Durchs Feuer
Wenn uns Menschen jemand oder etwas sehr am Herzen liegt, gehen wir dafür „durchs Feuer“. Dabei kann es sich um einen Menschen handeln, den wir lieben oder aber auch um ein Ideal, für das wir alles übrig haben. Dies ist eigentlich das Größte, was uns im Leben passieren kann: jemanden oder etwas zu finden, wofür wir uns ganz und gar begeistern. Mit einem solchen Idealismus kann man, bildlich gesprochen, unversehrt durchs Feuer gehen. Man wird dann wie eine Flamme, die durch das Feuer nicht verbrennt.
Natürlich setzt man sich nicht ein für einen Menschen oder eine Sache, wenn man sich nicht sicher ist. Vertrauen ist nötig. Anders wäre es vergebliche Mühe, die nur zu Enttäuschung und Desillusion führen würde. Man geht ja gerade deshalb für jemanden oder eine Sache durchs Feuer weil man völlig überzeugt ist. Man ist sich beinahe sicher, dass, wie auch immer, sich Gutes aus seinem Einsatz entwickeln wird.
So verhält es sich nicht mit der Liebe Gottes. Seine Liebe ist nicht nach menschlichen Maßstäben zu messen. Martin Luther sagte einst: „Gott ist wie ein glühender Backofen voller Liebe“. Unsere Liebe endet gewöhnlich schon bei Menschen, die wir ablehnen oder bei einem Missgeschick, das uns verbittert.
Gott gibt uns schwachen, untreuen, eigenwilligen Geschöpfen das Wertvollste in der Welt. Er geht für uns durchs Feuer. Was Ihm am meisten am Herzen liegt, seinen eigenen Sohn, GIBT Er uns bedingungslos – obwohl wir Ihn verleugnen.
Dies weiß der Jünger, der wie kein anderer Seine Liebe erfahren durfte, und er spricht die Worte:
„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass Er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern ewiges Leben haben“ (Johannes 3,16).
Verfasst von Bastiaan Baan, Priester
