gemeinsame Zukunft auf dem Spiel steht. Die Zerstörung wird schließlich gewinnen. Kein Mensch – selbst der größte Heilige nicht – kann dieser Macht entkommen. Ob wir nun Täter oder Opfer dieser Tragödie sind: es trifft uns Alle.

Überall da, wo Leben zerstört wird und wo Tod herrscht, wird Geist frei. Welcher Geist jedoch? Dies ist die existentielle Frage.

Die Geschichte der Gefangennahme und des Todes von Johannes dem Täufer zeigt uns, dass man den Geist nicht ausrotten kann. Beim Sterben zeigt er sein wahres Gesicht. Nachdem Johannes getötet worden war, musste selbst sein Gegner Herodes schließlich erkennen:

„Es ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferstanden“ (Markus 6,16).

Der mächtige Geist von Johannes steht auf als Genius von Christus und dessen Jüngern. Darum wird er in der Bibel sein Engel genannt.

Johannes, der Wegbereiter, kann uns in einer Welt von Tod und Zerstörung helfen, Vertrauen zu finden in die jederzeit anwesende Hilfe aus der geistigen Welt.

Verfasst von Bastiaan Baan, Pfarrer im Ruhestand

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